Inhalt
Kommissionen
Zukunftskommission Landwirtschaft
Die Staatsregierung will die bayerische Land- und Ernährungswirtschaft als ökonomische, ökologische und gesellschaftspolitische Schlüsselbranche im Freistaat stärken - und setzt dabei auf die Empfehlungen der von Ministerpräsident Horst Seehofer und Agrarminister Helmut Brunner initiierten "Zukunftskommission Landwirtschaft". Die vor eineinhalb Jahren im "Bayernplan 2020" zusammengefassten Vorschläge des Gremiums seien eine wertvolle Hilfestellung und Orientierungsgrundlage für ausgewogene agrarpolitische Weichenstellungen, sagte Brunner bei seinem Abschlussbericht zur Umsetzung der Ergebnisse in der heutigen Kabinettsitzung. Zudem habe die Zukunftskommission einen konstruktiven Dialog der verschiedensten gesellschaftlichen Gruppierungen in Gang gesetzt, den der Minister weiter pflegen will.
Schließlich sei Agrarpolitik keine Branchen- oder Klientelpolitik, sondern Politik für die gesamte Gesellschaft. Der Stellenwert und damit die Zukunft der Landwirtschaft hängt laut Brunner entscheidend davon ab, ob sie in der Bevölkerung anerkannt und mitgetragen wird. Der Minister will deshalb alle agrarpolitischen Maßnahmen an einem verbindenden Leitbild ausrichten - einer nachhaltigen, flächendeckenden Landbewirtschaftung, die von bäuerlichen Familienbetrieben geprägt ist, die hochwertige Nahrungsmittel bereitstellt, einen Beitrag zur Energiewende leistet, die Biodiversität im Blickfeld hat und für vitale ländliche Räume sorgt.
In der "Zukunftskommission Landwirtschaft" hatten sich im vergangenen Jahr 26 gesellschaftliche Gruppen - von der Bauernschaft über die Ökoverbände, die Wirtschaft und die Kirchen bis hin zu den Verbrauchern - monatelang intensiv mit den Perspektiven der Landwirtschaft beschäftigt. Der abschließend erarbeitete Bayernplan ist laut Brunner eine Bestätigung für den agrarpolitischen Kurs Bayerns, liefert aber darüber hinaus zahlreiche gute Akzente und Anregungen für weitere Verbesserungen. Viele davon hat die Staatsregierung inzwischen aufgegriffen und umgesetzt. Beispielhaft nannte der Minister
- die Errichtung eines Kompetenzzentrums für Ernährung mit Standorten in Freising und Kulmbach, um die gesunde Ernährung im Freistaat zu fördern
- die Gründung einer Marketingagentur, um den Absatz bayerischerProdukte im In- und Ausland voranzutreiben
- die Initiative zur stärkeren Erzeugung heimischer Eiweißfuttermittel, um die Abhängigkeit von gentechnisch veränderten Soja-Importen zu verringern
- die Neuausrichtung der Landwirtschaftsverwaltung, um die Beratung im ländlichen Raum effizienter und zukunftsorientierter zu gestalten und
- die Weiterentwicklung des Agrarbildungssystems, um die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Landwirte auf den nationalen und internationalen Märkten zu stärken.