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Regierungserklärung
Regierungserklärung des Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus, Dr. Ludwig Spaenle, am 15. Juli 2010 im Bayerischen Landtag
„Qualität – Differenzierung - Durchlässigkeit“
Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren,
I. Die Ergebnisse des Ländervergleichs – Erfolg und Auftrag für Bayern
Die Ergebnisse des Ländervergleichs sind für Bayern Erfolg und Auftrag. Sie bestätigen eindrucksvoll die Leitlinien unserer Bildungspolitik: Qualität und Gerechtigkeit.
► Qualität: Bayern ermöglicht mit seinem leistungsstarken Bildungssystem Bildungserfolg.
► Gerechtigkeit: Bayern eröffnet mit seinem differenzierten Schulangebot Bildungschancen.
Diese Leitziele scheue ich mich nicht an der Realität zu messen.
Deshalb stellen wir uns den Fakten des Ländervergleichs 2009. Er legt die Karten auf den Tisch: In welchen Ländern erreichen die jungen Menschen aller, ich betone: aller Schularten die Bildungsstandards für den mittleren Schulabschluss – und wo nicht?
Im Mittelpunkt des Tests standen unverzichtbare Kernkompetenzen in den Grundlagenfächern Deutsch und Englisch.
Tatsache ist:
1. Bayerische Schülerinnen und Schüler aller Schularten belegen in allen getesteten Kompetenzbereichen Platz 1 in Deutschland – und zwar erheblich über dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Dabei sind sie ihren Altersgenossen im Einheitsschulland Bremen um bis zu zwei Schuljahre voraus.
2. Die Mehrheit der bayerischen Schülerinnen und Schüler erreicht die Anforderungen an den Mittleren Schulabschluss der 10. Klasse schon ein Schuljahr früher – und ein erheblicher Anteil übertrifft sie sogar noch.
3. Nirgendwo sind die Gymnasiasten in der Gesamtheit ihrer Ergebnisse so gut wie in Bayern – und zwar am neuen, achtjährigen Gymnasium!
4. Auch die Schülerinnen und Schüler der anderen weiterführenden Schulformen in Bayern – also Hauptschule, Realschule und Wirtschaftsschule – erfüllen die KMK-Bildungsstandards besser als in allen anderen Ländern!
5. Von den Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund sind die bayerischen in allen Kompetenzbereichen mit die besten in Deutschland – teilweise sogar besser als die deutschen in Brandenburg und Bremen!
Gerade die Kompetenz der bayerischen Lehrkräfte in den Fachwissenschaften und in der Fachdidaktik ist Grundlage für die positiven Ergebnisse. Dies hat der Autor der Studie, Prof. Köller, deutlich zum Ausdruck gebracht.
► Das Engagement von Schülerschaft und Eltern ist für diese positiven Ergebnisse ebenso maßgeblich. Ihnen allen und den Lehrkräften gilt an dieser Stelle zuallererst mein Dank!
► Die Ergebnisse bestärken uns auch darin, konsequent weiter auf eine hochwertige Aus- und Fortbildung unserer Lehrkräfte zu setzen.
Ich stelle also fest:
► Das differenzierte bayerische Bildungswesen ist herausragend leistungsstark und bietet einen besonderen Chancenreichtum!
► Unsere konsequente Qualitätsstrategie, die bayerische Systemkonstanz in Struktur und Inhalt, zahlt sich aus.
► Der Ländervergleich 2009 ist eine schallende Ohrfeige für alle Propheten der Einheitsschule! Alle Länder, die auf diesem Feld experimentieren, landen weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.
Und der Bildungsbericht 2010 hat gezeigt:
Bayern hat neben Baden-Württemberg den geringsten Anteil an Schulabgängern ohne jeden Schulabschluss. Am anderen Ende der Skala stehen in diesem Punkt die Länder mit einem zweigliedrigen Schulwesen! Auch beim unmittelbaren Übergang von der Schule in eine duale Ausbildung belegt Bayern den ersten Platz.
Wir verstehen den Ländervergleich auch als Auftrag – in einem doppelten Sinn:
► Erstens: Wir müssen die Leistungsfähigkeit unseres differenzierten Bildungswesens für die Zukunft sicherstellen. Das ist eine Frage der Qualität.
► Zweitens: Wir müssen ebenfalls weiter mit voller Kraft an der Verbesserung der Teilhabe arbeiten! Das ist eine Frage der Gerechtigkeit.
Die Leistungskoeffizienten der Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund in Bayern unterscheiden sich signifikant.
► Damit finden wir uns nicht ab.
► Hier gilt aber auch: Die hohe Leistungsstärke der jungen Menschen mit Migrationshintergrund steht in Bayern den besonderen Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler gegenüber.
Weiterhin weist der Vergleich aus: Auch in Bayern steht der Gymnasialbesuch eines Kindes im Zusammenhang mit seiner sozialen Herkunft.
Ich sage ganz deutlich und wiederhole dies hier: Die Bildungsbeteiligung muss auch in Bayern weiter gesteigert werden.
► Das ist ein klarer Auftrag und ein Ziel der von mir verantworteten Bildungspolitik.
► Wir müssen darauf hinarbeiten, dass alle Menschen ihr individuelles Bildungspotenzial tatsächlich ausschöpfen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft!
Und genau deshalb betone ich: Wer Bildungsbeteiligung und Bildungserfolg reduziert auf den Besuch des Gymnasiums, der greift zu kurz.
► Schon heute werden 42 % der Hochschulzugangsberechtigungen gar nicht am Gymnasium erworben, sondern über die berufliche Bildung – vor allem an FOS, FOS 13 und BOS. Heuer haben bereits rd. 26.000 junge Menschen an der Beruflichen Oberschule die Hochschulreife erreicht – gegenüber rd. 35.000 am Gymnasium.
► Dieser Anteil wird künftig aller Voraussicht nach weiter steigen. Die aktuellen Anmeldezahlen an der Beruflichen Oberschule sprechen für sich!
► Und: Gerade die jungen Menschen aus sogenannten bildungsfernen Schichten und nichtdeutscher Herkunft sind überdurchschnittlich am Erwerb entsprechender Zertifikate beteiligt.
So liegt der Anteil von jungen Menschen mit Migrationshintergrund an der Beruflichen Oberschule in Bayern mit insgesamt rd. 12 % etwa doppelt so hoch wie an den Gymnasien mit rd. 6 % – ein deutlicher Beweis für Teilhabegerechtigkeit!
Die Rechnung „Bildungsbeteiligung ist gleich Gymnasialbesuch“ geht folglich nicht auf.
Wer so rechnet, der übersieht – bewusst oder unbewusst – das ausgewogene Verhältnis von Differenzierung und Durchlässigkeit in unserem Schulwesen!
II. Die Bildungspolitik der Bayerischen Staatsregierung hat Kurs und hält Kurs
Die Bildungspolitik der Bayerischen Staatsregierung mit ihrer Trias Qualität, Differenzierung, Durchlässigkeit hat Kurs und hält Kurs!
Genau diese konstante Verlässlichkeit legt der Ländervergleich 2009 als eine der Hauptursachen für den Erfolg Bayerns offen.
Deshalb setzt die Bayerische Staatsregierung in ihrem Programm „Aufbruch Bayern“ bewusst auf einen klaren Qualitätsmaßstab – mit Bildung als einem ganz wesentlichen Element!
Bildung muss immer beim Einzelnen ansetzen. Hierin liegt die eigentliche Begründung für die strategische Formel unserer Bildungspolitik. Sie lautet: Individuelle Förderung statt Einheitsschule!
Darum arbeiten wir daran, die individuelle Durchlässigkeit unseres differenzierten Schulwesens weiter zu verbessern.
Wir haben dazu den Übertritt nach der 4. Klasse kind- und begabungsgerecht weiterentwickelt, die Mitwirkung der Eltern verbessert und den Übertritt zu einer Übertrittsphase ausgebaut.
Ab dem kommenden Schuljahr bildet nun die sogenannte „Gelenkklasse“ in der 5. Jahrgangsstufe den Abschluss der Übertrittsphase – so, wie wir es mit unserem Koalitionspartner FDP vereinbart haben. Ich möchte an dieser Stelle den Kolleginnen und Kollegen von CSU und FDP für das intensive inhaltliche Zusammenwirken in diesem Punkt danken!
Diese Strategie wird es in allen 5. Klassen der weiterführenden Schulen geben. Die Idee dahinter: Gezielte individuelle Fördermaßnahmen unterstützen die Schülerinnen und Schüler dabei, ihren Bildungsweg an der gewählten Schule fortzusetzen – oder ihn zu korrigieren.
Dabei gilt für alle Weggabelungen und Übergänge auf dem individuellen Bildungsweg: Der Staat begleitet und berät die Eltern und ihre Kinder intensiv. Er ist, wenn Sie so wollen, eine Art „pädagogischer Schulweghelfer“!
Ich bin überzeugt: Mit der Strategie, die Durchlässigkeit des differenzierten Schulwesens konsequent auszubauen, liegt die bayerische Bildungspolitik auf Erfolgskurs!
► Ein wichtiger Beleg dafür: Wir beobachten seit einigen Jahren eine zunehmende Entkoppelung von Schulformen und Abschlüssen.
► Inzwischen stammt rd. ein Drittel der Mittleren Schulabschlüsse nicht aus Real- und Wirtschaftsschule, sondern vom M-Zweig der Hauptschule und aus beruflichen Abschlüssen.
Dies ist ein zentraler Indikator für die Durchlässigkeit des differenzierten Bildungswesens in Bayern.
Und ab September diesen Jahres wird der Weg zum Erwerb des Mittleren Schulabschlusses noch weiter verbessert: durch die neue bayerische Mittelschule!
Zum anderen wird mit den neuen Mittelschulverbünden die dauerhafte Versorgung mit einem wohnortnahen weiterführenden Schulangebot sichergestellt – gerade auch im ländlichen Raum. Zum Schuljahr 2010/11 werden rd. 60 % der staatlichen Hauptschulen den Status einer Mittelschule erreicht haben – alleine oder in circa 230 Schulverbünden.
Dabei setzen wir auf eine konsequente Qualitätsstrategie: Nur diejenigen Schulen, die – alleine oder im Verbund – nachhaltig ein klar definiertes und breites Bildungsangebot vorhalten, dürfen sich auch tatsächlich „Mittelschule“ nennen.
Unser hoher Qualitätsanspruch gilt ganz genauso auch für die Realschule. Um diese bewährte und beliebte Schulart mit ihren profilierten Zweigen weiter zu stärken, haben wir die Qualitätsinitiative „Realschule 21“ auf den Weg gebracht.
Und um die hochwertigen Ausbildungsrichtungen am Gymnasium noch passgenauer zu gestalten, wollen wir das gymnasiale Bildungsangebot insgesamt noch stärker profilieren.
Wir gehen direkt von den Bedürfnissen der einzelnen Schülerin, des einzelnen Schülers aus. Deshalb stellen wir die individuelle Förderung als Grundprinzip auch in den Mittelpunkt des Themenfeldes „Bildung“ unter dem Dach von „Aufbruch Bayern“.
Ich konzentriere mich an dieser Stelle auf drei Felder, die derzeit einen Schwerpunkt unserer Zukunftsarbeit in punkto individueller Förderung bilden.
Erstens: Am Gymnasium haben sich die Intensivierungsstunden zur individuellen Förderung in kleineren Lerngruppen hervorragend bewährt. Nun übertragen wir dieses Instrument auch auf die anderen Schularten – im Rahmen einer umfassenden Intensivierungsstrategie.
► Bereits in der 4. Jahrgangsstufe ist die Teilung der Klasse ab 25 Kindern in der Förderstunde vorgesehen.
► Auch an Haupt- und Mittelschule gibt es in Jahrgangsstufe 5 eine Förderstunde.
- Sie wird im Schuljahr 2010/11 durch die Bereitstellung einer zusätzlichen Lehrerstunde geteilt und damit zur Intensivierungsstunde ausgebaut.
- In der 6. Jahrgangsstufe wird die zusätzliche Förderstunde ebenfalls im nächsten Schuljahr eingeführt; ihre Teilung streben wir ab 2011/12 an.
► Und an der Realschule gibt es im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 5 einen bedarfsorientierten Ergänzungsunterricht. Mit dem nächsten Schuljahr werden für das zweite Halbjahr der 5. Jahrgangsstufe leistungsdifferenzierte Intensivierungskurse eingeführt.
Zweitens treiben wir den Ausbau der Ganztagsschulen in staatlicher Trägerschaft weiterhin massiv voran.
► Zum Schuljahr 2009/2010 sind 617 gebundene Ganztagsschulen eingerichtet oder befinden sich im Aufbau. Im Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 411 Schulen. Das bedeutet eine Steigerung von 50 % innerhalb nur eines Schuljahres!
► Daneben verfügen 1.042 Schulen in Bayern über ein offenes Ganztagsangebot für rd. 60.000 Schülerinnen und Schüler. Im Vergleich zum Vorjahr konnten 791 zusätzliche Gruppen genehmigt werden.
► Dazu kommen noch 4.722 Gruppen der Mittagsbetreuung und verlängerten Mittagsbetreuung an Grundschulen und Förderschulen.
► Für das Schuljahr 2010/2011 wurden Konzepte von 178 neuen Standorten der gebundenen Ganztagsschule an Grundschulen, Hauptschulen und Sonderpädagogischen Förderzentren genehmigt. Hinzu kommen mindestens 200 zusätzliche Gruppen der offenen Ganztagsschule. Für die Hauptschulen bedeutet das nahezu Flächendeckung!
► Zum Schuljahr 2011/2012 soll der Ausbau gebundener Ganztagszüge an den Realschulen, Wirtschaftsschulen und Gymnasien beginnen.
Drittens legen wir auf die kind- und entwicklungsgerechte Weiterentwicklung der Grundschule in den kommenden Jahren ein Hauptaugenmerk. Denn sie liefert das Fundament für den Bildungserfolg eines jeden Kindes. Deshalb erproben wir gemeinsam mit der Stiftung Bildungspakt ab dem nächsten Schuljahr neue Möglichkeiten der individuellen Förderung an 20 ausgewählten Modellschulen in ganz Bayern – mit dem Modellversuch „Flexible Grundschule“.
► Die ersten beiden Jahrgangsstufen sind als Flexible Eingangsstufe organisiert.
► Die Kinder durchlaufen sie in individuellem Tempo zwischen einem und drei Jahren – ohne Auswirkung auf die Schulpflicht!
Ich bin überzeugt: Mit unserer Gesamtstrategie der individuellen Förderung schaffen wir die entscheidenden Grundlagen dafür, die Begabungen und Talente aller jungen Menschen zu fördern und ihnen damit volle Bildungsteilhabe zu eröffnen – unabhängig von ihrem sozialen, kulturellen und familiären Hintergrund.
Wir widmen uns deshalb einem Thema in besonderer Weise, das auch Bundespräsident Wulff benannt hat, nämlich „Integration und schulische Bildung“. Hier gibt uns der Ländervergleich entsprechende Hinweise.
Die Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund ist eine Herausforderung, vor der wir alle stehen: nicht nur Bayern, sondern ganz Deutschland.
Der Schlüssel zur Teilhabe sind Bildung und die deutsche Sprache. Dem stellt sich Bayern nicht erst seit den Ergebnissen des aktuellen Ländervergleichs.
► Schon im März 2009 hat der Ministerrat das bayerische Gesamtkonzept zur schulischen Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund verabschiedet.
► Damit gehört Bayern zu den wenigen deutschen Ländern mit einem systematischen Integrationskonzept auf Landesebene!
Auf dieser Basis haben wir zum Schuljahr 2009/10 die Rahmenbedingungen zur individuellen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund klar verbessert:
Mit 411 zusätzlichen Planstellen konnten wir die Klassenstärken an Grund- und Hauptschulen auf maximal 25 senken, wenn in den Klassen mehr als 50 % der Schüler einen Migrationshintergrund haben.
Zusätzlich verfügen wir auch über umfangreiche Maßnahmen für eine frühzeitige, kontinuierliche und intensive Deutschförderung – beginnend mit dem auf 240 Stunden ausgeweiteten Vorkurs im letzten Kindergartenjahr bis hin zu unseren Deutschförderkursen und Deutschförderklassen.
► Allein für die Vorkurse stellt das Kultusministerium gegenwärtig 329 Planstellen zur Verfügung.
► Weitere knapp 400 Stellen setzen wir bei den Sprachfördermaßnahmen in Grund- und Hauptschule ein.
Zudem startet an den Berufsschulen zum kommenden Schuljahr das Projekt „Berufssprache Deutsch“ für ein gelingendes Übergangsmanagement von der Schule in den Beruf. Ebenfalls ab dem kommenden Schuljahr wollen wir mit dem Projekt „Sprachbegleitung“ an Realschulen und Gymnasien beginnen.
Sie sehen also: Der Ländervergleich 2009 ist für uns keineswegs der erste Anstoß, um die Bildungsteilhabe junger Menschen mit Migrationshintergrund zu steigern.
Ein zentraler Aspekt von Teilhabegerechtigkeit ist auch das – vom Ländervergleich 2009 nicht erfasste – Thema „Inklusion“.
► Ich darf Ihnen versichern: Es steht im Fokus der bayerischen Bildungspolitik!
► Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der historisch einmaligen fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe, die gemeinsam nach dem besten Weg für die Umsetzung der UN-Konvention zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderung sucht.
III. Ausblick – Aufbruch Bayern
Die Ergebnisse des Ländervergleichs 2009 – sie sind für Bayern Erfolg und Auftrag zugleich.
► Sie bestätigen den Kurs der Bayerischen Staatsregierung, der Bildung oberste Priorität einzuräumen.
► Denn unsere dauerhaft hohen Investitionen in die Bildung zahlen sich aus! Bayern hat allein in den vergangenen beiden Jahren knapp 8.000 Lehrkräfte neu fest eingestellt.
► „Vorfahrt für Bildung“ gilt auch weiterhin!
Wir richten den Blick weiter nach vorne.
Um die hohen Ansprüche, die an unsere Bildungseinrichtungen gestellt werden, erfüllen zu können, wollen wir die Schulen in Bayern in ihrer Eigenverantwortung stärken.
► Dabei gilt die Maxime: Eigenverantwortung ist kein Selbstzweck.
► Sie dient vor allem und zuallererst der Qualitätsverbesserung jeder einzelnen Schule.
Wir wollen deshalb ein weiteres Element unseres Bereiches Bildung unter dem Dach von „Aufbruch Bayern“ ansprechen. Lassen Sie es mich im erweiterten Sinne das „Magische Viereck der Inneren Schulentwicklung“ nennen. Diese weitausgreifend angelegte Konzeption umfasst vier miteinander korrespondierende Bereiche:
► die „Eigenverantwortliche Schule“,
► die Weiterentwicklung der Schulaufsicht,
► die Schulberatung
► und die Elternarbeit.
Die „Eigenverantwortliche Schule“ wollen wir mit unseren Eckpunkten einer Drei-Säulen-Konzeption maßgeblich weiterentwickeln. Diese drei Säulen sind –
► erstens Qualitätsentwicklung und Qualitätsmanagement,
► zweitens Personalentwicklung
► und drittens die Ausweitung der Budgethoheit im Zusammenwirken mit den Sachaufwandsträgern. Insbesondere dazu wollen wir einen bundesweit innovativen Schulversuch „Schulinnovationsregion Bayern 2020“ vorschlagen.
Diesen Reformansatz werden wir im Rahmen einer umfassenden Kommunikationsstrategie, die alle Beteiligten umfassend miteinbeziehen wird, und in enger Abstimmung mit allen betroffenen Ressorts gestalten.
Die Bayerische Staatsregierung steht für eine Bildungspolitik nahe am Menschen.
► Deshalb lassen wir die Leistungsfähigkeit unseres Bildungswesens an der Realität messen.
► Deshalb überprüfen wir die Leistungsfähigkeit unseres Schulwesens auch selbst – durch interne und externe Evaluation oder durch ein Monitoring wie aktuell bei der gymnasialen Oberstufe.
Wenn wir aufgrund dessen Nachsteuerungsbedarf sehen, dann handeln wir auch konsequent!
Und wir pflegen einen intensiven Bildungsdialog mit allen Beteiligten – wie in den Dialogforen zum Mittelschulprozess. Diese ganzheitliche Kommunikations- und Beteiligungsstrategie will ich systematisch auf den gesamten Themenbogen der Bildungspolitik ausweiten.
► Wir führen in allen Bildungsfragen intensive Gespräche zur Umsetzung der bestmöglichen Lösung mit den Schulen, den Eltern- und Lehrerverbänden sowie den kommunalen Spitzenverbänden.
► Ich danke ausdrücklich allen, die sich in den Bildungsdialog konstruktiv einbringen – besonders auch Ihnen, meinen Kolleginnen und Kollegen im Landtag!
Ein solcher Dialog ist grundlegend für die Zukunft unserer subsidiären, aktiven Bürgergesellschaft! Die Strategie, „Betroffene zu Beteiligten“ zu machen, werden wir weiterhin konsequent umsetzen.
Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich aktiv am Zukunftsprogramm der Bayerischen Staatsregierung zu beteiligen – insbesondere zu den Themen Familie, Bildung und Innovation.
► Die Bayerische Staatsregierung hat dafür die Internet-Plattform „Aufbruch Bayern“ eingerichtet.
► Schon jetzt hat der Online-Dialog eine Vielfalt spannender Vorschläge erbracht.
Wir freuen uns auf jede Idee, die Bayern weiter voranbringt! Lassen Sie uns gemeinsam den „Aufbruch Bayern“ gestalten!