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<title>www.bayern.de - RSS Newsfeed Reden Ministerpräsident Horst Seehofer</title>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362/index.htm</link>
<description><![CDATA[<p>RSS Newsfeed für die aktuellsten Reden von Ministerpräsident Horst Seehofer, Staatsminister Siegfried Schneider und Staatsministerin Emilia Müller.</p>]]></description>
<language>de-de</language>
<copyright>Bayerische Staatskanzlei</copyright>
<ttl>30</ttl>
<item>
<title>Weltmeisterschaft im Sportschießen</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort</em>.</p>
<p>- Anrede -</p>
<p>Ein herzliches bayerisches „Grüß Gott“ in München:</p>
<ul>
<li>allen Sportlerinnen und Sportlern mit ihren Teams,</li>
<li>allen Berichterstattern, die die Bilder aus Bayern in die ganze
Welt tragen werden, und</li>
<li>„last but not least“ allen Fans des Schützensports, die aus nah
und fern nach München gekommen sind, um spannende Wettkämpfe und
sportliche Höchstleistungen zu sehen!</li>
</ul>
<p>Herzlich Willkommen in Bayern!</p>
<p>Als Bayerischer Ministerpräsident freue ich mich sehr, diese
Jubiläums-WM im Sportschießen in Bayern zu Gast zu haben. Zumal die
50. ISSF (Internationaler Schießsportverband) Weltmeisterschaft in
jeder Hinsicht etwas Besonderes zu werden verspricht:</p>
<p>Knapp 2300 Schützinnen und Schützen aus 103 Nationen werden um
Medaillen und Platzierungen kämpfen. Das ist neuer Rekord!</p>
<p>Aber nicht nur das: hier in München werden auch die ersten
Quotenplätze für die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen
2012 in London vergeben. Damit bereitet München nicht nur den Weg
nach Olympia, die 50. Münchner ISSF-WM ist auch das Highlight im
Sportschießen vor den nächsten Sommer-Spielen!</p>
<p>„Bayern goes Olympia“ – möchte ich Ihnen, verehrter Jacques
Rogge, zurufen! Ein herzliches „Grüß Gott“ dem Präsidenten des
Internationalen Olympischen Komitees, Jaques Rogge, und dem
IOC-Vizepräsidenten und Präsidenten des DOSB, Dr. Thomas Bach! Ich
freue mich mit Ihnen auf ein weiteres sportliches Großereignis der
Extra-Klasse auf bayerischem Boden!</p>
<p>Bayern und das Schützenwesen sind schon immer aufs engste
miteinander verbunden. Schützenkompanien und Schützenvereine können
bei uns auf eine über 700-jährige Tradition zurückblicken.</p>
<p>Ursprünglich wurden die Schützenvereine zum Zwecke der
Landesverteidigung gegründet, um dem eigenen Heim und der Heimat
Schutz und Schirm zu bieten. Und diese Heimatverbundenheit, diese
besondere Liebe zur bayerischen Heimat wirkt bei den bayerischen
Schützen bis heute fort. Dafür sehen wir heute auf dem Marienplatz
den eindrucksvollen Beweis: verschiedene Blaskapellen und
Trachtengruppen tragen heute gelebtes bayerisches Brauchtum und
lebendige Tradition hinaus in die Welt!</p>
<p>Herzlichen Dank, liebe „Trachtler“, und „Vergelt`s Gott“!</p>
<p>Der Schützensport heute ist Hochleistungssport. Und so freue ich
mich, dass wir Ihnen mit der Wettkampfanlage in Garching-Hochbrück
die derzeit wohl modernste Wurfscheibenarena in Europa zur
Verfügung stellen können! Hier finden die Sportlerinnen und
Sportler beste Voraussetzungen für sportliche Höchstleistungen und
die Fans beste Voraussetzungen für spannende Wettbewerbe! Ein gutes
Omen ist sicherlich, dass bei der Generalprobe im vergangenen Jahr,
bei der Austragung des Weltcups, gleich drei Weltrekorde
eingestellt wurden!</p>
<p>In diesem Sinne freue ich mich auf die 50. ISSF
Weltmeisterschaften im Sportschießen! Herzlich Willkommen in
Bayern!</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10318724/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10318724/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>60 Jahre Charta der Heimatvertriebenen</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.</em></p>
<p>- Anrede -</p>
<p>Die Charta der Heimatvertriebenen wird in diesen Tagen 60 Jahre
alt. Die CSU-Fraktion hat dieses Jubiläum mit einer eindrucksvollen
Veranstaltung und mit einem Empfang im Landtag am 22. Juni 2010
gewürdigt. Frau Steinbach, die Bundesvorsitzende des BdV, die ich
hier in diesem Raum vor knapp einem Jahr mit dem Bayerischen
Verdienstorden auszeichnen durfte, hat die Festrede gehalten. Viele
von Ihnen waren sicher anwesend.</p>
<p>Auch der Bayerische Ministerpräsident, auch die Staatsregierung,
das Schirmland der Sudetendeutschen und das Patenland der
Ostpreußen wollen dieses Jubiläum würdigen. Wir tun dies in der
intimeren Form dieses Abendessens, bei dem mehr Gelegenheit zum
Gedankenaustausch besteht als im Rahmen eines Festaktes.</p>
<p>Die Charta der deutschen Heimatvertriebenen, meine Damen und
Herren, ist ein politisches und historisches Dokument der
Nachkriegszeit, das zu Recht immer wieder gewürdigt wird. Zur
rechten Würdigung gehört ein Blick in die Zeitumstände, um die
visionäre und ideengeschichtliche Kraft der Charta würdigen zu
können.</p>
<p>Flucht und Vertreibung lagen erst 3, 4 oder 5 Jahre zurück. Die
meisten Heimatvertriebenen lebten noch mittellos in Lagern.
Verwandtschaften und Gemeinschaften waren zerrissen. Über 2 Mio.
Tote waren zu beklagen und zu betrauern. Der Eiserne Vorhang senkte
sich mitten durch Europa und mitten durch Deutschland
hernieder.</p>
<p>In dieser Situation sandten die Heimatvertriebenen vier
Botschaften aus.</p>
<ol>
<li>Die Heimatvertriebenen wollen Verständigung und ein gutes
Miteinander in Europa.</li>
<li>Die Heimatvertriebenen bekunden ihren Willen zur Integration
durch tatkräftige Aufbauarbeit.</li>
<li>Die Heimatvertriebenen streben ein Europa an, in dem die Völker
ohne Furcht und Zwang leben können.</li>
<li>Die Heimatvertriebenen kämpfen für die Anerkennung des Rechts
auf die Heimat.</li>
</ol>
<p>Das waren vor 60 Jahren Hoffnungen, Zukunftsperspektiven. Viel
davon ist in Erfüllung gegangen – auch durch das tatkräftige
Mitwirken der Heimatvertriebenen.</p>
<p>Als Ministerpräsident spreche ich für meine Heimat Bayern, die
Sie als Vertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler bereichert
haben. Woher Sie auch immer in den vergangenen 65 Jahren gekommen
sind, Sie haben Bayern vorangebracht, haben mit Leistungswillen,
mit Ideen, mit Schaffenskraft zusammen mit den Einheimischen unsere
Heimat an die Spitze in Deutschland geführt. Frau Leneis von den
Sudetendeutschen, die ich heute mit dem Bayerischen Verdienstorden
auszeichnen konnte, ist ein Beispiel dafür.</p>
<p>Ich brauche hier die Spitzenstellung Bayerns in den
verschiedenen Bereichen nicht aufzuführen. Ich möchte nur eins
festhalten: Wir vergessen die Leistungen der Heimatvertriebenen und
Aussiedler nicht. Als Bayerischer Ministerpräsident kann ich auch
sagen: Es gibt kein anderes Land in Deutschland, das in den
vergangenen 60 Jahren seit der Unterzeichnung der Charta ein derart
dauerhafter Partner der Vertriebenen war. Sie werden sich auch in
Zukunft auf die Bayerische Staatsregierung verlassen können.</p>
<p>Vor uns liegen noch große Aufgaben. Dazu gehört die Bewahrung
des kulturellen Erbes der Heimatvertriebenen in Deutschland und in
Bayern.</p>
<p>Mit der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ ist endlich
der Anfang gemacht, um für die Heimatvertriebenen eine würdige
Stätte der Erinnerung, eine würdige Stätte der Mahnung gegen
Vertreibungen und eine Stätte der Information gerade auch für die
Jugend zu errichten. Bayern hat das Projekt von Frau Steinbach von
Anfang an unterstützt. Und ich freue mich, dass in den neuen,
erweiterten Stiftungsrat allein fünf Vertreter aus Bayern gewählt
wurden.</p>
<p>Zur Bewahrung des kulturellen Erbes der Heimatvertriebenen in
Bayern gehört vor allem auch das Projekt des Sudetendeutschen
Museums. Dem 4. Stamm gegenüber stehen wir in einem besonderen
Obhutsverhältnis. Und das Haus des Deutschen Ostens, das heuer den
40. Geburtstag feiert, ist die Bildungs- und Begegnungsstätte für
alle Heimatvertriebenen.</p>
<p>Die Vertreibung der Deutschen war und bleibt Unrecht, sie war
ein Verstoß gegen die Würde des Menschen. Deshalb bleibt auch 65
Jahre nach Kriegsende die Herausforderung, im Dialog mit den
östlichen Nachbarstaaten gemeinsame Formen der Erinnerung und
gemeinsame Gesten der Heilung zu finden. Dies ist eine schwierige
Aufgabe. Aber vor schwierigen Aufgaben haben sich die Bayern noch
nie gedrückt.</p>
<p>Zu diesem Dialog gehört auch, dass ich bei meinen Reisen in die
östlichen Nachbarstaaten die jeweilige Vertretung der
Landsmannschaft mitnehme. Herr Vorsitzende Knauer hat dazu den
Anstoß gegeben. Mit Herrn Dr. Fabritius habe ich den Anfang in
Rumänien gemacht. Ich habe mich dort auch mit der deutschen
Minderheit getroffen.</p>
<p>Beim Landestreffen der Rußlanddeutschen in Augsburg habe ich
angekündigt, dass ich bei meiner nächsten Reise nach Moskau bzw.
Rußland Herrn Fetsch und Herrn Neuberger mitnehmen werde.</p>
<p>Und wenn ich nach Prag reise, werden mich selbstverständlich die
beiden Spitzen der Sudetendeutschen Volksgruppe begleiten, Herr
Posselt und Herr Pany.</p>
<p>Und ich werde mich auch immer, wenn es die Zeit erlaubt, mit der
deutschen Minderheit in den jeweiligen Ländern treffen. Ich denke,
die deutsche Minderheit in diesen Ländern braucht immer wieder
politische Unterstützung aus Deutschland.</p>
<p>In meiner Regierungserklärung habe ich, sehr bewusst von mir
gesetzt, als ersten Punkt genannt: „Den Zusammenhalt stärken.“ Für
den Zusammenhalt in Bayern haben die Heimatvertriebenen und
Aussiedler viel geleistet. Sie haben sich, bei allen
Schwierigkeiten am Anfang, hervorragend in die bayerische
Gesellschaft integriert. Sie haben Bayern tatkräftig mit aufgebaut,
ausgebaut und gestaltet.</p>
<p>Dafür gilt es immer wieder Respekt und Dank zu sagen. Denn die
Stärke Bayerns beruht nicht allein auf der Spitzenstellung in
vielen wirtschaftlichen und technologischen Bereichen, sie beruht
auch auf der großen „kulturellen“ Identität der Menschen in Bayern
und ihrer Verbundenheit mit Bayern. 95% der Menschen leben gern in
Bayern, wie die jüngste Umfrage des Bayerischen Fernsehens gezeigt
hat.</p>
<p>Der ehemalige Chefredakteur von Cicero, jetzt von Focus, Wolfram
Weimer, hat einmal geschrieben: „Je schneller sich das
Globalisierungskarussell dreht, desto mehr erweist sich der
gefestigte kulturelle Unterbau einer Region oder Gesellschaft als
Kraftquell und Halt….. Eine Gesellschaft, die umgekehrt um ihren
kulturellen Boden nicht weiß, kann nirgendwo zum Sprung
ansetzen.“</p>
<p>Bayern weiß um seinen kulturellen Boden, Bayern weiß auch, dass
dieser kulturelle Boden durch die Heimatvertriebenen und Aussiedler
neu gedüngt und kultiviert wurde. Auch deswegen konnte und kann
Bayern immer wieder zum Sprung ansetzen.</p>
<p>Nochmals herzlichen Dank den Heimatvertriebenen, Aussiedlern und
Spätaussiedlern in Bayern. Auf weiterhin gute Zusammenarbeit.</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10318712/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10318712/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Heinrich-Heine-Bueste</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.</em></p>
<p><em>- Anrede -</em></p>
<p>Hoch über der Donau gelegen, als bayerischer Parthenon gestaltet
- ist die Walhalla schon äußerlich ein Erinnerungsort mit
besonderem Nimbus. In Zeiten der politischen Zersplitterung hatte
hier der bayerische König Ludwig I. seinem Glauben an die Nation
einen weithin sichtbaren Ausdruck verleihen wollen.</p>
<p>Seit 1842 werden in diesem Ehrentempel für „alle Deutschen“, wie
es Ludwig I. formulierte, „bedeutende Persönlichkeiten teutscher
Zunge" mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt.</p>
<p>Dass heute Heinrich Heine in die Walhalla Einzug hält, ist für
Bayern und ganz Deutschland fraglos ein Grund zu besonderer Freude.
Als Bayerischer Ministerpräsident heiße ich Sie alle zu dieser
wahrhaft bedeutsamen Feierstunde willkommen!</p>
<p>Mit der Aufnahme Heinrich Heines in die Walhalla erfüllen wir
heute ein Desiderat, das man im Hinblick auf die Bedeutung Heines
für Deutschland und die Welt nicht anders als überfällig bezeichnen
kann. Freilich hatte Heine für Ludwig I. und dessen Lebensthema
„Walhalla“ nicht viel übrig. Oft zitiert wurde dieser Tage Heines
Vers von der „marmornen Schädelstätte“, in die der Dichter gar
nicht aufgenommen werden wollte. Hier darf ich mit einem anderen
großen Dichter, Heinrich Mann, erwidern: „Mag er [Heinrich Heine]
kein äußeres Denkmal brauchen: wir schulden dieses Denkmal uns
selbst!“</p>
<p>Über Heinrich Heine wurde viel gesagt und noch mehr geschrieben.
„Vita et Opera“, Leben und Werk dieses Mannes ausführlich
darzustellen, überlasse ich daher gerne dem berufenen Laudator,
Herrn Prof. Dr. Borchmeyer, Präsident der Bayerischen Akademie der
Schönen Künste. Vielen Dank Ihnen, sehr verehrter Prof. Dr.
Borchmeyer. Mit Spannung erwarten wir schon Ihre Ausführungen.
Erlauben Sie mir jedoch, zuvor in aller Kürze auszuführen, was wir
in Deutschland Heinrich Heine verdanken.</p>
<p>Wir ehren heute den klugen wie kritischen Kopf Heine. Von nichts
und niemandem hatte er sich je vereinnahmen lassen. Sein Mut zu
Ärgernis und seine Mahnung, daraus Nutzen zu ziehen, ist uns immer
noch Vorbild. Er wollte, Zitat, „die kranke alte Welt aus ihren
Betten“ jagen. Sein Kampf gegen die Angst vor der Freiheit und die
Verachtung der Vernunft bestimmt unser Denken bis heute. Denn
Schweigen, das war seine Sache nicht.</p>
<p>„Ich bin nicht dazu geeignet, ein Kerkermeister meiner Gedanken
zu sein. Bei Gott! Ich lass sie los“ – schrieb Heine einmal. Er
bringt damit pointiert zum Ausdruck, was er sich als Instrument
auserkoren hatte, um den Missklang seiner Zeit hörbar, erfahrbar zu
machen: nichts weniger als seine Dichterexistenz.</p>
<p>Den Sprachvirtuosen Heinrich Heine bewunderten darum schon seine
Zeitgenossen: Sie sahen in Heine den „Poeten der neuesten Zeit“ und
in seinen Prosaschriften einen Aufbruch zur Moderne. Der Feuilleton
ward erfunden! Heinrich Heines Lyrik gehört zu den meist
übersetzten und meist vertonten. Neben den deutschen
Dichterdenkmälern Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller
ist Heine der bekannteste deutsche Autor überhaupt. Heinrich Heine,
den großen Journalisten, den großen Sprachkünstler, den großen
deutschen Dichter ehren wir heute.</p>
<p>Und etwas anderes hatte Heinrich Heine selbst nie sein wollen!
Zwar wünschte sich Heinrich Heine ob seiner jüdischen Herkunft
nichts sehnlicher als eine deutsch-jüdische Symbiose. Doch weder
die Warnungen seiner Mutter, die Heine das Schicksal einer
Dichterexistenz ersparen wollte, noch die politische Verfolgung
durch das Vaterland haben daran etwas zu ändern vermocht. Zu Recht,
sehr verehrter Herr Prof. Dr. Borchmeyer, nennen Sie Heine einen
deutschen „Herzenspatrioten“!</p>
<p>Gleichzeitig liebte Heine die Franzosen, weshalb er einen
Lebenssinn darin sah, Frankreich und Deutschland einander näher zu
bringen. „Schutzpatron der deutsch-französischen Verständigung“ hat
man ihn darum genannt. Und Heine dachte schon vor, was vor nun mehr
6 Jahren Wirklichkeit geworden ist: Ein freies, vereintes und
friedliches Europa der Vaterländer!</p>
<p>Heinrich Heine ist damit „vorweggenommener Ausdruck und Typ des
deutschen Europäers“, wie Heinrich Mann sagte, der „Deutschland so
sehr“ ehre „wie sich selbst“!</p>
<p>Und darum soll Heinrich Heine heute in dieser Ruhmeshalle aller
bedeutenden Geistesgrößen, die aus der Geschichte Deutschlands und
des deutschsprachigen Raums herausragen, seinen würdigen Platz
erhalten.</p>
<p>„Hier, wie nirgends sonst, begegnen sich in Liebe alle teutschen
Stämme, alle Stände, Glaubensbekenntnisse, alle Zweige des Wissens
und Könnens, alle Jahrhunderte“ – sagte ein Laudator beim ersten
Jahrestag der Grundsteinlegung der Walhalla. Heute ist das wahrer
denn je. Denn in einem nun mehr seit 20 Jahren wiedervereinten
Deutschland ist Heinrich Heine, der große deutsche Dichter, endlich
angekommen!</p>
<p>Mein besonderer Dank gilt heute all denen, die in finanzieller
und ideeller Weise sich um die Aufnahme Heinrich Heines in die
Walhalla verdient gemacht haben. Insbesondere danke ich Ihnen, sehr
verehrter Herr Theisen, stellvertretend für den gesamten Heinrich
Heine Freundeskreis Düsseldorf, der die Kosten der Büste trägt. Ich
danke auch dem Künstler Bert Gerresheim, der Heine ein
eindrucksvolles Gesicht gab. Sie alle haben ermöglicht, dass
Heinrich Heine nun auch die Walhalla ehrt, sie gleichsam
komplettiert. Vielen Dank!</p>
<p>„Heinrich Heine ist ein Phänomen, das als Ganzes genommen werden
muss“ – ließ bereits 1957 die damalige Bundesregierung zum 100.
Todestag des Dichters verlautbaren. Wir in Bayern nehmen Heinrich
Heine als Ganzes, wir nehmen Heinrich Heine, wie er war:
vielschichtig, widersprüchlich, polemisch, romantisch, ironisch,
irritierend, groß – eben eine bedeutende Person „teutscher
Zunge“.</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10318706/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10318706/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Bayreuther Festspiele</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort</em></p>
<p>- Anrede -</p>
<p>„An manchen Stellen sind mir die Tränen gekommen. Der Hof und
die weimarische Intelligenz sind voller Sympathie und Bewunderung“
– schrieb Franz Liszt vollkommen berauscht nach der Uraufführung
des „Lohengrin“ am 28. August 1850. Ihm hatte Richard Wagner
während seines Exils Partitur samt Text anvertraut, um sie am
Weimarer Hoftheater aufführen zu lassen.</p>
<p>160 Jahre nach dieser sagenumwobenen Premiere steht zweifellos
fest: Der „Lohengrin“ lässt niemanden kalt! Die traurigste unter
den Wagner-Opern geht einfach jedem unter die Haut – und nicht nur,
weil das Schicksal des Schwanenritters und seiner allzu
menschlichen Gemahlin in seiner Radikalität tief berührt.
„Klangätherische Phantasmagorien“ weben Zauber, die nachhallen, die
jeden Schlussvorhang überdauern.</p>
<p>Wir alle verstehen, wenn Thomas Mann schon im Vorspiel das
Wunder einer „blau-silbernen Schönheit“ erblickte. Und wir alle
verstehen, dass für Franz Liszt das ganze Werk ein „einziges,
unteilbares Wunder“ war.</p>
<p>Für dieses wirklich außergewöhnliche Erlebnis danke ich allen,
die künstlerisch wie organisatorisch zum Gelingen der diesjährigen
Richard-Wagner-Festspiele beitragen – den Sängerinnen und Sängern,
dem Festspielchor und seinem Chorleiter, dem Orchester und auch
allen, die im Hintergrund wirken.</p>
<p>Mein besonderer Dank gilt dem Dirigenten Andris Nelsons und
ebenso Hans Neuenfels, der sich der Herausforderung einer
Neuinszenierung dieses bewegenden Musikdramas gestellt hat!</p>
<p>Allen voran möchte ich heute Abend den beiden Spielleiterinnen,
Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier, meine aufrichtige
Sympathie und Bewunderung aussprechen! Sie und Ihr ganzes Ensemble
haben uns heute einen wirklich spektakulären Auftakt zu den
diesjährigen Richard-Wagner-Festspielen geboten!</p>
<p>Dieses Jahr ist das erste ohne Wolfgang Wagner. Der Tod dieses
großen Mannes vor wenigen Monaten hat uns alle tief bewegt. Doch
ich bin mir sicher: Wolfgang Wagner hätte sich selbst kein
würdigeres „in memoriam“ wünschen können als diese gelungene
Fortsetzung seines vorväterlich ererbten Lebenswerks.</p>
<p>So ist heute, in der 99. Festspielsaison, der Grüne Hügel noch
immer das Unikat, von dem Wolfgang Wagner sprach und von dem sein
Schöpfer Richard Wagner bereits 1850 träumte.</p>
<p>„…von Brett und Balken ein rohes Theater nach meinem Plane…“, so
hatte Richard Wagner einst sein revolutionäres Festspielkonzept
beschrieben. Ein Festspielhaus für alle sollte es sein, umsonst und
auf der grünen Wiese, das nach drei Vorstellungen wieder abgerissen
werden sollte und die Partituren verbrannt. Denn Richard Wagner
wollte sein Publikum nicht nur die alltäglichen Sorgen vergessen
machen. Er wollte durch seine Kunst ein „Licht entzündet“ sehen, in
welchem der Festspielbesucher „Dinge gewahrt, von denen er zuvor
keine Ahnung hatte“. Um es kurz zu sagen: In Bayreuth sollte man
schon immer das Außerordentliche erleben!</p>
<p>Und das kann man wirklich: Bis heute bekommen wir, wie in der
FAZ dieser Tage zu lesen war, ganz nach Wagners Willen,
„außerordentliche Kunst als Ergebnis von außerordentlichen
Umständen, Begabungen und Anstrengungen“ zu sehen und zu hören.
Hinzu kommt: Bis heute finden die Aufführungen in Richard Wagners
Originaltheater statt und unter der Intendanz leibhaftiger
Nachfahren!</p>
<p>Und das ist es, was die Bayreuther Festspiele zum Mythos macht,
zum „nicht wiederholbaren“ Wunder! Darum kommen jährlich
Wagner-Enthusiasten aus aller Welt nach Bayreuth, darum werden pro
Saison ca. 50.000 Plätze verkauft und darum wartet mancher
Wagner-Liebhaber bis zu einer Dekade auf eine Karte! Auch wenn
Wagner-Opern längst die Bühnen dieser Welt erobert haben, so bleibt
es doch unvergleichlich, Wagners magische Wirkung gleichsam an
ihrer Urstätte zu erleben.</p>
<p>Darauf sind wir in Bayern stolz - und zwar auch außerordentlich!
Die Bayreuther Festspiele sind die künstlerischen Kronjuwelen
Bayerns! Und das nicht erst seit gestern: Der „Lohengrin“ verzückte
den bayerischen König Ludwig II. so sehr, dass er Wagner an den
Münchner Hof holte. Und das war, wie wir heute alle wissen, für
Bayerns Kulturleben ein durchaus folgenreiches Ereignis! Denn
Richard Wagner gelang die Umsetzung seines Festspielvorhabens am
Ende vor allem durch eine wahrhaft fürstliche Finanzspritze des
Märchenkönigs.</p>
<p>Hier schließt nicht nur der wundersame Ring der Geschichte. Nach
so vielen außergewöhnlichen Erschütterungen und tief empfundenen
Leidenschaften darf ich nun einen Kontrapunkt setzen. Zum gewohnt
heiteren Nachspiel, d.h. zum Staatsempfang lade ich Sie alle
herzlich ein! Ich wünsche Ihnen ungeahnt anregende Gespräche und
einen wunderbar unbeschwerten Ausklang dieser großartigen
Opernnacht!</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10318298/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10318298/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Verabschiedung FOS 12 Marktredwitz</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort</em></p>
<p>- Anrede -</p>
<p>Ich freue mich sehr, liebe Abiturientinnen und Abiturienten,
heute mit Ihnen gemeinsam einen so wichtigen Meilenstein Ihres
bisherigen Lebens, den erfolgreichen Abschluss Ihrer Schullaufbahn
zu feiern! Gerne bin ich daher Ihrer Einladung, sehr verehrter Herr
Oberstudiendirektor Donnert, gefolgt, um heute den ersten
Abiturjahrgang der FOS Marktredwitz zu verabschieden!</p>
<p>Sie alle können auf Ihre Leistungen stolz sein! Ich gratuliere
Ihnen zu diesem schönen Erfolg, der für Sie, liebe Abiturientinnen
und Abiturienten, den Beginn eines neuen Lebensabschnittes
markiert! Gerne überbringe ich auch die herzlichen Glückwünsche der
gesamten Bayerischen Staatsregierung.</p>
<p>Von einem solchen Erfolg geht immer ein besonderer Glanz aus –
gerade bei einer solchen Feierstunde. Doch darf uns dieser Glanz
nicht darüber hinwehtäuschen: Jeder Erfolg hat eine Vorgeschichte.
Hinter jedem Erfolg steht harte Arbeit. Erfolg ist kein Zufall. Er
ist ein Ergebnis!</p>
<p>Heute Abend ernten Sie die langersehnten Früchte Ihrer Mühen.
Das ist wahrlich ein Grund sich zu freuen und zu feiern! Und das
sollten Sie auch wirklich tun: Denn wer sich über das Geleistete
freut, wer den eigenen Erfolg gehörig feiert – der tankt auch Kraft
und Mut für kommende Herausforderungen, zukünftige Aufgaben und
Chancen!</p>
<p>Und die nächste Aufgabe, die nächste Herausforderung, die
nächste Chance wartet bereits auf Sie alle. Oder um mit dem
Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, zu
sprechen: „Ganz egal, wie viel man getan hat oder wie erfolgreich
man war, es gibt immer noch mehr zu tun, noch mehr zu lernen, noch
mehr zu erreichen!“</p>
<p>In der Tat - wir leben in einer Zeit, die geprägt ist von
Umbrüchen. Die Anforderungen an junge Erwachsene, an
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich tagtäglich im
Berufsleben bewähren müssen, steigen stetig. Fundiertes Fachwissen
ist eine gute Grundlage, trägt aber keinen mehr durch ein ganzes
Berufsleben. Technisierung und Globalisierung erfordern
Flexibilität und Mobilität vom Arbeitnehmer. Zunehmende
Internationalisierung erfordert Sprachkenntnisse und
Vergleichbarkeit der Abschlüsse.</p>
<p>Wissen überholt sich immer schneller: Von 1800 bis 1900 – also
in 100 Jahren – hat sich das weltweite Wissen verdoppelt: Heute
können wir von einer Verdoppelung des Wissens alle vier Jahre
ausgehen, wobei in manchen Bereichen die Entwicklung noch viel
rasanter ist. So geht man im Bereich Informations- und
Kommunikationstechnologien von einer Halbwertszeit des Wissens von
nur eineinhalb Jahren aus.</p>
<p>Wir müssen daher der Bildung insgesamt, der Fortbildung wie der
beruflichen Weiterqualifizierung einen hohen Stellenwert einräumen!
In einem Land ohne Resourcen ist „Geist“, der bedeutendste
Rohstoff, den wir haben! Denn es sind die Köpfe der nächsten
Generation, die über die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft
entscheiden!</p>
<p>Dazu brauchen wir junge Menschen, die bereit sind in einen
Prozess des lebenslangen Lernens einzutauchen. Wir brauchen junge
Menschen, die etwas bewegen, entscheiden und erreichen wollen.
Kurz: Sehr verehrte Abiturientinnen und Abiturienten, wir brauchen
Ihren Mut, Ihre Begeisterung und Ihre Kraft! Wir brauchen junge
Menschen wie Sie!</p>
<p>Denn Sie als Absolventinnen und Absolventen einer Beruflichen
Oberschule mit den Ausbildungsrichtungen Wirtschaft, Technik und
Sozialwesen haben sich nicht nur Abschlüsse in den entscheidenden
Zukunftsfeldern erworben! Sie alle wissen auch aus eigener
Erfahrung, dass man durch Leistungsbereitschaft und Engagement mehr
aus sich machen, mehr erreichen kann!</p>
<p>Sie vereinen Theorie und Praxis auf das Beste! Sie alle sind der
lebende Beweis: Die FOS ist ein zweiter, ebenbürtiger Weg zum
Abitur! Dafür habe ich mich schon in meiner Amtszeit als
Kultusminister eingesetzt und dafür stehe ich heute ganz genauso
ein!</p>
<p>Wenn es Ziel ist, kein Talent verloren zu geben, dann muss auch
gewährleistet sein, dass es keine Sackgassen auf dem Weg zur
Weiterqualifizierung gibt. Unser Grundsatz lautet: „Kein Abschluss
ohne Anschluss“! Das bayerische Bildungswesen ist ein System der
wiederkehrenden Chancen! Vielfältig differenziert mit hoher
Durchlässigkeit bietet das bayerische Schulsystem auch nach der
Entscheidung zum Übertritt an eine weiterführende Schule am Ende
der vierten Klasse Chancen auf beste Bildungsabschlüsse!</p>
<p>Zwei Zahlen sollen dies verdeutlichen: Allein im Bereich der
beruflichen Schulen gibt es in Bayern bereits heute 15 verschiedene
Wege, um die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen. 40% der
Hochschulzugangsberechtigten kommen daher nicht aus dem Gymnasium,
sondern aus dem beruflichen Bereich.</p>
<p>Berufliche Oberschulen wie die FOS Marktredwitz haben unter den
bayerischen Schulen daher einen besonders hohen Stellenwert. Im
differenzierten bayerischen Bildungswesen bieten sie jungen
Menschen eine gleichwertige, stärker mit der Berufspraxis
verknüpfte Alternative zum Gymnasium. Damit sind die Beruflichen
Oberschulen ein zentraler Baustein zur Verwirklichung der Leitziele
bayerischer Bildungspolitik: Qualität und Gerechtigkeit.</p>
<p>Denn das ist es, was die Menschen nicht nur in Bayern, sondern
im ganzen Land wollen: Das hat der Volksentscheid in Hamburg dieser
Tage noch einmal unterstrichen: Die Bürgerinnen und Bürger haben
hier der Einheitsschule ein klares Nein entgegengesetzt. Sie haben
sich zugleich für mehr individuelle Förderung in einem
mehrgliedrigen Schulwesen ausgesprochen – wie wir das eben in
Bayern und insbesondere in Form der Beruflichen Oberschule
haben!</p>
<p>Mit ihren drei Säulen Allgemeinbildung, Fachtheorie und
Fachpraxis macht die Berufliche Oberschule den jungen Menschen ein
hochwertiges und zukunftsfähiges Angebot. Fünf
Ausbildungsrichtungen und unterschiedliche Abschlüsse nach der 12.
oder 13. Klasse ermöglichen auch innerhalb der Beruflichen
Oberschule individuelle Bildungswege, die zur Fachhochschule oder
zur Universität führen.</p>
<p>Auch in Marktredwitz wird der Weg zur Allgemeinen Hochschulreife
demnächst offenstehen: In Form einer Mischklasse in den
Ausbildungsrichtungen Wirtschaft und Sozialwesen bietet die FOS
Marktredwitz ab dem Schuljahr 2010/2011 erstmals die so genannte
FOS 13 an.</p>
<p>Mit ihrem hohen Qualitätsanspruch, ihrem ganz eigenen
Bildungsprofil und vielfältigen Fördermöglichkeiten ist die
Berufliche Oberschule in besonderer Weise ein Garant für
Chancenvielfalt und Bildungsgerechtigkeit im bayerischen
Schulwesen.</p>
<p>Das gilt im besonderen Maße für die FOS Marktredwitz! Die FOS
Marktredwitz ist eine Schule von heute für die Welt von morgen!</p>
<p>Sie vermittelt den jungen Menschen: Das vielfältig gegliederte
Schulwesen in Bayern bietet eine Fülle an Wegen und Chancen. Jeder
erhält hier die Möglichkeit, das Beste aus sich herauszuholen!</p>
<p>„Wo ein Wille ist, da ist ein Weg“ – könnte überhaupt der
Leitspruch dieser Schule sein: Erst vor zwei Jahren auf gemeinsame
Initiative der Landkreise Wunsiedel und Tirschenreuth gegründet hat
die FOS Marktredwitz schon Erfolgsgeschichte geschrieben.
Insbesondere durch hervorragende Kooperation mit den benachbarten
Schulen ist es Ihnen, sehr verehrter Herr Oberstudiendirektor
Donnert, gelungen, einen wirklich erfolgreichen Start hinzulegen!
Dafür sage ich Ihnen, allen beteiligten Schulen und allen
Lehrkräften herzlichen Dank!</p>
<p>Sie alle machen durch Ihre tägliche Arbeit, v.a. aber durch Ihr
außergewöhnliches Engagement möglich, was neben dem bloßen
Vermitteln von Stoff eben auch zu unserem bayerischen
Bildungsverständnis gehört: die Schülerinnnen und Schüler in ihrer
persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Oder wie es die
Bayerische Verfassung sagt: Es sind in der Schule auch „Herz und
Verstand“ zu bilden.</p>
<p>Denn unser gesellschaftliches Ziel sind mündige Bürgerinnen und
Bürger, also Menschen, die sich auch durch Kompetenzen auszeichnen
wie Selbstständigkeit, Verantwortung, Rücksichtnahme, Toleranz und
Kooperationsbereitschaft! Diese Kultur- und Sozialtechniken machen
ein wertorientiertes Gemeinwesen wie das unsere aus. Und genau das
hat nicht nur zum heutigen Erfolg Ihrer Schülerinnen und Schülern
beigetragen, sondern wird auch für den künftigen Erfolg unseres
Landes sorgen! Vielen Dank!</p>
<p>Erfolg hat eben immer viele Väter - und natürlich auch Mütter!
Daher gilt heute Abend mein Dank auch den tatsächlichen Müttern und
Vätern – eben den Familien! Sie haben Ihren Kindern ein Umfeld
geboten, in dem diese sich bestens entwickeln konnten. Sie haben
die Grundlagen gelegt, auf denen unsere Gesellschaft aufbaut. Sie
machen ihren Kindern Mut, motivieren, unterstützen und spornen an,
wenn es einmal nicht so glatt läuft. Dafür gilt Ihnen, den Müttern
wie Vätern, mein aufrichtiger Dank!</p>
<p>Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,</p>
<p>Sie erhalten heute die Bestätigung Ihrer persönlichen Kompetenz
und Leistung, auf die Sie stolz sein können. Betrachten Sie Ihr
Zeugnis als solide Basis, auf die Sie Ihr persönliches Glück und
Ihren beruflichen Erfolg gestellt haben! Denn mit dem Fachabitur
haben Sie sich einen der höchsten Bildungsabschlüsse, die unser
Land zu bieten hat, erworben! Viele Wege stehen Ihnen offen.</p>
<p>Welchen Weg Sie auch immer wählen – verlieren Sie nie Ihre
Begeisterung, Ihren Mut und Ihren Glauben an sich selbst! Ich
wünsche Ihnen auf Ihrem weiteren Weg viel Erfolg und Gottes
Segen!</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10318294/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10318294/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Gelöbnis von 720 Rekrutinnen / Rekruten in Heideck</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort</em></p>
<p><em>I. BEGRÜSSUNG</em></p>
<p>- Anrede -</p>
<p>Ihnen allen ein kräftiges bayerisches „Grüß Gott“.</p>
<p>Mein besonderer Gruß gilt Ihnen, liebe Soldatinnen und Soldaten
des II. Bataillons des Luftwaffenausbildungsregiments, sowie all
Ihren Eltern, Verwandten und Bekannten.</p>
<p>Ich überbringe Ihnen die herzlichsten Grüße unseres Bayerischen
Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Er dankt Ihnen für Ihre
Bereitschaft zum Dienst in der Bundeswehr und er wünscht Ihnen
alles Gute für die kommenden Aufgaben.</p>
<p>Als Vertreter der Bayerischen Staatsregierung ist es für mich
eine Ehre und eine große Selbstverständlichkeit, öffentlich Flagge
zu zeigen für unsere Bundeswehr. Das feierliche öffentliche
Gelöbnis bezeugt die traditionell enge Verbindung der Bayerischen
Staatsregierung zur Bundeswehr.</p>
<p>Wir alle wissen: Unsere Soldaten leisten einen wichtigen und
ehrenvollen Dienst für unser deutsches Vaterland.</p>
<p>Und auch die bayerische Bevölkerung zollt Ihnen Respekt und
Anerkennung – gerade hier in Heideck. Auf den Tag genau vor 45
Jahren wurde hier die älteste Patenschaft zwischen einer deutschen
Stadt und einem Bataillon der Luftwaffe aus der Taufe gehoben. Das
ist ein eindrucksvoller Beweis für die enge Verbundenheit der
Bürgerinnen und Bürger von Heideck mit ihren Soldaten.</p>
<p>Liebe Soldatinnen und Soldaten, seien Sie bei uns in Bayern
willkommen! Wir nehmen Sie stets als Freunde auf.</p>
<p>II. DIE TRADITION DES 20. JULI 1944</p>
<p>In tiefem Respekt und mit großer Dankbarkeit gedenken wir morgen
der mutigen Tat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Als
Wehrmachtsoffizier hat er das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli
1944 persönlich ausgeführt und verantwortet.</p>
<p>Die Widerstandskämpfer um Graf von Stauffenberg haben sich zu
ihrer Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen und gegenüber ihrem
Vaterland bekannt. Sie wollten die Terrorherrschaft des
Nationalsozialismus in Deutschland und Europa beenden und Recht und
Freiheit wiederherstellen.</p>
<p>Das Attentat scheiterte. Die Männer des 20. Juli bezahlten ihren
mutigen Einsatz mit dem Leben. Ihr entschlossenes Handeln in der
dunkelsten Zeit unserer Geschichte ist uns heute Mahnung und
Leitbild. Gewissen und Moral lassen sich nicht zum Schweigen
bringen.</p>
<p>Dieser heroische Einsatz für die Freiheit und für das Vaterland
prägt das Selbstverständnis der Bundeswehr. Seit 55 Jahren
verrichten die Männer und Frauen der Bundeswehr ihren Dienst für
Frieden, Freiheit und Demokratie. Alle Soldatinnen und Soldaten
setzen sich aus Überzeugung für die Grundwerte unserer Gesellschaft
ein. Dafür schulden wir ihnen Dank und Anerkennung. Die Bundeswehr
ist fester Bestandteil unserer demokratischen Gesellschaft.</p>
<p>Liebe Soldatinnen und Soldaten, heute geloben Sie öffentlich
Ihre Treue und Verbundenheit zu Staat und Gesellschaft. Auch Sie
stellen sich damit in die Tradition des 20. Juli 1944. Als
Angehörige der Bundeswehr sind Sie zugleich Staatsbürger in
Uniform. Sie haben die Pflicht zum Gehorsam. Sie haben aber – wie
wir alle – auch die Pflicht zum Gewissen. Seien Sie sich dieser
Verantwortung stets bewusst!</p>
<p>III. AUFGABEN DER BUNDESWEHR</p>
<p>Als Wehrpflichtige übernehmen Sie Verantwortung für die
Verteidigung unseres Landes und unserer freiheitlich demokratischen
Grundordnung. Als Zeitsoldaten sind Sie außerdem bereit, die
Sicherheit unseres Landes durch internationale Einsätze zu
verteidigen.</p>
<p>Der Dienst unserer Soldaten ist oft lebensgefährlich. Er ist
aber auch unverzichtbar.</p>
<p>Ich sage Ihnen Respekt und Dank für Ihren großen Beitrag zur
Sicherung von Frieden und Freiheit.</p>
<p>Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA wissen
wir: Sicherheitspolitik im beginnenden 21. Jahrhundert wird geprägt
vom weltweiten Kampf gegen den Terror.</p>
<p>Glücklicherweise sind wir in Deutschland bisher schweren
Anschlägen entgangen. Wir müssen alles tun, damit wir auch in
Zukunft sicher leben können. Deshalb beteiligt sich die
Bundesrepublik Deutschland an internationalen Friedenseinsätzen –
zum Beispiel in Afghanistan, im Kosovo sowie vor den Küsten
Somalias und des Libanons.</p>
<p>Deutschland muss auch in Zukunft seiner weltweiten Verantwortung
gerecht werden. Dabei gelten drei Leitlinien unserer
sicherheitspolitischen Staatsräson:</p>
<p>1. Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Freiheit und Demokratie lassen sich
nur in einem Bündnis Gleichgesinnter verteidigen. Wer Solidarität
erwartet und erfahren hat wie Deutschland, der muss auch
Solidarität geben. Durch das transatlantische Bündnis mit unseren
amerikanischen Freunden und mit den Partner in der NATO sichern wir
Freiheit, Sicherheit und Wohlstand.</p>
<p>2. Ohne Sicherheit keine Freiheit.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wer nicht in Sicherheit leben kann,
ist zutiefst unfrei. Das lehren uns die Kriege des 20. Jahrhunderts
und der internationale Terrorismus der Gegenwart.</p>
<p>3. Sicherheit braucht Zusammenarbeit.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Auf die globalen Gefährdungen kann
die Welt nur durch gemeinsames Handeln reagieren. Sicherheit und
den Schutz von Freiheit und Demokratie gibt es nur als
koordinierte, vernetzte und internationale Sicherheit.</p>
<p>Für diese Prinzipien steht besonders unser
Bundesverteidigungsminister aus Bayern, Karl-Theodor zu Guttenberg.
Dafür steht auch die gesamte Bayerische Staatsregierung.</p>
<p>IV. ZUKUNFT DER WEHRPFLICHT</p>
<p>Die internationale Einsatzfähigkeit der Bundeswehr muss auch in
Zukunft gewährleistet bleiben – auch vor dem Hintergrund knapper
öffentlicher Kassen. Eine Strukturkommission erarbeitet derzeit
Vorschläge zur Zukunft der Bundeswehr.</p>
<p>Auch die Beibehaltung der Wehrpflicht steht auf dem Prüfstand.
Allerdings muss die Aussetzung oder Abschaffung der Wehrpflicht
wohlüberlegt sein. Denn die Wehrpflicht ist ein deutsches
Erfolgsmodell:</p>
<ul>
<li>Die Wehrpflicht ist bewährter Bestandteil unserer Verfassung
und Werteordnung.</li>
<li>Die Wehrpflicht ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Truppe
und Gesellschaft.</li>
<li>Die Wehrpflicht erleichtert die Nachwuchsgewinnung und die
Verjüngung der Truppe. Dafür sind Sie, liebe Soldatinnen und
Soldaten, der beste Beweis.</li>
</ul>
<p>Wir in Bayern sind stolz auf die Bundeswehr.</p>
<p>Wir sind stolz auf diese junge Generation, die bereit ist, für
unser Vaterland Verantwortung zu übernehmen.</p>
<p>Sie und Ihre Kameraden können sich der Unterstützung der
Bayerischen Staatsregierung stets sicher sein.</p>
<p>Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen.</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10317917/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10317917/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Gaufest bayerischer Gebirgstrachten-Erhaltungsvereine</title>
<description><![CDATA[<p>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort</p>
<p>- Anrede -</p>
<ul>
<li>Herzliches „Grüß Gott“ allen Trachtlerinnen und
Trachtlern!</li>
<li>Herzliches „Grüß Gott“ allen Einheimischen und allen Gästen aus
nah und fern, die Sie heute gekommen sind, um mit den
Trachtlerinnen und Trachtlern zu feiern!</li>
</ul>
<p>Es ist mir eine große Freude und ausgesprochene Ehre, beim 120.
Gautrachtenfest des Gauverbandes I Oberbayerischer
Gebirgstracht-Erhaltungsvereine hier in Ampfing zu sein!</p>
<p>Es gibt ja wirklich viel zu feiern! Der
Gebirgstrachtenerhaltungsverein „Isentaler“ Ampfing begeht heute
gleichzeitig sein 100-jähriges Gründungsfest! Das ist ein schönes
Doppeljubiläum! Als Bayerischer Ministerpräsident gratuliere ich
dazu von ganzem Herzen!</p>
<p>„Bewahret treu und echt der Väter gute Sitten, der Heimat heilig
Recht“ – so lautete der Wahlspruch der Ampfinger Burschen, die auf
Anregung des bekannten Musikers Schorsch Raspl am 23.10.1910 den
Trachtenverein gründeten.</p>
<p>Und diese Idee trägt Sie alle heute noch: Sie sind bis heute die
Hüter und Bewahrer unserer bayerischen Volkskultur, unseres
Traditionsbewusstseins und unseres Geschichtsbewusstseins.</p>
<p>Sie alle tragen heute mit Stolz Ihre Tracht und zeigen dadurch
einmal mehr, wie wichtig gelebte Traditionen sind, wie wichtig ein
wacher Blick in unsere Vergangenheit bleibt: Das prägt unsere
Identität und unser Selbstverständnis. Das schafft
Gemeinschaftsgefühl und gibt sicheren Halt.</p>
<p>Dieses Bekenntnis zu Tradition und Brauchtum verleiht uns aber
auch Kraft – die Kraft, um in einer Welt des Wandels zu bestehen.
Denn wir brauchen unsere geistigen und kulturellen Wurzeln, wenn
wir die Chancen einer stetig sich verändernden Welt nutzen wollen!
Wir brauchen unsere Vergangenheit für unsere Zukunft!</p>
<p>Und auch in dieser Erkenntnis folgen wir einer guten Tradition:
Der erste Trachtenverein ist am Ende des 19. Jahrhunderts gegründet
worden, weil im Zuge der Industrialisierung die landesübliche
„Lederhos‘n“ immer mehr verschwand. Das wollte der Kreis um Josef
Vogl, dem Vater der Trachtenvereine, um jeden Preis verhindern! Im
Kampf gegen den Konformismus waren darum schon 1883 Hebung und
Förderung der Vaterlandsliebe, Wiederauffrischung der Volkstracht,
Neubelebung des Volksgesanges und der geselligen, untadelhaften
Unterhaltung als Vereinsziele festgeschrieben worden.</p>
<p>Heute, im Zeitalter der Globalisierung, können wir diesen
Rückzug ins Vertraute wieder beobachten: Je mehr wir Europäer, je
mehr wir Weltbürger werden, desto wichtiger erscheint uns auch im
Gegenzug der Erhalt unserer regionalen Eigenheiten, unserer
regionalen Identität. Und je mehr uns im vereinten Europa, in
unserer nun so klein gewordenen Welt auch wieder Konformität
abverlangt und auferlegt werden, desto mehr brauchen wir Wurzeln,
die uns halten!</p>
<p>Und das sind neben unseren Familien und Freunden, neben unseren
Landschaften, Städten und Dörfern eben auch unsere Traditionen und
unsere christlich-abendländische Kultur.</p>
<p>Und darum leben auch 95% der Menschen gerne in Bayern, wie eine
aktuelle Studie des BR besagt!</p>
<p>„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das
Weitergeben der Flamme“ - hat der englische Staatsmann Thomas Morus
einmal gesagt.</p>
<p>Deshalb lassen sich Trachten, Traditionen und Volkskultur nicht
durch Volkskundler und Museen konservieren! Deshalb müssen sie von
den Menschen selbst gelebt werden! Die „Isentaler“ wussten das
schon vor 100 Jahren: Der Kult ums G’wand, das heißt die
traditionelle Oberlandler Tracht war von Anfang an mit dabei!</p>
<p>Sie alle, liebe Trachtlerinnen und Trachtler, leben mit den von
Generation zu Generation überlieferten Bräuchen. Sie alle geben
diese Bräuche an die nachfolgende Generation weiter. Am Tag der
offenen Tür der Bayerischen Staatskanzlei vor wenigen Wochen in
München konnte ich mich davon selbst überzeugen: Ihre
Trachtenjugend führt fort, was die Gründungsväter im letzten
Jahrhhundert begonnen haben! Und die Beteiligung am Wertebündnis
ist nur eine der vielen Aktivitäten der jungen Trachtler, in denen
das zum Ausdruck kommt!</p>
<p>Und was mir als Bayerischer Ministerpräsident am wichtigsten
erscheint - Sie verkörpern selbst, was Bayern ausmacht:</p>
<ul>
<li>Stolz auf unsere Jahrhunderte alten Traditionen</li>
<li>Stärke einer an christlichen Werten orientierten
Gesellschaft</li>
<li>Liebe zur bayerischen Heimat und damit auch den Willen
bayerische Eigenstaatlichkeit und Eigenständigkeit zu
behaupten!</li>
</ul>
<p>Das verdient unser aller Dank und Anerkennung! Ein herzliches
„Vergelt’s Gott“!</p>
<p>Ich wünsche nun Ihrer Arbeit weiterhin viel Erfolg und Ihnen
allen viel Freude bei Ihren Jubiläumsfeierlichkeiten! „Pfüa Gott“
und Gottes Segen!</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10317900/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10317900/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>200 Jahre Zugehörigkeit Erlangen zu Bayern</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort</em></p>
<p>- Anrede -</p>
<p>Der Anfang war nicht einfach. Innerhalb eines guten Jahrzehnts
fielen die meisten Territorien des alten Fränkischen Reichskreises
an das noch junge und von Montgelas rigoros modernisierte
Königreich Bayern. Mit sehr gemischten Gefühlen blickte man daher
in Franken auf das neue bayerische Regiment:</p>
<p>So trauerten die aufgeklärten Ansbacher den Reformen ihrer
preußischen Herrschaft nach und befürchteten 1806 eher einen
Rückschritt durch das katholische Bayern.</p>
<p>Im Würzburgischen hingegen hatte gerade der Rationalismus der
bayerischen Bürokratie bereits 1803 tiefe Wunden in die fromme
fränkische Volksseele geschlagen: Ganze Wallfahrten widmeten sich
dort der Bitte, Gott möge für die „Fortschaffung der bayerischen
Regierung“ sorgen!</p>
<p>Und Erlangen? Den Erlangern wiederum erschien die weiß-blaue
Zukunft geradezu rosig. 1806 war Erlangen unter französische
Herrschaft geraten. Als „pays reservé“, als Verhandlungsmasse von
den Franzosen verwaltet, bedeutete für Erlangen die Zeit unter der
Trikolore eine Phase des wirtschaftlichen Niedergangs. Als am 4.
Juli 1810 allerorts bayerische „Besitzergreifungspatente“
angeschlagen wurden, war Erlangen darum einfach erleichtert!</p>
<p>200 Jahre nach diesen politischen und territorialen Umwälzungen
in der Mitte Europas, aus denen das moderne Bayern hervorging, kann
ich als Bayerischer Ministerpräsident nur einmal mehr betonen: In
der bayerischen Geschichte ist es ein ausgesprochener Glücksfall,
dass das ehemalige Fürstentum Bayreuth und mit ihm die Stadt
Erlangen zum neu begründeten Königreich kam! Gerne bin ich daher
heute Ihrer Einladung, sehr verehrter Oberbürgermeister Dr.
Balleis, gefolgt, um mit Ihnen allen gemeinsam dieses historisch
bedeutsame Datum zu würdigen.</p>
<p>Denn die fränkischen Territorien mit ihren Geistes- und
Technologiezentren wie Erlangen haben Bayern ungemein bereichert,
ergänzt und gestärkt. In Bayern sind wir stolz auf unsere Franken!
Wie ich schon vor wenigen Tagen auf dem „Tag der Franken“ in
Kulmbach gesagt habe: Die Franken waren und sind Bayerns Motor auf
dem Weg in die Zukunft. Die Franken haben einen wesentlichen Anteil
daran, dass Bayern heute ist, was es ist: ein starkes, kreatives
und zukunftsorientiertes Land, das seine Stärke aus der Vielfalt
seiner Regionen schöpft!</p>
<p>Und gerade Erlangen mit seiner großen Geschichte und seiner
großen Zukunft ist dafür ein besonders gutes Beispiel!</p>
<p>Dieser Tage [9. Juli 2010] feierten Sie ja gerade erst die erste
urkundliche Erwähnung Ihrer schönen und traditionsreichen Stadt:
Als „villa erlangon“ ist Erlangen schon im Jahr 1002 in einer
Urkunde Kaiser Heinrichs II. vermerkt! Dazu sage ich allen
Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Erlangen und vor allen Ihnen,
sehr geehrter Oberbürgermeister Dr. Balleis, herzlichen Glückwunsch
- nicht viele Orte in Bayern können auf ein ganzes Jahrtausend so
bewegter und bewegender Stadtgeschichte zurückschauen.</p>
<p>Am Werden und Wachsen Ihrer Stadt waren viele beteiligt - allen
voran natürlich über Jahrhunderte hinweg die Markgrafen, deren
Baumeister das barocke Stadtbild prägten. Es ist auch der Toleranz
und dem Weitblick eines Markgrafen zu verdanken, dass sich ab 1686
französische Hugenotten in Erlangen ansiedelten. Mit diesen
Religionsflüchtlingen kamen moderne Wirtschaftszweige und
Produktionsmethoden, die neuen Schwung und französisches Flair in
die Stadt brachten. Und auch einem Markgrafen ist es geschuldet,
dass Erlangen schon 1743 eine Universität bekam. Diese ist bis
heute bester Garant für „viel Bewegung“, wie schon um 1806 der
damalige französische Provinzgouverneur, Baron Camille de Tournon,
befand.</p>
<p>Bei aller kultureller Nähe zu Frankreich – als Herrscher wollten
sie die Erlanger nicht. Da waren ihnen die Wittelsbacher schon
lieber. Und die bayerischen Könige enttäuschten die hoffnungsfrohen
Erlanger nicht: Unter den Wittelsbachern wurde die Universität
erheblich ausgebaut – und zwar nicht nur die theologische Fakultät,
die im nun bikonfessionellen Bayern eine tragende Rolle spielte.
Mitte des 19. Jahrhunderts führte die von König Max II. betriebene
Umstrukturierung auch Medizin und Naturwissenschaften in die Höhe.
Dazu brachten der Anschluss an die Eisenbahn und der 1842
fertiggestellte Ludwig-Donau-Main-Kanal der Stadt wirtschaftlichen
Aufschwung.</p>
<p>Nach dem zweiten Weltkrieg kamen aus Berlin die Siemensianer,
die im Verein mit den Vertriebenen aus dem Sudetenland und den
anderen deutschen Ostgebieten sowie der US-Armee der
Stadtentwicklung weitere zukunftsorientierte Impulse gaben.</p>
<p>Was lehrt uns dieser Blick in die Vergangenheit? Erlangen war
immer offen für Neues. Das war Grundlage des Erfolgs und das ist
auch heute noch so. Erlangen ist heute ein blühender
Wirtschaftsraum und ein erfolgreicher Wissenschaftsstandort. Nach
der letzten Prognos-Studie belegt Erlangen sogar den 4. Platz unter
den Top-Zukunftsstandorten in Deutschland.</p>
<p>Denn in der gesündesten Stadt Bayerns lebt man nicht nur gesund.
Hier ist auch jeder Vierte im Bereich Medizin und Gesundheit
beschäftigt. Rückgrat des fränkischen „Medical Valley“ ist der in
Erlangen angesiedelte Siemens-Bereich Medizintechnik (Medical
Solutions/Med), weltweit einer der größten Anbieter im
Gesundheitswesen. Zudem gilt Erlangen nachweislich als optimaler
Stützpunkt für Start-up-Firmen im Bereich Medizintechnik, Pharma
und Biotechnologie.</p>
<p>Erlangen ist erfolgreicher Hochschulstandort von internationalem
Rang. Aus der Exzellenzinitiative des Bundes ist die Universität
Erlangen-Nürnberg mit großem Erfolg hervorgegangen: 2006 erhielt
die zweitgrößte Universität Bayerns mit rund 26.000 Studierenden
den Zuschlag für die Förderung der Erlangen Graduate School in
Advanced Optical Technologies. 2007 wurde auch der
Forschungsschwerpunkt „Engineering of Advanced Materials and
Processes“ genehmigt.</p>
<p>In Erlangen wird die Technik von morgen schon heute entwickelt:
Die Metropolregion Erlangen/Fürth/Nürnberg gehört mit zwei dort
angesiedelten Fraunhofer-Instituten zu den wichtigsten Standorten
außeruniversitärer Forschungseinrichtungen im Bereich
Mikroelektronik und IuK in Bayern. Mit der Entwicklung des
MP3-Players wurde das Institutszentrum Erlangen sogar
weltbekannt!</p>
<p>Überhaupt hat sich diese Metropolregion in den letzten Jahren zu
einem Kraftzentrum Bayerns entwickelt – trotz des Strukturwandels:
Von einem überwiegend industriellen Produktionsstandort ist diese
Region nun auf einem guten Weg hin zu einem zukunftsträchtigen
Branchenmix aus Dienstleistung, Handel, Verkehr und Industrie.</p>
<p>Erlangen ist auch ein Vorbild für Integration! Nach dem
Modellversuch „Islamunterricht“ an Schulen, verstärkt die Stadt
Erlangen nun ihre Bemühungen, um den Aufbau eines Zentrums für
islamische Studien an der Universität Erlangen-Nürnberg
voranzutreiben. Für dieses vorbildliche soziokulturelle Engagement
spreche ich allen Beteiligten und Ihnen, sehr geehrter Herr
Oberbürgermeister, meine Anerkennung aus.</p>
<p>Ob barocke Planstadt oder Hugenottenstadt, ob Universiäts- oder
Siemensstadt, ob Ökostadt oder Medizin- und Gesundheitsstadt –
Erlangen ist in all seinen Facetten eine lebens- und liebenswerte
Stadt, die große Erfolge vorzuweisen hat.</p>
<p>Und diese Erfolgsgeschichte Erlangens möchten wir fortschreiben:
Die Bayerische Staatsregierung unterstützt in vielfältiger Weise
den gesamten Regierungsbezirk Mittelfranken und insbesondere die
Stadt Erlangen als eine unserer innovativsten Zukunftsregionen.
Denn trotz knapper Kassen geben wir neue Impulse für die
Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Wir in Bayern setzen auf
Innovation und Forschung.</p>
<p>Um unsere „Bundeshauptstadt der Medizintechnik“ Erlangen weiter
voranzubringen, haben wir daher nicht nur in die Errichtung eines
Forschungsgebäudes am Klinikum Erlangen rund 17 Mio. € investiert.
Wir wollen auch Existenzgründern mit innovativen Ideen einen
idealen Rahmen bieten! Darum hat der Freistaat Bayern den Aufbau
des Innovations- und Gründerzentrums der Region
Nürnberg-Fürth-Erlangen (IGZ) gefördert und die Gründung des
Innovationszentrums Medizintechnik und Pharma (IZMP) mit fast 12,5
Mio. € unterstützt.</p>
<p>Die Bayerische Staatsregierung wendet erhebliche Mittel für den
Ausbau der Hochschullandschaft in ganz Mittelfranken auf.
Hervorzuheben ist der Neubau des Chemikums an der Universität
Erlangen-Nürnberg. Zudem werden im Rahmen des
Hochschulausbauprogramms an der FAU Erlangen-Nürnberg mehr als
4.000 zusätzliche Studienplätze geschaffen und für große
Baumaßnahmen 38,5 Mio. € investiert.</p>
<p>Mit der Gründung des Max-Planck-Instituts für die Physik des
Lichts in Erlangen 2009 konnte erstmals in Bayern ein
Max-Planck-Institut außerhalb des Großraums München gegründet
werden. Neben diesem Leuchtturmprojekt werden wir auch die Gründung
von zwei weiteren Fraunhofer-Instituten in Nürnberg und Fürth mit
einem Investitionsvolumen von rund 50 Mio. € realsieren.</p>
<p>Wir in Bayern wissen: Die Insolvenz von Quelle war in der
betroffenen Region Nürnberg-Fürth für die Arbeitnehmer und ihre
Familien ein schwerer Schlag. Deshalb haben wir für die Region ein
kraftvolles Modernisierungs- und Strukturprogramm von weit über 105
Mio. € aufgelegt.</p>
<p>Und das beweist einmal mehr: Wir Bayern halten zusammen! Die
unterschiedlichen Stärken der Franken, der Altbayern, der Schwaben
und der nach dem Zweiten Weltkrieg hinzugekommenen Sudetendeutschen
haben Bayern groß gemacht! Durch ihr Zusammenwirken und ihren
Zusammenhalt hat Bayern Erfolgsgeschichte geschrieben! Auch das
gilt es heute zu feiern!</p>
<p>95 % der Menschen leben gern in Bayern. Die Menschen, ob in
Altbayern, Schwaben oder Franken, sie fühlen sich hier wohl. Bayern
ist Heimat. Es sind die Menschen, die Bayern zur Heimat machen. Wir
dürfen stolz sein auf das, was unsere Vorfahren und was unsere
Generation aus Bayern gemacht haben. Bayern ist heute in vielen
Bereichen Spitze. Das sieht man gerade hier in Erlangen.</p>
<p>Wir blicken heute auf 200 Jahre gemeinsame Geschichte zurück.
Ich wage zu behaupten: Das waren summa summarum 200 gute Jahre für
Bayern und für die Stadt Erlangen!</p>
<p>Nicht zuletzt zeigt ja dieser Gedenkstein, vor dem wir heute
feiern, dass die Erlanger das genauso sehen: Denn dieser
Gedenkstein wurde ja schon 1910 von einem Erlanger Bürger
gestiftet! Unter großem Jubel der Bevölkerung war damals Prinz
Ludwig III. zum 100-jährigen Jubiläum der „Bayerisch-Werdung“
Erlangens erschienen. Und auch das beweist: Gegenseitige Sympathie
und Respekt gab es von Anfang an auf beiden Seiten.</p>
<p>Erlangen und Bayern - das ist eine Verbindung mit reicher
Vergangenheit und mit großer Zukunft! Lassen Sie uns alle darauf
mit einem kühlen Krug des berühmten Erlanger Biers anstoßen!</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10317896/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10317896/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Einweihung des Theologicums der LMU München</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort</em></p>
<p><em>- Anrede -</em></p>
<p>I. BEGRÜSSUNG</p>
<p>Die Begeisterung für den Fußball hat in den letzten Wochen den
gesamten Globus in seinen Bann gezogen – auch meine Person. Für uns
Deutsche ist das Sommermärchen 2010 leider nicht Wirklichkeit
geworden.</p>
<p>Dafür wird an der LMU heute ein anderes Sommermärchen wahr: die
Einweihung des neuen Theologicums.</p>
<p>Auch wenn zwischen dem Fußballkult und dem christlichen Glauben
„metaphysische“ Welten liegen. Für einen Laien wie mich gibt es
doch auffallende Gemeinsamkeiten:</p>
<ul>
<li>Beide begeistern und bewegen Menschen, ich erinnere nur an das
Münchner Highlight, den Ökumenischen Kirchentag.</li>
<li>Beide überzeugen als Botschafter für Toleranz und
interkulturellen Dialog.</li>
<li>Beide schöpfen ihren Erfolg aus Zusammenhalt, Ausdauer und
Zuversicht.</li>
</ul>
<p>Auch die Katholisch-Theologische und die
Evangelisch-Theologische Fakultät der LMU haben in den letzten
Jahren Ausdauer und Zuversicht gezeigt. Beide haben geduldig auf
das Ende der Baumaßnahme „Theologicum“ gewartet.</p>
<p>Heute nun ist die Ära des „Baustellenbotens“ definitiv
Geschichte.</p>
<p>Verehrte Mitglieder der evangelischen Fachschaft, Sie müssen
sich nun einen neuen Titel für Ihr Vorlesungsverzeichnis
suchen.</p>
<p>Ich danke allen, die das „Theologicum“ mit Engagement und
Tatkraft realisiert haben.</p>
<p>Vergelt`s Gott! Sie haben ein Juwel geschaffen!</p>
<p>II. THEOLOGICUM – SIGNAL FÜR EINE LEBENDIGE ÖKUMENE IN
BAYERN</p>
<p>Johann Wolfgang von Goethe hat einmal gesagt:</p>
<p>„Drei Dinge sind an einem Gebäude zu beachten: dass es am
rechten Fleck stehe, dass es wohlgegründet und dass es vollkommen
ausgeführt sei.“</p>
<p>Das Theologicum erfüllt alle diese Kriterien:</p>
<p>Erstens: Das Theologicum steht im Adalbertstrakt der LMU, der
Herzkammer des Universitätshauptgebäudes, und damit am „rechten
Fleck“- im Herzen der Landeshauptstadt München.</p>
<p>Zweitens: Das Theologicum ist „wohlgegründet“ als offener Tempel
der Forschung, der Lehre und des religiösen Dialogs. Es ist ein
Signal für wissenschaftliche Zusammenarbeit im Zeichen der Ökumene
– auch mit der orthodoxen Theologie.</p>
<p>Und drittens: Das Theologicum wird seine theologische und
gesellschaftliche Mission als wissenschaftliche Zukunftswerkstatt
„vollkommen“ erfüllen, weil es viele Verbündete und Freunde
hat.</p>
<p>Dazu gehört auch der Freistaat Bayern:</p>
<p>Wir haben die Umbaumaßnahmen im Adalberttrakt mit 6,4 Mio € aus
dem Programm „Zukunft Bayern 2020“ ermöglicht.</p>
<p>Am Anfang der Universitäten stand die Theologie. Sie ist die
erste der vier klassischen Fakultäten. Wenn auch die Universitäten
heute vielfach aufgefächert sind und die klassische
Fakultätsstruktur oft nicht mehr erkennbar ist – die Theologie ist
erkennbar geblieben und wird mit dem Theologicum auch klar sichtbar
sein. Und das ist gut so.</p>
<p>Selbstverständlich ist es die erste Aufgabe des Theologicums und
der hier Lehrenden, gute Theologen auszubilden, ob Priester oder
Laien. Aber Religion will wirken, auf den Einzelnen wie in der
Gesellschaft.</p>
<p>III. WERTEDISKURS ZWISCHEN STAAT, KIRCHE UND GESELLSCHAFT ALS
KOMPASS</p>
<p>Golo Mann hat einmal gesagt:</p>
<p>„Humanität ohne Glauben ist wie eine Blume, der die Wurzel
fehlt.“</p>
<p>Wir wissen um unsere Wurzeln. Unser Gemeinwesen ist nicht
wertneutral - trotz der Trennung von Staat und Kirche. Unsere Werte
sind geprägt vom christlichen Menschenbild und von der
christlich-abendländischen Tradition.</p>
<p>Die Theologie schafft die Architektur für dieses Wertefundament.
Deshalb ist sie auch im 21. Jahrhundert eine unverzichtbare
Wissenschaft.</p>
<p>Gerade in Zeiten der Krise und des Umbruchs, in Zeiten der
Globalisierung, der Beschleunigung und des technologischen
Fortschritts brauchen wir unsere Kirchen als Kompass und
Korrektiv.</p>
<p>Existentielle Fragen unseres Menschseins – Zukunftsthemen wie
soziale Gerechtigkeit, Lebensschutz, Wertewandel, Umwelt- und
Klimaschutz – haben eine brisante ethische Dimension.</p>
<p>Hier brauchen wir einen breiten öffentlichen Zukunftsdiskurs.
Und vor allem eine klare, konsequente Positionierung unserer
Kirchen.</p>
<p>Politik muss sich in einer pluralistischen Gesellschaft oft auf
Kompromisse verständigen. Aber gerade diese bedürfen der „ethischen
Dignität“.</p>
<p>Deshalb brauchen wir Kirchen, die nicht nur auf der
Zuschauertribüne sitzen, sondern auf dem Spielfeld agieren.
Kirchen, die ihre breite gesellschaftliche Präsenz als Potential
nutzen und sich in den aktuellen Wertediskurs einmischen.</p>
<p>Mit dem Theologicum haben wir einen wertvollen Resonanzraum für
diesen Wertediskurs gewonnen. Ich freue mich über das Angebot an
interdisziplinären Seminaren der theologischen Fakultäten. Hier
werden Fragen der Sozial- und Bioethik, aber auch der politischen
oder der Wirtschaftsethik fokussiert. Das zeigt:</p>
<p>Die Theologie stellt sich ihrer gesellschaftlichen
Verantwortung. Sie hat den Menschen als Ganzes im Blick. Sie ist
ein wichtiger Baumeister für eine wertorientierte, zukunftsfähige
Gesellschaft.</p>
<p>IV. AUFBRUCH IN EINE WERTORIENTIERTE UND GUTE ZUKUNFT</p>
<p>Bayern ist ein christlich geprägtes Land – und das soll auch in
Zukunft so bleiben!</p>
<p>Wir sagen JA zum Religionsunterricht an unseren Schulen. Unsere
Religionslehrerinnen und –lehrer geben unser religiöses Erbe an
unsere Kinder weiter. Sie lehren christliche Werte und soziale
Verantwortung. Das ist ein unbezahlbarer Dienst für unsere
Gesellschaft.</p>
<p>Wir sagen JA zum Kreuz in unseren Klassenzimmern. Der
Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ist der Meinung, das
Kreuz im Klassenzimmer verletze die Religionsfreiheit.</p>
<p>Ich sage: Das Kreuz mahnt zu Menschlichkeit und Toleranz. Es
gehört zur kulturellen Identität unserer Heimat.</p>
<p>Wir sagen JA zu unseren theologischen Fakultäten und Instituten.
Die Theologie ist unser Navigationssystem für den interreligiösen
Dialog in einer globalen Welt. Eine zukunftsfähige und
wertorientierte Gesellschaft braucht die Gestaltungskraft unserer
christlichen Kirchen.</p>
<p>Und sie braucht ein sensibles Wertebewusstsein. Werteerziehung
und Wertebildung sind zentrale Zukunftsaufgaben. Deshalb hat die
Staatsregierung im März das „Wertebündnis Bayern“ geschmiedet. Mit
rund 65 bayernweit engagierten Organisationen und Verbänden wollen
wir das Wertefundament unserer Gesellschaft stärken.</p>
<p>„Gemeinsam stark für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.“
– unter diesem Motto wollen wir jungen Menschen Erfahrungsräume
eröffnen, um Werte erleben und leben zu können.</p>
<p>Von den Eltern, Erziehern, Lehrkräften, Ausbildern und
Professoren bis hin zu den zahlreichen Akteuren in der Jugendarbeit
oder in den Kirchengemeinden wollen wir alle „Werteerzieher“ für
den Aufbruch in eine wertorientierte, gute Zukunft gewinnen.</p>
<p>Ich freue mich, dass sich auch Vertreter der christlichen
Kirchen und die bayerischen Universitäten am Wertebündnis
beteiligen.</p>
<p>Als Ministerpräsident und als Christ bin ich dankbar für das
vertrauensvolle Verhältnis zwischen Staat und Kirche bei uns in
Bayern. Wir in Bayern stehen zum Konkordat und zum
Staatskirchenvertrag und weisen billige Polemik dagegen entschieden
zurück.</p>
<p>Nur gemeinsam – mit den Kirchen - gelingt der Aufbruch in eine
wertorientierte, gute und friedliche Zukunft.</p>
<p>IV. SCHLUSS</p>
<p>Gestern haben wir den Schlusspfiff der Fußballweltmeisterschaft
erlebt.</p>
<p>Heute schon feiern wir den Anpfiff im neuen Theologicum der
LMU.</p>
<p>Ich gratuliere den beiden Teams – der katholischen und der
evangelischen Fakultät – zu ihrer neuen Arena.</p>
<p>Ich wünsche Ihnen allen zum Saisonauftakt dieser neuen Ära:</p>
<p>Teamgeist, Spielfreude und Gottes Segen!</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10316487/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10316487/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Festspiel &#034;Vom Hussenkrieg&#034;</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort</em></p>
<p>- Anrede -</p>
<p>Ein herzliches Willkommen in Neunburg vorm Wald!</p>
<p>Auch in der 28. Spielsaison ist der romantische Burghof der
ehemaligen Wittelsbacher-Residenz wieder die perfekte Kulisse für
das hintersinnige Drama um Liebe, Hass und Tod. Professionell in
Szene gesetzt von Regisseur Nikol Putz zieht nicht nur dieses
einmalige Ambiente den Zuschauer in Bann: 150 Mitwirkende aus und
rund um Neunburg vorm Wald werden von Juli bis August Ihr Bestes
geben.</p>
<p>Anspruchsvoll und mitreißend zugleich ist dieses einzigartige
Volksschauspiel ein besonders heller Stern unseres weiß-blauen
Kulturhimmels:</p>
<p>Das Freilichtspiel ist das beeindruckende Ergebnis vieler
gemeinschaftlicher ehrenamtlicher Arbeitsstunden der Bürgerinnen
und Bürger der Stadt Neunburg vorm Wald. Sie stellen das Spiel als
Gemeinschaft auf die Beine, sie bringen es als Gemeinschaft auf die
Bühne und feiern es als Gemeinschaft.</p>
<p>Sie alle zeigen damit, dass Miteinander und Zusammenhalt auch im
21. Jahrhundert das beste Erfolgsrezept sind!</p>
<p>Zudem schärfen Sie durch den engen historischen Bezug das
Bewusstsein für die Geschichte, Traditionen und Kultur unserer
schönen Heimat Oberpfalz. Sie zeigen damit, wie wichtig der Blick
in die Vergangenheit doch bleibt: Denn der Blick zurück prägt nicht
nur unsere Identität und unser Selbstverständnis, sondern auch
unser Gemeinschaftsgefühl.</p>
<p>Auf der Basis dieses Bewusstseins legen Sie ein lebendiges und
wertvolles Zeugnis dafür ab, dass die Basis unseres friedlichen,
geeinten und freien Europas eben Verständigung und wohlwollendes
Miteinander sind.</p>
<p>Vorbildhaft setzen sich die Akteure des Neunburger
Freilichtspiels damit seit gut drei Jahrzehnten für die guten und
freundschaftlichen Beziehungen zwischen Bayern und dem Nachbarland
Tschechien ein.</p>
<p>Und nicht nur die grenzüberschreitende Vereine wie die 1998
gegründete „Vereinigung der Städte mit hussitischer Geschichte und
Tradition“ sind ein schöner Beweis für diese völkerverbindende
Funktion: Es gibt keinen schöneren Beweis als die diesjährige
Schirmherrschaft des Fürsten Karl zu Schwarzenberg, ehemaliger und
zukünftiger Außenminister der tschechischen Republik.</p>
<p>Für diese künstlerische, kulturelle und völkerverbindende Arbeit
bedanke ich mich bei allen Mitwirkenden, Helfern und Förderern
dieses einzigartigen Volksschauspiels! Mein besonderer Dank gilt
auch Herrn Wolfgang Bayerl, 1. Bürgermeister der Stadt Neunburg
vorm Wald, und Herrn Theo Männer, 1. Vorsitzender des
Festspielvereins! Sie haben dieses herausragende Kulturereignis
auch dieses Jahr wieder möglich gemacht.</p>
<p>Ich wünsche Ihnen allen einen herrlichen Theatersommer und dem
Freilichtspiel viele begeisterte Zuschauer.</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10316252/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10316252/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>90 Jahre Bayer. Verwaltungsschule Holzhausen</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.</em></p>
<p>I. BEGRÜSSUNG</p>
<p>- Anrede -</p>
<p>Ihnen allen ein herzliches „Grüß Gott“. Ich bin sehr gerne an
den Ammersee gekommen, um mit Ihnen allen zusammen das 90-jährige
Jubiläum der Bayerischen Verwaltungsschule zu begehen.</p>
<p>Vielen Dank für Ihre freundliche Einladung zu diesem
Festakt.</p>
<p>Unser Bayerischer Ministerpräsident Horst Seehofer bedauert
sehr, heute nicht persönlich anwesend sein zu können. Wie ihnen
vielleicht bekannt ist, verbindet auch er persönliche Erinnerungen
mit diesem Haus und hätte deshalb auch sehr gerne mit Ihnen
gefeiert. Leider hindern ihn unverschiebbare terminliche
Verpflichtungen. Er grüßt Sie jedoch alle aufs herzlichste und
beglückwünscht die Schule zu ihrem Jubiläum.</p>
<p>II. DIE BEDEUTUNG DER BAYERISCHEN VERWALTUNGSSCHULE</p>
<p>Die Übernahme der Festrede ist für mich eine Ehrensache. Die
Bayerische Verwaltungsschule ist nicht nur die größte Schule ihrer
Art in der ganzen Bundesrepublik. Sie ist zugleich ein
traditionsreiches Kompetenzzentrum für den öffentlichen Dienst in
Bayern.</p>
<p>Die Verwaltungsschule genießt einen hervorragenden Ruf als
kompetenter und innovativer Bildungspartner des Freistaats und
unserer Kommunen.</p>
<p>Wie Ihnen vielleicht bekannt ist, arbeitet auch mein Haus, die
Bayerische Staatskanzlei, gut mit der „Bayerischen Akademie für
Verwaltungsmanagement GmbH“ zusammen, einer Tochtergesellschaft der
Bayerischen Verwaltungsschule.</p>
<p>Wir wissen, was wir an Ihnen haben! Denn gut ausgebildete und
motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die wichtigste
Säule einer guten und bürgernahen Verwaltung im Dienste unseres
Gemeinwesens. So lautet auch ein Grundprinzip unserer bayerischen
Verwaltungsphilosophie.</p>
<p>Diesem Prinzip trägt gerade die Bayerische Verwaltungsschule in
ausgezeichneter Weise Rechnung. Die Schule steht nicht nur für hohe
Ausbildungsqualität, für Serviceorientierung und
Wirtschaftlichkeit. Sie ist auch ein Katalysator für innovative
Wege in der Verwaltung und dabei stets am Puls der Zeit:</p>
<ul>
<li>Die Entwicklung der Kommunikations- und Informationstechnik
wurde von der Verwaltungsschule frühzeitig als Herausforderung
gesehen und angenommen. Im Jahr 1968 fand das erste EDV-Seminar
statt. Heute bildet die digitale Verwaltung einen zentralen
Programmpunkt in den Lehrplänen der Verwaltungsschule.</li>
<li>Schon seit den 70er-Jahren setzt die Schule auf die Vermittlung
einer modernen und transparenten Personalführung. Dieser
Ausbildungsinhalt ist gerade für die moderne Verwaltung von hoher
Bedeutung. Denn eine auf Leistung und Eigeninitiative der
Mitarbeiter aufbauende Verwaltungsstruktur erfordert insbesondere
eine motivierende Mitarbeiterführung.</li>
<li>Auch bei zentralen Zukunftsthemen wie beispielsweise dem Schutz
unserer natürlichen Lebensgrundlagen hat die Schule frühzeitig die
Zeichen der Zeit erkannt. Seit seiner Eröffnung vor zwölf Jahren
macht das Umweltschutzzentrum in Lauingen an der Donau wertvolle
Aus- und Fortbildungsangebote für den Bereich Umweltschutz.</li>
<li>Zu Beginn der neunziger Jahre engagierte sich die Bayerische
Verwaltungsschule in vorbildlicher Weise beim Aufbau der
öffentlichen Verwaltung in den neuen Ländern. Darüber hinaus bringt
sich die Schule seit Jahrzehnten beim internationalen Austausch von
Verwaltungs-know-how ein.</li>
</ul>
<p>Meine Damen und Herren, verstehen Sie meine Anwesenheit als
Zeichen der Wertschätzung für die großartige Arbeit der
Schulleitung, der Lehrkräfte und der jährlich rund 30.000
Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer.</p>
<p>III. BAYERN ALS VORREITER BEI DER VERWALTUNGSREFORM</p>
<p>Nicht nur die Wirtschaft steht im globalen Wettbewerb, sondern
auch der Staat. Die Effizienz und Kundenorientierung der Beamten,
die Dauer von Genehmigungsverfahren, die Transparenz von
Entscheidungen – all das spielt eine Rolle bei
Investitionsentscheidungen des weltweit mobilen Kapitals und von
weltweit agierenden Unternehmen. Mit Reformen für eine moderne,
unbürokratische Verwaltung stärken wir den Wirtschaftsstandort
Bayern.</p>
<p>Dies gilt gerade auch in der derzeitigen Wirtschafts- und
Finanzkrise. Sie macht den Menschen die elementare Bedeutung einer
verlässlichen staatlichen Ordnung bewusst. Sozialer Friede,
Rechtsstaat, Bildung, Sicherheit, Infrastruktur, Kultur,
Daseinsfürsorge – all das müssen der Staat und die Kommunen
sichern, gerade in schwierigen Zeiten.</p>
<p>Ich warne in der aktuellen Situation jedoch auch ausdrücklich
vor einem Rückfall in die Staatsgläubigkeit. Das führt zu einer
Überforderung des Staates. Der Staat ist kein Selbstzweck, er ist
Diener seiner Bürger. Wir wollen, dass sich sozialer und
kultureller Bürgersinn sowie wirtschaftliche Leistungs- und
Risikobereitschaft frei entfalten können. Dazu tragen effiziente
und schlanke Verwaltungsabläufe ebenso bei wie ein einfacher und
übersichtlicher Verwaltungsaufbau.</p>
<p>Bürokratieabbau und Deregulierung – damit fördern wir Bürgernähe
und Wirtschaftsfreundlichkeit und entlasten unsere Kommunen und
Behörden.</p>
<p>Bayern war bei vielen Reformen in den letzten zwanzig Jahren
bundesweit mit vorne dran. Ich nenne unser Reformprogramm
„Verwaltung 21“, mit dem wir die gesamte Staatsverwaltung gestrafft
haben. Und ich verweise auf unsere konsequente Umsetzung der
Deregulierungsvorschläge der „Henzler-Kommission“.</p>
<p>Bei der Umgestaltung der öffentlichen Verwaltung orientieren wir
uns an zwei Grundprinzipien:</p>
<ul>
<li>Subsidiarität: Die Verantwortlichkeit vor Ort erlaubt flexible
und schnelle Entscheidungen. Die Subsidiarität ist das
Markenzeichen der demokratischen Kultur Bayerns.</li>
<li>Bürgerorientierung: Die Verwaltung ist für den Bürger da, nicht
umgekehrt. Deshalb fördern wir beispielsweise das E-Government.
Unser Ziel lautet: Wir wollen alle wichtigen Verwaltungsleistungen
online anbieten. Der Bürger soll Bebauungspläne und Bodenrichtwerte
tagesaktuell abrufen können. Und er soll die Möglichkeit haben,
Gewerbeanmeldungen online und damit auf kürzesten Wege
einzureichen. Denn: Die Daten sollen laufen, nicht die Bürger!</li>
</ul>
<p>Unsere Bereitschaft zur Weiterentwicklung bestehender
Verwaltungsstrukturen wird auch in Zukunft von großer Bedeutung für
den Standort Bayern sein.</p>
<p>Die Modernisierung der Verwaltung und der Abbau bürokratischer
Hürden bleiben eine staatliche Daueraufgabe – und zwar auf allen
Ebenen, von den Kommunen bis nach Brüssel.</p>
<p>Deshalb setzen wir auf die Innovationskraft unserer bayerischen
Verwaltung, die wir unter anderem mit dem „Wettbewerb innovative
Verwaltung“ fördern. Und unser ehemaliger Ministerpräsident Edmund
Stoiber macht sich in Brüssel dafür stark, den Bürokratieabbau
europaweit voranzubringen.</p>
<p>IV. NEUES DIENSTRECHT</p>
<p>Die bayerische Verwaltung ist weit über die Grenzen des
Freistaats hinaus angesehen, sie steht für Leistungsfähigkeit und
Modernisierungskompetenz. Der hervorragende Ruf unserer Verwaltung
ist auch und vor allem das Verdienst ihrer Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter.</p>
<p>Laut einer aktuellen Umfrage des Bayerischen Rundfunks leben 95%
der Menschen gerne hier in Bayern. Das ist auch unserer guten und
bürgernahen Verwaltung zuzuschreiben.</p>
<p>Die Staatsregierung steht zu ihrer Verantwortung für unsere
Beamtinnen und Beamten. Wir alle wissen: Unsere rund 200.000
Beamtinnen und Beamten haben den bayerischen Konsolidierungskurs
der letzten Jahre mitgetragen. Das haben wir nicht vergessen. Und
deshalb haben wir nach dem Sparkurs auch manche Erleichterungen und
Verbesserungen beschlossen:</p>
<ol>
<li>Wir haben die Beamtenbesoldung letztes Jahr um 3% und dieses
Jahr um weitere 1,2% erhöht.</li>
<li>Wir werden die Arbeitszeit der bayerischen Beamtinnen und
Beamten bis 2013 schrittweise wieder auf 40 Wochenstunden
zurückführen.</li>
<li>Mit dem Neuen Dienstrecht für die Beamtinnen und Beamten
bringen wir als erstes Land in Deutschland ein modernes und noch
stärker leistungsorientiertes Dienstrecht auf den Weg. Es wird zum
1. Januar 2011 in Kraft treten.</li>
</ol>
<p>Unser Grundsatz lautet: Wir belohnen besondere Leistungen mit
größeren Karrierechancen und besseren Aufstiegsmöglichkeiten.
Leistung muss sich lohnen! Das gilt auch für die bayerische
Verwaltung.</p>
<p>Die anstehende Reform des Dienstrechts macht auch eine
Umgestaltung der Aufstiegsqualifizierung notwendig.</p>
<p>Die Verwaltungsschule hat bislang erfolgreich beim
Verwendungsaufstieg in den gehobenen Dienst mitgewirkt und
Aufstiegsbewerber in den höheren Dienst geschult. In diesem
Zusammenhang bedanke ich mich sehr für die grundsätzliche
Bereitschaft Ihres Hauses, sich künftig bei der modularen
Qualifizierung einzubringen.</p>
<p>Derzeit arbeiten die Ressorts ihre jeweiligen
Qualifizierungskonzepte aus. Über ressortübergreifende gemeinsame
Angebote konnte deshalb bislang noch nicht entschieden werden.
Haben Sie aus diesem Grund bitte Verständnis dafür, dass zum
derzeitigen Zeitpunkt noch keine definitiven Aussagen über die
künftige Positionierung der Verwaltungsschule im Rahmen der
modularen Qualifizierung möglich sind.</p>
<p>V. AUFBRUCH BAYERN</p>
<p>Nicht nur bei der Staats- und Verwaltungsreform fahren wir in
Bayern einen konsequenten Zukunftskurs. Derzeit erarbeitet die
Bayerische Staatsregierung unter unserem Ministerpräsidenten Horst
Seehofer das neue Regierungsprogramm „Aufbruch Bayern“.</p>
<p>Trotz knapper Kassen geben wir neue Impulse für die
Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Wir setzen auf unsere Familien,
auf exzellente Bildung und auf unsere Innovationskraft:</p>
<p>1. Bayern soll das familienfreundlichste Land in Deutschland
werden.</p>
<p>Die Familien sind die Quelle von Geborgenheit und prägenden
Werten, die unsere Kinder stark machen für die Gestaltung eines
selbstbewussten Lebens. Familien sind Zukunft - in all ihren
Formen, mit Kindern, Enkeln, Eltern und Großeltern. Wer ein
soziales und zukunftsfähiges Land will, der muss die Familien
stärken. Für eine familienfreundliche Gesellschaft tragen wir alle
Verantwortung.</p>
<p>2. Bayern soll das Land mit den besten Bildungschancen sein.</p>
<p>Bildung ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Sie gibt
jedem jungen Menschen eine berufliche und eine persönliche
Lebensperspektive. Bildung entscheidet über die Zukunft des
Einzelnen und damit über die Zukunft unseres Landes. Wir wollen,
dass kein Talent verloren geht. Deshalb setzen wir auf individuelle
Förderung im Dreiklang von Wissen, Können und Werten. In der
Wissensgesellschaft ist lebenslanges Lernen unverzichtbar.</p>
<p>3. Bayern setzt auf Innovation und Fortschritt.</p>
<p>Innovationen auf allen Zukunftsfeldern sind die Voraussetzung
für gute Arbeitsplätze und nachhaltiges Wachstum heute und morgen.
Ein Beispiel sind die großen Chancen des Exportlandes Bayern bei
den klima- und ressourcenschonenden Technologien der Zukunft.
Wachstum und eine gesunde Umwelt gehören bei uns zusammen. Deshalb
wollen wir sowohl in der Umwelt- und Energietechnik wie auch bei
der Elektromobilität kreativer, schneller und erfolgreicher sein
als unsere Wettbewerber.</p>
<p>VI. KOMMUNEN SIND PARTNER DER POLITIK DER STAATSREGIERUNG</p>
<p>Die Kommunen und mit ihnen die kommunalen Verwaltungen sind
wichtige Partner der Staatsregierung bei der Ausgestaltung unseres
Dreiklangs „Familie-Bildung-Innovation“.</p>
<ol>
<li>In den Städten und Gemeinden sind die Familien zuhause, dort
wird Familienfreundlichkeit gelebt. Hand in Hand mit den Kommunen
wollen wir die Voraussetzungen für noch familienfreundlichere
Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort schaffen. Auch
Familienfreundlichkeit ist ein Standortfaktor!</li>
<li>Die Kommunen tragen große Verantwortung für die
Bildungspolitik, ich denke zum Beispiel an die Schaffung der neuen
Mittelschulverbünde. Nur in enger Abstimmung mit den Kommunen
können wir unser Bildungssystem zukunftsfest machen und gute
Bildungschancen für alle unsere Kinder in Bayern sichern.</li>
<li>Die Kommunen sind Ansprechpartner für die Wirtschaft vor
Ort.</li>
</ol>
<p>Wirtschaftsfreundlichkeit zahlt sich aus: Kommunen und
Kommunalverwaltungen haben viele Möglichkeiten, um die
Investitionsbereitschaft und die Innovationsfreude der Unternehmen
in ihrer Region zu fördern – das ist gerade für unseren
Innovationsstandort Bayern von enormer Bedeutung! Uns ist daran
gelegen, dass in Zukunft die Kommunen noch mehr zusammenarbeiten,
zum Beispiel bei gemeinsamen Gewerbegebieten.</p>
<p>Die Staatsregierung weiß um die Bedeutung starker Kommunen,
gerade im ländlichen Raum.</p>
<p>Daher halten wir an unserem Ziel gleichwertiger
Lebensbedingungen in allen Landesteilen fest. Wir schaffen
Zukunftschancen auch im ländlichen Raum und begegnen damit den
Herausforderungen durch die demographische Entwicklung.</p>
<p>Dabei betrachten wir den ländlichen Raum als
Querschnittsaufgabe, die viele Aspekte umfasst, von der
Wirtschaftsförderung über den Straßenbau und die
Gesundheitsversorgung bis zur Dorferneuerung. Der Anteil der Mittel
und Ressourcen, die allgemein in den ländlichen Raum fließen, ist
weitaus höher als der entsprechende Bevölkerungsanteil. Für die
Zukunft des ländlichen Raumes arbeitet sogar ein eigener
Staatssekretärsausschuss.</p>
<p>Eine vergleichbar konsequente Politik für den ländlichen Raum
gibt es in keinem anderen Bundesland.</p>
<p>Gerade bei der flächendeckenden Versorgung mit
Breitbandanschlüssen hat Bayern entschlossen gehandelt und ein
Bayerisches Breitbandförderprogramm auf die Beine gestellt. Den
Gemeinden steht inzwischen ein Fördertopf mit rund 47 Mio. € zur
Verfügung. Außerdem leistet das Innenministerium wertvolle
Informations- und Unterstützungsangebote.</p>
<p>Die Zwischenbilanz kann sich sehen lassen. Bislang wurden fast
400 Investitionsförderbescheide verschickt. Das Förderprogramm
läuft so erfolgreich, dass die Lücken in der ländlichen
Breitbandversorgung Bayerns in Sichtweite im nächsten Jahr
geschlossen werden können.</p>
<p>Natürlich leiden auch die Kommunen derzeit unter den Folgen der
Wirtschafts- und Finanzkrise. Sie beklagen eine deutliche
Verschlechterung ihrer Finanzlage und streben daher eine bessere
Beteiligung an Steuereinnahmen und eine Verminderung ihrer Ausgaben
an.</p>
<p>Trotz der angespannten Haushaltslage steht der Freistaat den
Kommunen als Partner zur Seite. Durch zusätzliche staatliche Mittel
in Höhe von über 62 Mio. € halten wir den kommunalen
Finanzausgleich 2010 nahezu auf Vorjahresniveau. Außerdem hat unser
Ministerpräsident auf dem Kommunalgipfel im März mit den Kommunen
vereinbart, kostentreibende Standards zu überprüfen und
gegebenenfalls zu senken.</p>
<p>VII. SCHLUSSWÜNSCHE</p>
<p>Mit dem Programm „Aufbruch Bayern“ verbinden wir auch einen
Paradigmenwechsel in der Bürgerbeteiligung. Wir wollen unsere
Politik im engen und offenen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern
gestalten. Wir wollen gemeinsam anpacken für die Zukunft unserer
Heimat.</p>
<p>Deshalb rufe ich Sie alle auf: Machen Sie mit auf unserer
online-Bürgerplattform "Aufbruch Bayern"! Ihr Vorschlag zählt!</p>
<p>Gerade Sie, meine Damen und Herren, sind als
Verwaltungsfachleute nahe dran am Bürger, an den Unternehmen, an
der Politik vor Ort. Sie wissen, wo es gut läuft, sie wissen aber
auch, wo es hakt und was man noch besser machen kann.</p>
<p>Bringen Sie Ihr know-how, bringen Sie Ihre Ideen und Vorschläge
in unsere Diskussion ein!</p>
<p>Ich wünsche unserer Feier einen weiterhin würdigen und
fröhlichen Verlauf.</p>
<p>Und unserem Geburtstagskind, der Bayerischen Verwaltungsschule,
wünsche ich auch in Zukunft eine erfolgreiche „Schullaufbahn“.</p>
<p>Auf die nächsten 90 Jahre!</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10314438/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10314438/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Mozartfest in Würzburg</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort</em>.</p>
<p>- Anrede -</p>
<p>„Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber
walten“ – um diesen machtvollen Zauber der Musik, den Friedrich
Schiller hier in seinem Gedicht „Die Macht des Gesangs“ evoziert,
wissen wir alle.</p>
<p>Musik lässt uns die täglichen Sorgen vergessen, Musik lässt uns
innere Ruhe finden. Sie ist uns Kontemplation und Inspiration
zugleich!</p>
<p>Es ist mir daher eine besondere Freude, Sie alle zum
Staatsempfang im Gartensaal der Würzburger Residenz willkommen zu
heißen. Kaum ein anderes Musikfestival in Bayern verzaubert seine
Besucher so sehr wie das Würzburger Mozartfest!</p>
<p>Denn für Mozarts Musik ist die Würzburger Residenz, ist der
Kaisersaal zweifellos eine kongeniale Kulisse. Das fand schon 1921
der damalige Direktor des Würzburger Staatskonservatoriums für
Musik, Hermann Zilcher.</p>
<p>„Ich brauchte manche Ornamentik mit dem Dirigentenstab nur
nachzuzeichnen und eine innige Vermählung zwischen Ton, Architektur
und Farbe fand statt“ – soll Zilcher nach einem Konzert im
Kaisersaal gesagt haben, noch ganz erfüllt von seinem Erleben.</p>
<p>In der Tat - wer einmal selbst das wunderbare Zusammenspiel der
Musik eines Wolfgang Amadeus Mozart, der Architektur eines
Balthasar Neumann, der Fresken eines Giovanni Battista Tiepolo und
der barocken Gartenbaukunst inmitten fränkischer Weinlandschaft
erlebt hat, dem sprechen Zilchers Worte aus tiefster Seele. Und der
kommt – so wie ich - auch immer wieder!</p>
<p>Gut 90 Jahre nach Zilchers musikalischer Offenbarung, die den
Grundstein legte, ist das Mozartfest heute ein Aushängeschild im
bayerischen Kulturkalender!</p>
<p>Weltberühmte Solisten machen das Festival zu einem
Kulturereignis von Weltrang, hier stimmt von Ambiente und
Atmosphäre angefangen bis hin zum anspruchsvollen Programm wirklich
alles! Kein Wunder also, dass heute mittlerweile 30.000 Besucher
aus aller Welt dem einzigartigen Flair dieses Festivals
erliegen!</p>
<p>Dafür sage ich Dank - allen Künstlern, allen Mitwirkenden und
allen Förderern des diesjährigen Mozartfestes!</p>
<p>Ganz besonders danke ich in diesem Jahr dem Kammerorchester
Basel unter der Leitung von Julia Schröder und der
unvergleichlichen Sol Gabetta am Violoncello. Sie haben uns die
eben gerühmte Symbiose zwischen Musik und Raum erleben lassen.
Herzlichen Dank für diesen musikalischen Hochgenuss, der uns nicht
nur mit einer Sinfonie Mozarts, sondern auch mit der Musik seines
Landsmannes Joseph Haydn verwöhnt hat!</p>
<p>Das Würzburger Mozartfest beweist auch 2010 wieder: Kunst und
Kultur werden in Bayern groß geschrieben! Jeden Sommer strahlt der
bayerische Festspielkalender eine kulturelle Fülle sondergleichen
aus. Die Pflege von Kunst, Kultur und Tradition ist bei uns
lebendiger als in anderen Ländern. Das stärkt unsere enge Bindung
an unsere schöne Heimat Bayern, wie auch die aktuelle BR-Studie
belegt: 95% aller Bayern leben gerne hier! Sie alle schätzen laut
eigener Aussage den Reichtum an kultureller Vielfalt, die Bayern zu
bieten hat! Und darum beneiden uns viele.</p>
<p>Denn gerade durch engen Bezug zur Heimat und zur Kultur schöpfen
wir auch die Kraft für Innovationen, für Kreativität, für unsere
Zukunft. Oder um mit dem berühmten Münchner Intendanten August
Everding zu sprechen: „Kultur arbeitet Vergangenheit auf, lebt
Gegenwart und bereitet Zukunft vor“.</p>
<p>Kulturpolitik genießt in Bayern daher nach wie vor einen hohen
Stellenwert. Wir fördern Kunst und Kultur nach Kräften – auch in
finanziell schwierigen Zeiten wie diesen! Jährlich geben wir in
Bayern über eine halbe Milliarde € aus. Zusätzlich haben wir zur
Unterstützung einzelner Projekte einen eigenen Kulturfonds mit rund
300 Millionen € aus Privatisierungserlösen eingerichtet. Dadurch
können wir jährlich mit rund 10 Millionen € aus den Fondserlösen
die bayerische Kultur fördern. Wir in Bayern wissen, dass der
Mensch auch heute „nicht vom Brot allein“ lebt, wie es im
Matthäus-Evangelium heißt. Und wir wollen, dass Bayern auch
weiterhin ein vielfältiger Kulturstaat bleibt.</p>
<p>Dass uns dies gelingt und in Bayern Musik, Kunst, Theater und
Kultur so lebendig sind, verdanken wir auch den vielen Bürgerinnen
und Bürgern, die sich Land auf Land ab für die Kulturpflege mit
großem Engagement, mit großer Begeisterung und oft auch
unentgeltlich und ehrenamtlich einsetzen.</p>
<p>Darum bringt der Freistaat Bayern mit diesem Staatsempfang nicht
nur seine Wertschätzung gegenüber der Stadt Würzburg und dem hoch
geschätzten Mozartfest zum Ausdruck. Damit soll ebenso der
Kunstsinn und die Kunstförderung der Bürgerinnen und Bürger
gewürdigt werden - denn Sie engagieren sich nicht nur, Sie zahlen
für gute Kunst auch gutes Geld!</p>
<p>Das Mozartfest ist wahrhaftig ein Fest der Sinne!</p>
<p>Lassen Sie uns also das Glas erheben, um mit einem herrlichen
Glas Frankenwein auf Mozart, Würzburg und die Musik anzustoßen! Und
natürlich auf Sie, werte Frau Rosenthal! Denn ich habe gehört, Sie
haben heute Geburtstag! Ich wünsche Ihnen alles Gute!</p>
<p>Ihnen allen wünschen meine Frau und ich noch viele interessante
Unterhaltungen und einen beschwingten Abend!</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10314371/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10314371/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Bayer. Landestreffen der Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene
Wort&nbsp;</em></p>
<p>- Anrede -</p>
<p>Zum traditionellen Landestreffen in Augsburg sage ich der großen
Familie der Deutschen aus Russland ein herzliches bayerisches „Grüß
Gott“! Auch dieses Fest, dieses schöne Familientreffen steht – wie
schon die Jahre zuvor - unter einem wunderbaren Motto: „Wurzeln
schlagen – Gesellschaft stärken“ – so haben Sie das diesjährige
Landestreffen überschrieben.</p>
<p>Das Motto Ihres Landestreffens beweist: Sie alle sind in ihrer
neuen Heimat Bayern angekommen. Die Deutschen aus Russland haben
sich in Bayern neu und tief verwurzelt. Sie sind zu einem
kräftigen, jungen Stamm herangewachsen, der Bayern bereichert und
stärkt!</p>
<p>Sie zeigen damit auch, wie wichtig es für jede Gesellschaft, für
jeden Menschen ist, sich seiner Wurzeln bewusst zu bleiben.
„<em>Niemand darf seine Wurzeln vergessen. Sie sind Ursprung
unseres Lebens</em>“ – sagte einmal der bekannte italienische
Filmregisseur Federico Fellini. Davon sind wir in Bayern überzeugt!
Denn auch die Bayern sind „Tiefwurzler“ par excellence – wie ich
immer sage. Wir sind stolz auf unsere Jahrhunderte alten
Traditionen, auf unsere vielfältige Kultur - auf unsere - mit einem
Wort - bayerische Lebensart!</p>
<p>Und 95 Prozent aller Bayern leben gerne im Freistaat, eben weil
sie dieses besondere bayerische Lebensgefühl so schätzen. Das ist
das Ergebnis einer repräsentativen Studie, die der Bayerische
Rundfunk (BR) vergangene Woche vorstellte!</p>
<p>Sich seine kulturelle, soziale und religiöse Identität zu
bewahren, schafft Gemeinschaft, schafft Heimat! Wer wüsste das
besser als die Deutschen aus Russland? Dafür stehen Treffen wie
dieses, dafür steht Ihre ganze Landsmannschaft der Deutschen aus
Russland! Ich fordere Sie darum ausdrücklich auf, vergessen Sie
nie, wer Sie sind! Pflegen Sie Ihre Traditionen, Ihre Kultur, denn
das gibt Halt, verleiht Mut und schafft Selbstbewusstsein!</p>
<p>Zu unserer bayerischen Lebensart passt auch der zweite Teil
Ihres Mottos: die Gesellschaft stärken! Bayern lebt davon, dass
seine Bürgerinnen und Bürger mitmachen, sich einbringen, nicht
abseits stehen! Aktive Bürgerinnen und Bürger - das entspricht
unserem bayerischen Menschenbild! Von dieser Leistungsbereitschaft
lebt unser Gemeinwesen!</p>
<p>Und Mut zu Neuem verbunden mit Leistungsbereitschaft haben die
Vertriebenen, die Aussiedler und die Spätaussiedler immer
ausgezeichnet! Dieser Wille zur Integration und dieser
Leistungswille, aktiv das eigene Leben und Zukunft in der neuen
Heimat zu gestalten, hat unser Land auch stets vorangebracht! Und
für diese Integrations- wie Zukunftsbereitschaft möchte ich als
Bayerischer Ministerpräsident und Schirmherr Ihres Landestreffens
Ihnen allen heute herzlich danken!</p>
<p>Insbesondere darf ich an dieser Stelle dem Vorsitzenden des
Landesgruppe, Herrn Eduard Neuberger, und dem Bundesvorsitzenden,
Herrn Adolf Fetsch, meinen herzlichen Dank aussprechen!</p>
<p>Dass das alles keine Selbstverständlichkeit war und ist, wird
deutlich, wenn man sich die wichtigen Stationen Ihrer langen und
bewegten Geschichte in Erinnerung ruft. Über mehrere Generationen
hinweg war sie eine Geschichte des Leidens! Allein das
schicksalhafte 20. Jahrhundert hat Hunderttausende von
Russlanddeutschen ihrer Sprache, ihrer Heimat, gar ihres Lebens
beraubt.</p>
<p>Unvergessen bleibt die erste „Zwangsrussifizierung“ noch unter
der Herrschaft des Zaren zu Beginn des 20. Jahrhunderts Damals
mussten deutsche Dorfschulen abrupt auf den Unterricht in
russischer Sprache umstellen.</p>
<p>Unvergessen bleiben insbesondere die zahlreichen Opfer, die die
Deportation durch Josef Stalin 1941 zur Folge hatte. Zwangsarbeit,
Folter sowie die unwirtlichen, lebensfeindlichen Weiten Sibiriens,
Kasachstans und des Urals, die Stalin den Deutschen als neue
Wohnstatt zugedacht hatte, forderten ihren schrecklichen Tribut:
Zwei Drittel der nach Osten deportierten Russlanddeutschen
überlebten diese Strapazen nicht!</p>
<p>Stalin übte damit für Hitlers Angriff auf die Sowjetunion
Vergeltung an Unschuldigen – denn die Deutschen aus Russland trugen
dafür keinerlei Verantwortung.</p>
<p>Doch damit war der Leidensweg der Russlanddeutschen noch lange
nicht zu Ende: Auch nach dem Zweiten Weltkrieg bis weit in die 80er
Jahre durften sie nicht in ihre vormaligen Siedlungsgebiete an der
Wolga, auf der Krim oder in Wolhynien zurückkehren. Schlimmer noch:
Sie mussten weiterhin massive Benachteiligungen erdulden. Sie
wurden nicht nur fortgesetzt daran gehindert, ihre Muttersprache
Deutsch zu sprechen, sondern auch daran, ihre Traditionen zu
pflegen, ihre Religion zu leben.</p>
<p>Und Menschen ihrer Heimat, Kultur und Sprache zu berauben, ist
nichts anderes, als sie ihrer Wurzeln, ihrer Identität zu berauben!
Oder um mit dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmitt zu
sprechen: „<em>Sprachen sind bei weitem das wichtigste Vehikel
kultureller Entfaltung und zugleich das wichtigste Element
nationaler - übrigens auch persönlicher - Identität</em>."</p>
<p>Es verdient daher großen Respekt und höchste Anerkennung, dass
sich die Deutschen in der Sowjetunion allen Repressalien und
Widerständen zum Trotz ihrer Wurzeln, ihrer Sprache, ihrer
Traditionen und ihrer Kultur, bewusst geblieben sind.</p>
<p>Und das beweist einmal mehr: Die Deutschen aus Russland sind
fest im europäisch-christlichen Kulturraum verwurzelt! Die
Deutschen aus Russland sind unsere Landsleute. Die Deutschen aus
Russland waren und sind Deutsche! Sie haben unsere Solidarität
verdient!</p>
<p>Seit 1950 sind über 640.000 Aussiedler und Spätaussiedler nach
Bayern gekommen, davon in den letzten 20 Jahren etwa 280.000
Deutsche aus Russland. Sie alle haben wie die Vertriebenen 1945 ihr
Können, ihr Know-how, ihren Aufbau- und Leistungswillen
mitgebracht. Sie haben sich schnell integriert, haben angepackt und
gestalten Bayern heute nicht nur wirtschaftlich, sondern auch
sozial und kulturell mit. Das belegen alle Untersuchungen der
letzten Zeit! Die Deutschen aus Russland haben in der Tat in und
mit Bayern eine Erfolgsgeschichte geschrieben.</p>
<p>Zahlreiche Literaten, Künstler und Musiker, die in nun mehr 60
Jahren nach Bayern ausgewandert sind, entfalten heute Land auf Land
ab ihr großes kreatives Potenzial.</p>
<p>Das zeigen nicht zuletzt Veranstaltungen wie die heutige oder
wie die Aussiedlerkulturtage, die vor wenigen Wochen zum ersten Mal
in Regensburg stattgefunden haben. Als gemeinsame Plattform für die
Landmannschaften der Banater Schwaben, Siebenbürger Sachsen und der
Deutschen aus Russland boten diese ersten Aussiedlerkulturtage
allen Besuchern reichlich Einblicke in die facettenreiche Kultur
Ihrer Herkunftsgebiete.</p>
<p>Und ich kann an dieser Stelle nur betonen: Es ist wichtig, dass
Sie immer wieder sich persönlich als auch Ihre reiche Kultur
vorstellen! So bleiben Ihre Traditionen bewahrt und werden
gleichzeitig auch ein Teil unserer gemeinsamen Identität!</p>
<p>Um ihre Traditionen zu bewahren und an die nachfolgenden
Generationen weiterzugeben, haben Sie auch sehr erfolgreich in der
Jugendarbeit engagiert. Die Jugendgruppen der Landsmannschaft der
Deutschen aus Russland erreichen heute durch ein vielfältiges
Angebot von Freizeiten, Seminaren, Sport- und
Volkstanzveranstaltungen einen breiten Kreis von jungen Menschen!
Schon ein Blick in das Programm dieses Landestreffens gibt davon
ein äußerst ansprechendes Zeugnis!</p>
<p>Die Deutschen aus Russland stärken und bereichern Bayern in
vielfacher Hinsicht: Deutsche aus Russland verjüngen uns nicht nur,
sie sind engagierte Mitbürger, die sich im Ehrenamt, in der
Kommunalpolitik als echte Stützen unserer Gesellschaft
erweisen!</p>
<p>Schon hier im Großraum Augsburg bietet das von der
Landmannschaft der Deutschen aus Russland getragene Projekt „In
Augsburg gemeinsam“ Einheimischen und Deutschen aus Russland
vielfältige Möglichkeiten, sich gemeinsam zu engagieren. In enger
Kooperation mit anderen Einrichtungen stärkt dieses Vorhaben vor
allem Elternkompetenz und den Aufbau von Netzwerken. Das ist
Bürgerengagement, das die gesellschaftliche Entwicklung in Bayern
vorantreibt! Das ist Bürgerengagement für die Zukunft!</p>
<p>Deutsche aus Russland sind zudem wichtige Mittler zwischen den
Kulturen! Im Zuge einer fortschreitenden Globalisierung ist
„interkulturelle Kompetenz“ im heutigen Berufsleben zunehmend
gefragt, ich möchte meinen, beinahe unabdingbar. Und was die
Deutschen aus Russland bereits mitbringen, nämlich Sprache und
Erfahrungen aus zwei Kulturen, müssen sich andere erst mühsam
erarbeiten.</p>
<p>Viele Unternehmer wie Arbeitnehmer aus Ihren Reihen bauen damit
für Bayern, für Deutschland Brücken nach Ost-Europa und
insbesondere nach Russland.</p>
<p>Gerade mit Russland pflegt Bayern vielfältige Beziehungen und
Kontakte, die sich seit 1990 rasch und intensiv entwickelt haben.
Schon heute zählt Russland mit einem Handelsvolumen von gut 8 Mrd.
€ zu den wichtigsten Handelspartnern Bayerns. Gut 1500 bayerische
Unternehmen sind in Russland vertreten – davon 800 allein in
Moskau!</p>
<p>Kein anderes Land in der EU besitzt solche goldenen Brücken in
die östlichen Nachbarländer, deren wirtschaftliche Bedeutung für
die Zukunft kaum zu unterschätzen ist! Mit solchen Botschaftern
kann sich Bayern, kann sich Deutschland glücklich schätzen!</p>
<p>Bei allen Erfolgen bin ich mir sehr wohl bewusst: Für unsere
Landsleute aus Russland oder anderen Staaten war und ist es nicht
immer leicht, sich in der Vielfalt unseres pluralistischen
Gesellschaftssystems zurecht zu finden. Nicht jeder Zuwanderer
findet sofort Anschluss, nicht jeder Zuwanderer arbeitet in einem
Beruf, dessen Anforderungen dem erlernten Qualifikationsniveau
entspricht. Das führt auch zu Frustrationen. Hinzu kommen oftmals
Sprachbarrieren, die die Eingliederung in die Gesellschaft, in
Schule und Beruf schwieriger machen. Das wissen wir.</p>
<p>Die Bayerische Staatsregierung stellt sich ihrer Verantwortung.
Schwerpunkte bayerischer Integrationspolitik bleiben daher
Maßnahmen, die die gesellschaftliche Teilhabe der Deutschen aus
Russland weiter optimieren.</p>
<p>Für die schnelle Integration bei uns, für einen guten
Arbeitsplatz und für die Teilhabe an unserer Gesellschaft ist das
Erlernen der deutschen Sprache unerlässlich. Und das so früh wie
möglich! Denn aktuelle Studien zeigen: Kinder, die früh staatliche
Einrichtungen besuchen, deren Sprachentwicklung von Anfang an
gefördert wird, haben bereits bei der Einschulung das gleiche
Sprachniveau erreicht wie Einheimische! Sprachförderung in
Kindertageseinrichtungen wird in Bayern daher groß geschrieben.
Allein in unser Sprachberaterprogramm, das in der Frühförderung
einsetzt, investieren wir bis 2011 rund 44,4 Mio. €. Ich bin
sicher, die Früchte dieses Engagements werden sich schon in naher
Zukunft bemerkbar machen.</p>
<p>Wir setzen auch in der gegenwärtigen Förderperiode bis 2013
erhebliche Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds für berufliche
Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen ein</p>
<p>Denn an Bildung wird bei uns auch in Zeiten der Krise nicht
gespart! Bildung entscheidet heute über die Zukunft jedes Einzelnen
und damit über die Zukunft unseres Landes. Als rohstoffarmes Land
sind die Menschen unser Kapital! Und Bayern soll ein Land mit
besten Bildungschancen sein. Wir wollen daher jedes Talent fördern,
das gilt auch insbesondere für junge Spätaussiedler!</p>
<p>Durch eine allgemeine und berufsbezogene Sprachförderung wollen
wir ihnen die notwendige Ausbildungsreife vermitteln und ihnen
einen erfolgreichen Start ins Arbeitsleben ermöglichen.</p>
<p>Unser Integrationskonzept sieht nicht zuletzt deshalb spezielle
Ausbildungsinitiativen vor, die gerade Jugendlichen ohne
Ausbildungsplatz neue Zukunftsperspektiven eröffnen. Dazu haben wir
Arbeiten und Lernen weiterhin konsequent vernetzt - beispielweise
durch den Ausbau des kooperativen Berufsvorbereitungsjahres (BVJ/k)
und durch die <strong>Schaffung eines kooperativen
Berufsintegrationsjahres</strong> (<strong>BIJ). Diese
Maßnahmen</strong> kommen gerade auch jungen Spätaussiedlern
zugute. Denn lernen, sich anstrengen führt zu beruflichem Erfolg
und auch zu privatem Glück!</p>
<p><strong>Noch ist die Anerkennung im Ausland erworbener
Ausbildungsabschlüsse ein Problem – ich versichere Ihnen, wir
arbeiten daran! Angesichts der demografischen Entwicklung und des
zunehmenden internationalen Wettbewerbs um qualifizierte
Arbeitskräfte müssen verstärkte Anstrengungen unternommen werden,
den Fachkräftebedarf der Wirtschaft zu decken. „Stille
Bildungsreserven“ bei Menschen, die in Deutschland unterhalb ihres
Qualifikationsniveaus arbeiten, wollen und können wir uns dabei
nicht mehr leisten! D</strong>er Arbeitsmarkt ist mit Abstand die
wichtigste Schiene der Integration und Beschäftigung eine
wesentliche Grundlage von Teilhabechancen – davon bin ich
überzeugt!</p>
<p><strong>Wir in Bayern begrüßen und unterstützen daher die
Initiative des Bundes, einen gesetzlichen Verfahrensanspruch auf
Anerkennung und Teilanerkennung einzuführen, der</strong> einfach,
transparent und nutzerfreundlich zum Ziel
führt<strong>!</strong></p>
<p>Das Gelingen von Integration hängt entscheidend davon ab, dass
die Menschen mit Migrationshintergrund die Integrationsangebote
annehmen und sich selbst in die Gesellschaft einbringen. Der
Freistaat Bayern bleibt mit seiner Politik des „Forderns und
Förderns“ Vorreiter einer Integration, die verstärkt auf die
Eigenverantwortung und Selbsttätigkeit unserer Landsleute aus
Russland setzt!</p>
<p>Denn dort, wo sich Zuwanderer aktiv am gesellschaftlichen Leben
beteiligen, können Hürden schneller überwunden werden, kann man
sich leichter integrieren! So wird bürgerschaftliches, soziales,
kulturelles Engagement zum integrativen Instrument. Und genau da
setzt auch das von Ihrer Landsmannschaft im vergangenen Jahr
gestartete landesweite Projekt „Angekommen und integriert in
Bayern“ an.</p>
<p>Der Zusammenhalt einer Gesellschaft ist wichtig für ihre innere
Stabilität und macht ihren Erfolg aus – das habe ich in meiner
Regierungserklärung betont. Dazu gehört auch der Zusammenhalt in
kleinen Einheiten, in der Nachbarschaft, in den Familien, in den
Vereinen. Das zeigt auch ihr Landestreffen hier in Augsburg. Ich
möchte daher allen Organisatoren und Mitwirkenden, die zum Gelingen
dieses schönen „Familienfestes“ beigetragen haben, meinen Dank
aussprechen!</p>
<p>Insbesondere gilt mein Dank Herrn Juri Heiser, Vorsitzender der
Orts- und Kreisgruppe Augsburg, und Herrn Dr. Kurt Gribl,
Oberbürgermeister der Stadt Augsburg!</p>
<p>Ich möchte Sie heute alle noch einmal nachdrücklich ermutigen:
Ihnen stehen alle Wege offen, nutzen Sie Ihre Chance! Halten Sie
zusammen und engagieren Sie sich weiterhin sozial, kulturell und
politisch - für sich, für Ihre Kinder und für Ihre neue Heimat
Bayern!</p>
<p>Denn ich kann Ihnen versichern, wir sind an Ihrem Engagement, an
Ihren Vorschlägen und an Ihrer Meinung interessiert! Auch das ist
Teil unseres landespolitischen Programms „Aufbruch Bayern“: Dazu
haben wir eine neues Bürgerforum geschaffen, das seit dieser Woche
unter www.aufbruch.bayern.de online ist.</p>
<p>Aufbruch Bayern heißt, wir setzen den Schwerpunkt unserer
Politik auf die Bereiche Familie, Bildung und Innovation. Unsere
neue Internetplattform lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, zu
unseren landespolitischen Schwerpunktthemen Stellung zu nehmen.
Dazu möchte ich auch gerade Sie, liebe Landsleute, herzlich
einladen! Bringen Sie Ihre Vorschläge, Ihre Ideen und Ihre Projekte
zu den Themen Familie, Bildung und Innovation ein! Wir wollen
gerade auch die Meinung derer hören, die in den vergangenen zwei
Jahrzehnten zu uns gekommen sind – die Meinung unserer
Neubürger.</p>
<p>„<em>Wir sind ein Verein, der Tradition bewahrt und der Zukunft
vertraut</em>“ – lautet der Wahlspruch Ihrer vor 60 Jahren
gegründeten Landsmannschaft der Deutschen aus Russland! Wenn ich
unseren Kindern, unserer jungen Generation heute etwas mit auf den
Weg geben möchte, dann ist es genau das: den Mut, die Kraft, die
Zuversicht, auf die Zukunft zu vertrauen und den Willen, seine
Wurzeln zu bewahren!</p>
<p>Als Bayerischer Ministerpräsident darf ich Ihnen allen, den
Deutschen aus Russland hier in Bayern, sehr verehrter Herr
Neuberger, sehr verehrter Herr Fetsch, zu diesem stolzen Jubiläum
meinen herzlichen Glückwunsch aussprechen</p>
<p>Ich wünsche Ihnen allen nun auch für die nächsten 60 Jahre diese
Zuversicht und diesen Willen! Alles Gute!</p>
<p>&nbsp;</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10313651/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10313651/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Euro-Lunch zur Halbzeitbilanz der Spanischen Ratspräsidentschaft</title>
<description><![CDATA[<p>Sehr <strong>geehrte Abgeordnete</strong>,</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>sehr <strong>geehrte Vertreter des Konsularischen
Korps</strong>,</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>besonders begrüßen möchte ich <strong>Herrn Generalkonsul Iranzo
als Vertreter der spanischen Ratspräsidentschaft</strong>,</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>meine sehr <strong>geehrten Damen und Herren</strong>.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Ich heiße Sie alle hier zum traditionellen EU-Lunch
in der Staatskanzlei herzlich willkommen.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">In dieser Woche bieten sich uns Europäern gleich
<strong>zwei Anlässe</strong> des feierlichen Gedenkens:</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong>1.</strong> Der heutige Europatag erinnert
an die <strong>Gründung des Europarats</strong> im Jahr 1949.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong>2.</strong> Am kommenden Sonntag begehen
wir den <strong>Europatag der Europäischen Union</strong>.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Wir erinnern mit dem <strong>9. Mai 1950</strong>
an die <strong>Geburtsstunde des vereinten Europas</strong>. Damals
regte der französische Außenminister <strong>Robert
Schuman</strong> die Gründung der „Europäischen Gemeinschaft für
Kohle und Stahl“ an.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong>Das war der Startschuss für den
europäischen Integrationsprozess</strong>. <strong>Das war der
Startschuss für die Erfolgsgeschichte Europa.</strong></p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong><em>„Europa weiß, dass seine Zukunft in
seinen eigenen Händen liegt.“</em></strong></p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Mit diesen Worten brachte der Visionär
<strong>Schuman</strong> eine wichtige Einsicht zum Ausdruck: Die
Ausgestaltung unseres europäischen Hauses war und ist eine
<strong>große Herausforderung</strong> für unsere Völkerfamilie.
Das verspüren wir aktuell an der griechischen Finanzkrise.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Anrede</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Die griechische <strong>Finanzkrise trifft uns
alle</strong>, schließlich sitzen wir <strong>alle im gleichen
Boot</strong>. <strong>Spekulationen verunsichern</strong>
zusätzlich unsere <strong>Volkswirtschaften</strong>.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Aber um <strong>wirtschaftlich auf Erfolgskurs zu
bleiben</strong>, ist es notwendig, dass alle Mitglieder ihre
jeweilige Verantwortung für ihre öffentlichen Finanzen
wahrnehmen.<strong>&nbsp;</strong></p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Deshalb kommt es jetzt entscheidend darauf an, dass
Griechenland sein <strong>Sanierungsprogramm konsequent
umsetzt.</strong> Nur so kann das Land verlorenes Vertrauen wieder
zurückgewinnen.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Dann bin ich sicher, dass die finanzielle Hilfe
durch die anderen EU-Staaten der Eurozone ein <strong>absoluter
Ausnahmefall</strong> bleibt. Wir wollen alle keine
<strong>&nbsp;dauerhafte Subventionierung</strong> oder gar den
<strong>Einstieg in eine „Transferunion</strong>“:</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<ul>
<li>Das wäre eine <strong>nachhaltige Schwächung für die Stabilität
des Euro.</strong></li>
<li>Das wäre eine <strong>nachhaltige Schwächung für unseren
gesamten Wirtschaftsraum</strong>.</li>
</ul>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Anrede</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Die <strong>Krise</strong> ist aber auch eine
<strong>Chance für die Zukunft</strong>. Wir müssen jetzt nur die
<strong>richtigen Konsequenzen daraus ziehen</strong>. Die
<strong>Griechenland-Krise</strong> macht deutlich, dass die
<strong>Wirtschafts- und Währungsunion</strong> derzeit
<strong>nicht ausreichend gegen die Schieflagen einzelner
Mitgliedstaaten geschützt</strong> ist.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Daher brauchen wir sehr schnell <strong>neue
Präventionsstrategien</strong>, um solchen Situationen
<strong>wirksam entgegensteuern zu können</strong>. Euromitglieder,
die ihrer <strong>Verantwortung</strong> gegenüber der
<strong>Gemeinschaftswährung nicht gerecht</strong> werden, müssen
künftig <strong>detaillierte und engmaschig kontrollierte
Reformvorgaben bekommen.</strong></p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Ich begrüße, dass unter spanischer Präsidentschaft,
sehr geehrter <strong><span>Herr Generalkonsul Enrique
Iranzo</span></strong>, Europa derzeit mit der <strong>„EU
2020-Strategie“</strong> einen <strong>nachhaltigen Weg aus der
Wirtschafts- und Finanzkrise</strong> sucht. Dabei muss die
strategische Neuausrichtung der EU-Politik konsequent auf die
<strong>Hauptziele Wachstum und Beschäftigung</strong> ausgerichtet
sein. So sichern wir Arbeitsplätze und Wohlstand in Europa.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong>Die Pläne der EU-Kommission zur Strategie
„EU 2020“ sind allerdings zu dirigistisch und hemmen unsere
Wachstumskräfte.</strong> Diese Pläne wären ein massiver Eingriff
in die Souveränität der Staaten.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Wir brauchen keine europäische
Wirtschaftsregierung, sondern eine <strong>Kultur des voneinander
Lernens</strong>.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Nur so können wir die <strong>internationale
Wettbewerbsfähigkeit</strong> unserer Unternehmen weiter verbessern
und <strong>Visionen für die Schlüsseltechnologien der
Zukunft</strong> entwickeln. Denn die EU steht mit anderen
Wirtschaftsräumen wie USA, China oder Indien in einem harten
Wettbewerb.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Europa ist stets dann am stärksten, wenn es seine
<strong>Kräfte der Freiheit und der Kreativität</strong> entfalten
kann und wenn es sein Potential <strong>gemeinsam</strong> zum
Tragen bringt.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Im Geiste der Freiheit und Zusammenarbeit können
wir die enormen <strong>ökonomischen, ökologischen und
demographischen Herausforderungen in Europa</strong> erfolgreich
bewältigen.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong>Anrede</strong></p>
<p class="Rede"><strong>&nbsp;</strong></p>
<p class="Rede"><strong>Lassen Sie uns auch weiterhin gemeinsam für
unsere Bürgerinnen und Bürger arbeiten und Hand in Hand in eine
gute europäische Zukunft gehen.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10312645/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10312645/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Verleihung der Europa-Medaille an Bernd Eichinger</title>
<description><![CDATA[<p class="Rede">Sehr geehrter Herr Eichinger,</p>
<p class="Rede">verehrte Festgäste,</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">der legendäre französische Filmregisseur
<strong>Godard</strong> hat einmal gesagt: <strong>„Film =
Wahrheit, 24 mal pro Sekunde“</strong>. Diesen hohen künstlerischen
Anspruch haben Sie, sehr geehrter Herr Eichinger, immer an Ihre
Produktionen gestellt. Sie sind ein <strong>großartiger Vertreter
europäischer Filmkunst</strong>!</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Ich freue mich deshalb sehr, <strong>Ihnen</strong>
heute die <strong>Europa</strong><strong>-Medaille der Bayerischen
Staatskanzlei</strong> überreichen zu dürfen. Mit dieser
Auszeichnung möchte Ihnen die Bayerische Staatsregierung für Ihre
<strong>herausragenden Leistungen</strong>
<strong>danken</strong>.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Die Europamedaille wurde <strong>1990 erstmals
verliehen</strong>. Mittlerweile gibt es bereits <strong>219
Inhaber</strong> dieser Auszeichnung. Es sind vorbildhafte
<strong>Persönlichkeiten</strong>, die sich auf unterschiedlichste
Weise besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa
erworben haben.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Die <strong>Aktionsfelder für europäisches
Engagement</strong> sind so <strong>vielfältig</strong> wie die
ausgezeichneten Persönlichkeiten selbst. Alle haben sich <strong>in
verschiedenen Funktionen</strong> für das Zusammenwachsen Europas
eingesetzt und damit die <strong>politische Idee des geeinten
Europa im täglichen Leben verwirklicht.</strong></p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Natürlich muss die Politik <strong>funktionierende
Strukturen</strong> in Brüssel schaffen. Aber genauso wichtig ist
es, <strong>Europa</strong> <strong>vor Ort</strong> <strong>in den
Köpfen und Herzen der Menschen zu verankern</strong>.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Einen ganz großen <strong>Beitrag zum
Zusammenwachsen der Menschen über Grenzen hinweg</strong> – davon
bin ich überzeugt – leisten <strong>Kunst und Kultur</strong>. Denn
– um mit Goethe zu sprechen: „Die Kunst ist eine Vermittlerin des
Unaussprechlichen.“</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Die <strong>Zustimmung der Bürger</strong> zur
Europäischen Union und die <strong>Identifizierung mit
Europa</strong> als gemeinsamer kultureller, weltanschaulicher und
historischer Herkunft <strong>muss uns allen am Herzen
liegen.</strong></p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Gerade in <strong>krisenhaften Zeiten</strong> wie
diesen, in denen sich die Menschen Sorgen machen um die
<strong>Stabilität des Euro</strong> und die <strong>Zukunft der
Wirtschafts- und Währungsunion</strong>, ist die Erinnerung an die
großen Erfolge des europäischen Einigungswerks vonnöten.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Europa ist heute eine <strong>Friedens-</strong>
und <strong>Wertegemeinschaft</strong>, in der Jahrhunderte alte
Gegensätze und Konflikte einer verlässlichen Partnerschaft und
Freundschaft gewichen sind. Bei allen Unvollkommenheiten und
Widrigkeiten ist die europäische Einigung daher eine
<strong>einzigartige Erfolgsgeschichte</strong>.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Die Bayerische Staatsregierung engagiert sich
dafür, dass diese Erfolgsgeschichte fortgeschrieben wird. Es
braucht zahlreiche <strong>Mitspieler aus allen gesellschaftlichen
Bereichen</strong>, damit dies auch künftig gelingt.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Ich komme nun zur Laudatio:</p>
<p class="Rede"><strong>&nbsp;</strong></p>
<p class="Rede"><strong>Sehr geehrter Herr Eichinger,</strong></p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong>Filmproduzent, Drehbuchautor,
Regisseur</strong> – Sie sind eine <strong>Ikone der</strong>
deutschen, aber auch der europäischen und internationalen
<strong>Film- und Fernsehlandschaft!</strong></p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Ihr unglaubliches <strong>Gespür für attraktive
Stoffe</strong>, Ihr <strong>Sinn für Qualität</strong>, Ihre
<strong>Visionen</strong> und Ihr untrüglicher <strong>Blick für
große Schauspieler</strong> machen Sie zum Garanten für
erfolgreiche Filme in Deutschland und auf dem internationalen
Kinomarkt.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Dabei haben Sie durch die <strong>Auswahl Ihrer
Themen</strong> stets <strong>öffentliche Debatten
ausgelöst</strong> und politisch wie gesellschaftlich fruchtbare
Diskussionen angestoßen. Dies galt bereits <strong>1981</strong>,
als Ihnen mit dem <strong>Drogendrama „Christiane F. – Wir Kinder
vom Bahnhof Zoo“</strong> der Durchbruch gelang. Und es gilt auch
für <strong>neuere Werke</strong>, die sich mit der
<strong>deutschen Geschichte</strong> auseinandersetzen, wie z. B.
<strong>„Der Untergang“ aus dem Jahr 2004</strong>, der die letzten
Tage Hitlers schildert, oder <strong>„Der Baader Meinhof Komplex“
von 2008</strong>, der den linksrevolutionären Terrorismus der RAF
ins Visier nimmt.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Zu Ihren <strong>großen internationalen
Kinohits</strong> zählen <strong>„Die unendliche
Geschichte“</strong>, <strong>„Der Name der Rose“</strong>,
<strong>„Das Geisterhaus“</strong> und <strong>„Das Parfum – Die
Geschichte eines Mörders“</strong> nach dem gleichnamigen
Weltbestseller von Patrick Süskind.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Sie sind in <strong>Neuburg an der Donau</strong>
in Oberbayern <strong>geboren</strong> und haben die
<strong>Hochschule für Film und Fernsehen in München</strong>
besucht. Gleich nach dem Abschluss Ihres Studiums gründeten Sie
Ihre <strong>erste Produktionsfirma</strong> – die <strong>Solaris
Film</strong>. Hier wurden viele jener Autorenfilme produziert, die
den „Neuen Deutschen Film“ auch über die Landesgrenzen hinaus
bekannt machten.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong>1979</strong> übernahmen Sie die
<strong>Leitung der Constantin Film</strong> und machten das
Unternehmen zum erfolgreichsten unabhängigen Produzenten und
Verleiher am deutschen Kinomarkt. Nach dem <strong>Börsengang
1999</strong> waren Sie zunächst Vorstandsvorsitzender, dann
Aufsichtsratsvorsitzender der Constantin Film AG.</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Sehr geehrter Herr Eichinger, mit Ihren
<strong>anspruchsvollen Produktionen</strong> und Ihrer
<strong>beeindruckenden Bandbreite</strong> sind Sie ein
<strong>herausragender Vertreter europäischer Filmkultur</strong>.
Darauf sind wir insbesondere als Bayern, aber auch als Europäer
stolz!</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p class="Rede">Bitte erlauben Sie mir, dass ich Ihren zahlreichen
Auszeichnungen eine weitere hinzufüge: Hiermit überreiche ich Ihnen
als Zeichen der Anerkennung Ihrer Leistungen und verbunden mit dem
Ausdruck meines Dankes die <strong>Europa-Medaille</strong> der
Bayerischen Staatskanzlei.</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10312639/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10312639/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Verleihung der Europa-Medaille im Prinz-Carl-Palais</title>
<description><![CDATA[<p class="Rede">Sehr verehrte Ehrengäste,</p>
<p class="Rede">sehr verehrte Abgeordnete des Bayerischen
Landtags,</p>
<p class="Rede">verehrte Vertreter des Konsularischen Korps,</p>
<p class="Rede">verehrte Festversammlung!</p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>
<p><strong>Václav Havel</strong> hat einmal gesagt:
<strong>„Europäer ist man nicht von Geburt – man wird es durch
Bildung.“</strong> In diesem Sinne freue ich mich sehr, heute 7
vorbildliche Persönlichkeiten mit der
<strong>Europa-</strong><strong>Medaille</strong> <strong>der
Bayerischen Staatskanzlei</strong> auszeichnen zu dürfen, die alle
diesen Weg gegangen sind und sich der europäischen Idee
verpflichtet haben.</p>
<p class="Rede">Sie alle haben sich um die <strong>Förderung des
Europa-gedankens in Bayern</strong> und um <strong>Bayern in
Europa</strong> in vielfältiger Weise verdient gemacht. Mit dieser
Auszeichnung möchte Ihnen die Bayerische Staatsregierung für Ihre
<strong>herausragende Leistung</strong>
<strong>danken</strong>.</p>
<p class="Rede">Die Europamedaille wurde <strong>1990 erstmals
verliehen</strong>. Mittlerweile gibt es bereits <strong>212
Inhaber</strong> dieser Auszeichnung. Es sind vorbildhafte
<strong>Persönlichkeiten</strong>, die sich auf unterschiedlichste
Weise besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa
erworben haben.</p>
<p class="Rede">Die <strong>Aktionsfelder für europäisches
Engagement</strong> sind so <strong>vielfältig</strong> wie die
ausgezeichneten Persönlichkeiten selbst. <strong>Sie alle</strong>
haben sich <strong>in verschiedenen Funktionen</strong> für die
europäische Einigung eingesetzt und damit die <strong>politische
Idee des geeinten Europa im täglichen Leben
verwirklicht.</strong></p>
<p class="Rede">Natürlich muss die Politik <strong>funktionierende
Strukturen</strong> in Brüssel schaffen. Aber genauso wichtig ist
es, <strong>Europa</strong> <strong>vor Ort</strong> <strong>in den
Köpfen und Herzen der Menschen zu verankern</strong>.</p>
<p class="Rede">Die <strong>Zustimmung der Bürger</strong> zur
Europäischen Union und die <strong>Identifizierung mit
Europa</strong> als gemeinsamer kultureller und historischer
Herkunft <strong>muss uns allen am Herzen liegen.</strong></p>
<p class="Rede">Europa ist heute eine <strong>Friedens-</strong>
und <strong>Wertegemeinschaft</strong>, in der Jahrhunderte alte
Gegensätze und Konflikte einer verlässlichen Partnerschaft und
Freundschaft gewichen sind. Bei allen Unvollkommenheiten ist die
europäische Einigung daher eine <strong>einzigartige
Erfolgsgeschichte</strong>.</p>
<p class="Rede">Mit dem <strong>Inkrafttreten des Vertrags von
Lissabon</strong> wurde endlich eine lange währende institutionelle
Reformdebatte beendet und die Europäische Union kann sich nun mit
der <strong>neuen Kommission</strong> und dem <strong>deutlich
gestärkten Parlament</strong> kraftvoll der inhaltlichen Arbeit
widmen. Die <strong>Themen, die national nicht mehr zu lösen
sind</strong>, sind zahlreich. Dafür brauchen wir eine
<strong>handlungsfähige Union</strong>, die die <strong>Stimme
Europas in der Welt</strong> gewichtig vertritt.</p>
<p class="Rede">Gerade vor dem aktuellen Hintergrund der weltweiten
Wirtschafts- und Finanzkrise bewährt sich die Europäische Union als
<strong>verlässlicher Stabilitätsanker.</strong></p>
<p class="Rede">Der <strong>europäische Binnenmarkt</strong> mit
500 Millionen Menschen und der Euro-Raum mit einer starken
Gemeinschaftswährung stützen und stabilisieren unsere deutsche
Wirtschaftskraft. <strong></strong>Das gilt ganz besonders für
unsere bayerischen <strong>Firmen</strong>, die jeden zweiten Euro
im Export verdienen.</p>
<p class="Rede">Gerade die <strong>Wirtschafts- und
Währungsunion</strong> stellt <strong>eine der ganz großen
Errungenschaften</strong> des europäischen Einigungsprozesses dar.
Auf diese Leistung können wir, kann unsere europäische
Völkerfamilie mit Recht stolz sein.</p>
<p class="Rede">Der <strong>Euro</strong> ist eine
<strong>wesentliche Basis für unseren wirtschaftlichen
Erfolg</strong>, für unsere <strong>Arbeitsplätze</strong> und für
unseren <strong>Wohlstand</strong>.</p>
<p class="Rede">Um wirtschaftlich auf Erfolgskurs zu steuern, muss
der Euro-Raum auch künftig ein <strong>Hafen der
Stabilität</strong> bleiben. Gerade im Hinblick auf
<strong>Griechenland</strong> sage ich ganz deutlich:</p>
<p class="Rede"><strong>Ein langfristig stabiler Euro setzt voraus,
dass alle Mitglieder ihre jeweilige Verantwortung für ihre
öffentlichen Finanzen wahrnehmen.</strong></p>
<p class="Rede">Die Bayerische Staatsregierung engagiert sich
dafür, dass der europäische Einigungsprozess auch weiterhin eine
Erfolgsgeschichte bleibt. Die europäische
<strong>Integration</strong> hat sich – trotz aller Schwierigkeiten
und Krisen – als das <strong>erfolgreichste politische Projekt in
der Geschichte</strong> unseres Kontinents erwiesen.</p>
<p class="Rede">Sie alle haben sich mit großer Tatkraft und
Ausdauer für Bayern und Europa engagiert. Dafür
<strong>danke</strong> ich Ihnen <strong>von Herzen</strong>. Und
ich möchte Sie bestärken, in diesem Wirken fortzufahren.</p>
<p class="Rede">Ich darf Ihnen nun in <strong>alphabetischer
Reihenfolge</strong> die Europa-Medaille verleihen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong>Sehr geehrte Frau
Demmerschmidt,</strong></p>
<p class="Rede">als <strong>Rundfunkmoderatorin auf Antenne
Bayern</strong> sind Sie weithin bekannt für Ihre
<strong>Sendung</strong> <strong><em>On the road
again</em></strong>, in der Sie sonntags abends Ihre Hörer mit
Informationen zum Thema „Auto und Verkehr“ und mit guter Musik
versorgen.</p>
<p class="Rede">Dass Sie Ihre Kontakte und Möglichkeiten als
Moderatorin dazu nutzten, eine <strong>außergewöhnliche</strong>
und <strong>sehr erfolgreiche humanitäre Hilfsmaßnahme</strong> für
<strong>Menschen in Not in Osteuropa</strong> zu initiieren, nötigt
mir Respekt ab! Ich möchte Sie deshalb heute für die von Ihnen vor
16 Jahren ins Leben gerufene Aktion <strong>„Weihnachtstrucker für
Osteuropa“</strong> auszeichnen.</p>
<p class="Rede">Der <strong>Balkankrieg</strong> löste bei Ihnen
die Überlegung aus, dass man mit Hilfe von LKW-Fahrern, die
zahlreich zu Ihren Hörern zählen, <strong>Lebensmittelpakete zu
Kriegsopfern und Bedürftigen auf dem Balkan transportieren</strong>
könnte. Mit Enthusiasmus und Engagement ist es Ihnen gelungen,
viele Mitstreiter in Bayern zu gewinnen und Ihre Idee Realität
werden zu lassen.</p>
<p class="Rede">Jedes Jahr <strong>an Weihnachten</strong> startet
ein beeindruckender <strong>Konvoi aus schweren Trucks</strong>
beladen mit liebevoll gepackten Päckchen. Der Krieg ist heute
glücklicherweise vorbei, aber immer noch leben zu viele Kinder mit
ihren Familien in osteuropäischen Ländern <strong>unter der
Armutsgrenze</strong>, denen Sie mit Ihrer Aktion zu Weihnachten
eine Freude bereiten.</p>
<p class="Rede">Im <strong>Jahr 2009</strong> wurden <strong>59.860
Pakete</strong> im Freistaat gepackt und von Landshut aus mit
<strong>42 Trucks</strong> nach <strong>Albanien, Bosnien,
Moldawien, Serbien und Rumänien</strong> gebracht.</p>
<p class="Rede">Sehr geehrte Frau Demmerschmidt, Sie und Ihre Hörer
zeigen konkret, was <strong>europäische Solidarität</strong>
bedeutet. Hinter Ihrer Aktion, die Sie zusammen mit den
<strong>Johannitern</strong> umsetzen, steckt eine
<strong>großartige Logistik</strong>: In den Wochen vor Weihnachten
werden in ganz Bayern von Schulen, Kindergärten, Vereinen und
Familien Pakete gepackt, die an <strong>über 800
Sammelstellen</strong> abgegeben werden. Viele
<strong>Speditionen</strong> aus dem gesamten Freistaat stellen den
Johannitern gratis ihre LKWs zur Verfügung, die
<strong>Fahrer</strong> nehmen schwierigste Straßenverhältnisse und
extreme Strapazen auf sich.</p>
<p class="Rede">Ich freue mich, Ihnen heute als Zeichen meiner
Anerkennung dieser Leistung die
<strong>Europa</strong><strong>-Medaille</strong> der Bayerischen
Staatskanzlei verleihen zu dürfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong>Sehr geehrter Herr Göbel,</strong></p>
<p class="Rede"><strong>seit 1979</strong>, also seit nunmehr 31
Jahren, sind Sie <strong>Mitglied der Europa-Union im Kreisverband
Bad Tölz-Wolfratshausen</strong>. <strong>Seit 1988</strong> bis
heute sind Sie als <strong>Kreisvorsitzender</strong> tätig. Dieses
<strong>langjährige ehrenamtliche Engagement</strong> verdient
Anerkennung und dafür möchte ich Sie heute offiziell würdigen.</p>
<p class="Rede">Sie haben Europa stets als Herausforderung und
Chance begriffen. Deshalb haben Sie es sich zur Aufgabe gemacht,
den <strong>Europagedanken weiterzuverbreiten</strong>, ihn in die
Gemeinden des Landkreises zu tragen und <strong>insbesondere junge
Menschen für Europa zu begeistern.</strong></p>
<p class="Rede">Sie organisieren <strong>zahlreiche
Informationsveranstaltungen und Ausstellungen</strong>, um den
Menschen die Entscheidungsabläufe in der EU sichtbar zu machen und
den Mehrwert der europäischen Einigung für uns alle
aufzuzeigen.</p>
<p class="Rede">Dabei ist Ihnen die <strong>Zusammenarbeit mit den
verschiedenen Schulen im Landkreis</strong> sehr wichtig. Sie haben
jedes Jahr intensiv für die <strong>Teilnahme am Europäischen
Schulwettbewerb</strong> geworben und sogar die Auszeichnung der
jungen Siegerinnen und Sieger in entsprechend würdigem Rahmen
organisiert.</p>
<p class="Rede">Zusammen mit Ihrer Frau gründeten Sie im Jahr
<strong>1987</strong> die <strong>Internationale
Frauengruppe</strong>, um zugezogenen Ausländerinnen den
<strong>Integrationsprozess in die deutsche Gesellschaft zu
erleichtern</strong>.</p>
<p class="Rede"><strong>Anfang der 90er Jahre</strong> haben Sie
eine <strong>Brücke zur ungarischen Stadt Pecs</strong> – einer der
europäischen Kulturhauptstädte 2010 – geschlagen. Diese Initiative
konnte zu einem regen gegenseitigen Austausch und Dialog zwischen
verschiedenen Gruppen ausgebaut werden. So haben Sie die Kontakte
nach Frankreich, die Sie ebenfalls vorbildlich pflegen, um eine
weitere Achse nach Osten erweitert.</p>
<p class="Rede">Vor der <strong>Europawahl 2009</strong> haben Sie
unermüdlich <strong>für eine hohe Wahlbeteiligung
geworben</strong>.</p>
<p class="Rede">Diese Auswahl an europapolitischen Themen und
menschlichen Begegnungen, für die Sie sich engagieren, zeigt
eindrucksvoll, dass das europäische Einigungswerk Menschen wie Sie
braucht, um erfolgreich sein zu können.</p>
<p class="Rede">Ich möchte Ihnen deshalb als Zeichen meiner
Anerkennung Ihrer Verdienste verbunden mit dem Ausdruck meines
Dankes die <strong>Europa</strong><strong>-Medaille</strong> der
Bayerischen Staatskanzlei verleihen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong>Sehr geehrte Frau Hauschild,</strong></p>
<p class="Rede">Sie sind eine <strong>polyglotte</strong> und
<strong>weitgereiste Weltbürgerin</strong>, die sich an ihren
wechselnden Einsatzorten stets für die <strong>Förderung deutscher
Kunst und Kultur,</strong> aber auch <strong>der deutschen
Sprache</strong> einsetzt.</p>
<p class="Rede">Sie haben <strong>Englisch, Französisch und
Spanisch</strong> in Freiburg, Paris, Köln und Madrid
<strong>studiert</strong>. In den <strong>1980er Jahren</strong>
waren Sie in <strong>Paris</strong> als Leiterin der pädagogischen
Verbindungsarbeit tätig. Von <strong>1992-1996</strong> leiteten
Sie das <strong>Goethe-Institut in Atlanta</strong>, USA, wo Sie
das deutsche Programm für die Kulturolympiade der Olympischen
Spiele und der Para-Olympiade organisierten.</p>
<p class="Rede">Nach fünf Jahren in der <strong>Zentrale des
Goethe-Instituts in München</strong> übernahmen Sie
<strong>2001</strong> die <strong>Leitung des Goethe-Instituts in
Brüssel</strong> und zugleich den <strong>Posten der
EU-Beauftragten des deutschen Kulturinstituts</strong>.</p>
<p class="Rede">In den acht Jahren Ihrer Leitungstätigkeit in
Brüssel haben Sie viel bewegt: Sie haben vor allem die
<strong>Annäherung aller Goethe-Institute an die
EU-Institutionen</strong> zur diplomatischen Hilfestellung weltweit
und zur Nutzung von EU-Förderprogrammen für deutsche kulturelle
Anliegen als besondere Herausforderung begriffen und sehr gut
gemeistert.</p>
<p class="Rede">Neben diesem <strong>speziellen
Europa-Auftrag</strong> hat Ihnen der <strong>Standort Brüssel
weitere Aufgaben</strong> eingebracht, die Sie mit viel Engagement
verfolgt haben. So kämpften Sie stets mit Nachdruck für die
<strong>Förderung der deutschen Sprache</strong>, aber auch
allgemein für die <strong>Einhaltung des europäischen Prinzips der
Mehrsprachigkeit</strong> im EU-Alltag, der aus pragmatischen
Gründen eine klare Tendenz hin zum Englischen als <em>Lingua
franca</em> aufweist.</p>
<p class="Rede">Von 2007 bis 2008 waren Sie zusätzlich Präsidentin
der Vereinigung Europäischer Kulturinstitute in Brüssel und
förderten in dieser Funktion die <strong>europäische Zusammenarbeit
im Bereich der Kultur</strong>.</p>
<p class="Rede">Liebe Frau Hauschild, Sie sind eine
<strong>Persönlichkeit</strong>, die in herausragender Art und
Weise die <strong>europäische Idee befördert, verbreitet und auch
selbst lebt</strong>. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum
<strong>Zusammenwachsen der Menschen in Europa</strong>. Deshalb
verleihe ich Ihnen als Zeichen meiner Anerkennung Ihrer Verdienste
die <strong>Europa</strong><strong>-Medaille</strong> der
Bayerischen Staatskanzlei.</p>
<p class="Rede"><strong>&nbsp;</strong></p>
<p class="Rede"><strong>Sehr geehrte Frau Dr. Keidel,</strong></p>
<p class="Rede"><strong>Internationalität und
Weltoffenheit</strong> – diese Stichworte beschreiben zutreffend
sowohl Sie als Person als auch die Ziele, die Sie in verschiedenen
Positionen in der Welt der Wissenschaft engagiert verfolgt
haben.</p>
<p class="Rede">Als <strong>Vizepräsidentin der Technischen
Universität München</strong> von <strong>2000-2008</strong> haben
Sie sich mit großem Erfolg für die <strong>Internationalisierung
dieser Eliteuniversität</strong> eingesetzt. Sie haben stets für
eine <strong>bessere Positionierung der deutschen Universitäten auf
dem internationalen Bildungsmarkt</strong> plädiert, denn die
Globalisierung hat auch große Auswirkungen auf die
Universitäten.</p>
<p class="Rede">Das <strong>Motto der TUM</strong> lautet
<strong>„Beste Verbindungen weltweit“</strong>. <strong>Vier
internationale Austauschprogram-me</strong> und <strong>fast 400
Partneruniversitäten in Europa und der Welt</strong> unterstreichen
dies und eröffnen den Studierenden und Wissenschaftlern beste
Chancen.</p>
<p class="Rede">Als <strong>große Netzwerkerin</strong> haben Sie
zahlreiche <strong>internationale Kooperationsnetze zwischen
wissenschaftlichen Einrichtungen</strong> durch Ihre Expertise
bereichert. Als <strong>Politik- und
Kommunikationswissenschaftlerin</strong> war Ihnen das
<strong>Thema interkulturelle Kommunikation</strong> immer ein
besonderes Anliegen in Ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit.</p>
<p class="Rede">Sie sind <strong>Deutsch-Norwegerin</strong> und
haben persönlich den <strong>Vorteil</strong> erlebt, <strong>in
zwei Kulturen zu Hause sein zu können</strong>. Diese
Kindheitserfahrung haben Sie zum prägenden Element Ihrer
beruflichen Karriere gemacht.</p>
<p class="Rede">So wurden Sie im Jahr <strong>2007</strong>
<strong>Vorstandsvorsitzende des Bayerisch-Französischen
Hochschulzentrums</strong> und vertreten <strong>seit 2009</strong>
als eines von zwei deutschen Mitgliedern die Interessen von ca. 130
deutschen und französischen Hochschulen im <strong>Hochschulrat der
Deutsch-Französischen Hochschule</strong>. Konkret beschäftigen Sie
sich dabei mit <strong>bi- oder trinationalen
Studienprogrammen</strong> und <strong>fördern
Nachwuchswissenschaftler und Forschergruppen</strong> aus beiden
Ländern.</p>
<p class="Rede">Für diesen <strong>Einsatz für die europa- bzw.
weltweite Öffnung des Wissenschaftsstandortes Bayern</strong> danke
ich Ihnen. Ich freue mich, sehr geehrte Frau Dr. Keidel, Ihnen als
Zeichen der Anerkennung für Ihre Verdienste die
<strong>Europa</strong><strong>-Medaille</strong> der Bayerischen
Staatskanzlei überreichen zu dürfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong>Sehr geehrte Frau Klepo,</strong></p>
<p class="Rede">Sie sind <strong>in Bosnien-Herzegowina
geboren</strong> und haben <strong>in Sarajewo</strong> ein
<strong>Studium der Journalistik</strong> absolviert. Anschließend
arbeiteten Sie als <strong>Journalistin</strong> und waren
<strong>oppositionelle Abgeordnete</strong>, bis Sie <strong>im
Jahr 1992</strong> Ihre vom Krieg heimgesuchte Heimat verließen und
<strong>als Flüchtling nach Deutschland</strong> kamen.</p>
<p class="Rede">Schon wenige Wochen nach Ihrer Ankunft in
Deutschland haben Sie als Flüchtling <strong>Eigeninitiative
ergriffen</strong> und sich dafür eingesetzt, das Schicksal Ihrer
bosnischen Landsleute in Deutschland und im heimischen Kriegsgebiet
zu lindern.</p>
<p class="Rede">Sie haben <strong>Hilfsaktionen gestartet</strong>,
aus denen schließlich der <strong>gemeinnützige Verein „Hilfe von
Mensch zu Mensch e. V.“</strong> hervorging.</p>
<p class="Rede">Sie haben sich dabei immer für eine enorme
Bandbreite von <strong>Unterstützungsangeboten</strong> eingesetzt:
angefangen von der <strong>Sammlung</strong> und persönlichen
<strong>Übergabe von Hilfsgütern und Spenden</strong> über die
<strong>Unterstützung der freiwilligen Rückkehr</strong> für
Menschen, die in Bosnien-Herzegowina die Chance für einen Neuanfang
hatten, bis hin zur <strong>Hilfe bei der Integration in
Deutschland</strong>, teilweise mit Unterstützung des Europäischen
Flüchtlingsfonds.</p>
<p class="Rede">Sie haben immer deutlich gemacht, dass humanitäre
Hilfe sich einzig und allein an der <strong>Bedürftigkeit der
Betroffenen</strong> ausrichten darf und <strong>keinesfalls an
ihrer ethnischen Zugehörigkeit</strong>. Dies ist ein sehr
anspruchsvolles und nicht immer einfach zu bewältigendes Ziel. So
waren Sie eine der ersten, die <strong>Flüchtlinge aus dem
Kosovo</strong>, die in Lagern in Albanien und Montenegro lebten,
unterstützte.</p>
<p class="Rede">Sie, sehr geehrte Frau Klepo, sind zu einer
<strong>lebendigen Kontaktstelle zwischen Bayern und
Südost-Europa</strong> und zu einer in alle Richtungen offenen
<strong>Ansprechpartnerin für die in München lebenden Menschen aus
dem Balkanraum</strong> geworden.</p>
<p class="Rede">Seit dem Jahr 2001 moderieren Sie zudem wöchentlich
als <strong>verantwortliche Redakteurin</strong> die
<strong>multiethnische</strong> und <strong>mehrsprachige Sendung
„Blickpunkt Balkan“</strong> auf <strong>Radio Lora</strong>, einem
freien Münchner Bürgerradio, und informieren die Menschen so über
aktuelle Ereignisse auf dem Balkan, diskutieren Probleme und suchen
gemeinsam mit den Betroffenen nach Lösungen.</p>
<p class="Rede">Für Ihr großes Engagement und Ihren <strong>Einsatz
für Völkerverständigung und humanitäre Hilfe</strong> danke ich
Ihnen, sehr geehrte Frau Klepo, und freue mich, Ihnen als Zeichen
der Anerkennung für Ihre Verdienste um Bayern in einem Vereinten
Europa die <strong>Europa</strong><strong>-Medaille</strong> der
Bayerischen Staatskanzlei überreichen zu dürfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="Rede"><strong>Sehr geehrter Herr Konsul,</strong></p>
<p class="Rede"><strong>lieber Herr Dr. Werner,</strong></p>
<p class="Rede">es ist mir ein Herzensanliegen, Ihnen heute für
Ihre <strong>großen Verdienste</strong> um die <strong>Förderung
der bayerisch-schwedischen Beziehungen</strong>, insbesondere im
<strong>wirtschaftlichen Bereich</strong>, zu danken und Ihr
Engagement zu würdigen.</p>
<p class="Rede">Als <strong>Gründer einer
Rechtsanwaltskanzlei</strong>, deren <strong>Spezialität</strong>
die <strong>Rechtsbeziehungen zwischen Deutschland und
Schweden</strong> sind, als <strong>Gatte einer Schwedin</strong>
und als <strong>Honorarkonsul des Königreiches Schweden in
München</strong> verfügen Sie über eine enorme Schweden-Expertise
und haben hervorragende Netzwerke zwischen Bayern und Schweden
geknüpft.</p>
<p class="Rede">Als Wirtschaftsanwalt leisten Sie <strong>wertvolle
Unterstützung für bayerische Unternehmen</strong> im Hinblick auf
wirtschaftliche Kontakte mit Schweden. Durch Veröffentlichungen,
wie das in schwedischer Sprache verfasste <strong>Handbuch
„Niederlassung in Deutschland“</strong>, tragen Sie dazu bei, den
Aufmerksamkeitsgrad für <strong>Investitionen schwedischer
Unternehmen in Deutschland und Bayern</strong> zu erhöhen.</p>
<p class="Rede">In Ihrer Funktion als <strong>Honorarkonsul des
Königreichs Schweden</strong> vertiefen Sie durch
<strong>zahlreiche Initiativen und Veranstaltungen</strong> die
bayerisch-schwedischen Beziehungen nicht nur im wirtschaftlichen,
sondern auch im kulturellen Bereich. Insbesondere während der
<strong>schwedischen Ratspräsidentschaft</strong> im zweiten
Halbjahr 2009 waren Sie höchst aktiv.</p>
<p class="Rede">Als kompetenter, kenntnisreicher und gut vernetzter
<strong>Ratgeber</strong> sind Sie stets ein <strong>wichtiger
Begleiter der Staatsregierung auf Reisen nach
Schweden</strong>.</p>
<p class="Rede">Nicht unerwähnt lassen möchte ich Ihre gewichtige
und aktive <strong>Rolle innerhalb des Konsularischen Korps im
Freistaat</strong>. Als <strong>Initiator einer
„Verfassung“</strong> des Korps der in Bayern akkreditierten
Berufs- und Honorarkonsuln im Jahre 2003 haben Sie maßgeblichen
Anteil an der <strong>Entwicklung eines immer stärkeren
Gemeinschaftsgeistes</strong> zwischen den Diplomaten aus aller
Welt hier in Bayern.</p>
<p class="Rede">Sehr geehrter Herr Dr. Werner, Sie sind ein
<strong>großartiger Diplomat und „Bayer“</strong>, der in
herausragender Art und Weise die <strong>europäische Idee
befördert, verbreitet und auch selbst lebt</strong>. Sie leisten
einen wichtigen Beitrag zum <strong>Zusammenwachsen der Menschen in
Europa</strong>. Dies ist gerade in <strong>Zeiten der
Krise</strong>, die die Europäische Union <strong>in politischer
und wirtschaftlicher Hinsicht</strong> vor <strong>enorme
Herausforderungen</strong> stellt, besonders wichtig. Deshalb
möchte ich Ihnen zum Dank und als Zeichen meiner Anerkennung Ihrer
Verdienste die <strong>Europa</strong><strong>-Medaille</strong>
der Bayerischen Staatskanzlei verleihen.</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p class="Rede"><strong>Sehr geehrter Herr Landrat,</strong></p>
<p class="Rede"><strong>lieber Simon Wittmann,</strong></p>
<p class="Rede">als <strong>langjähriger Landrat des Landkreises
Neustadt an der Waldnaab</strong> hast Du die Chance, im
<strong>Zentrum Europas</strong> und an der <strong>Grenze zur
Tschechischen Republik</strong> <strong>völkerverbindend und
zukunftsorientiert</strong> zu wirken. Diese Chance hast Du stets
genutzt und Deinen Landkreis als <strong>weltoffen, kooperativ und
innovativ</strong> präsentiert!</p>
<p class="Rede">Der <strong>Festakt am 23. Dezember letzten
Jahres</strong>, mit dem des <strong>denkwürdigen Ereignisses der
Grenzöffnung vor 20 Jahren</strong> gedacht wurde, hat deutlich vor
Augen geführt, dass der Landkreis Neustadt an der Waldnaab die Zeit
produktiv genutzt und eine <strong>Kultur der Zusammenarbeit mit
den Nachbarn</strong> im Herzen Europas etabliert hat, von der alle
profitieren.</p>
<p class="Rede">Du hast die Initiative ergriffen und
<strong>zahlreiche grenzüberschreitende
Kooperationsprojekte</strong> in den Bereichen <strong>Verkehr,
Gewerbe, Kultur, Schulen und Tourismus</strong> angeregt und
vorangetrieben. Als herausragendes Beispiel für ein gelungenes
gemeinsames Projekt möchte ich den <strong>Paneuropa-Radweg von
Paris nach Prag</strong> nennen. Das ist gelebtes europäisches
Miteinander!</p>
<p class="Rede">Dein Augenmerk gilt jedoch nicht nur den Nachbarn
im Osten. Auch nach <strong>Frankreich</strong> pflegst Du als
frankophoner und frankophiler Oberpfälzer enge und
freundschaftliche Kontakte. Du hast <strong>Städte- und
Schulpartnerschaften</strong> initiiert und Dich für die Vertiefung
der <strong>Partnerschaft</strong> zwischen dem
<strong>Förderverein für die KZ-Gedenkstätte in
Flossenbürg</strong> und dem pädagogisch ausgerichteten
<strong><em>Centre Régional Résistance et Liberté</em></strong>
eingesetzt.</p>
<p class="Rede">Dafür wurdest Du im Jahr 2009 mit der
<strong>Bürgermedaille der Stadt Moncoutant</strong> für
<strong>Verdienste um die deutsch-französische
Freundschaft</strong> ausgezeichnet.</p>
<p class="Rede">Für Dein kompetentes, kreatives und überaus großes
Engagement für unsere <strong>Oberpfälzer Heimat im Herzen der
Europäischen Union</strong> danke ich Dir, lieber Simon, und freue
mich, Dir als Zeichen der Anerkennung für Deine Verdienste die
<strong>Europa</strong><strong>-Medaille</strong> der Bayerischen
Staatskanzlei überreichen zu dürfen.</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10312635/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10312635/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Festakt zur Europawoche mit Staatsempfang </title>
<description><![CDATA[<p class="Rede">- Anrede -<br />
<br />
</p>
<p class="Rede">Ihnen allen ein herzliches „<strong>Grüß
Gott“</strong> zum <strong>Auftakt der Europawoche 2010</strong>
hier in Straubing.</p>
<p class="Rede">Lieber Herr <strong>OB Markus Pannermayr</strong>,
vielen Dank für Ihre freundliche Begrüßung und für Ihre
Gastfreundschaft.</p>
<p class="Rede">Ihre Stadt ist ein ausgezeichneter Ort, um die
diesjährige Europawoche zu eröffnen. Denn mit der EU-Osterweiterung
vor sechs Jahren sind Straubing und Niederbayern wieder <strong>in
die Mitte Europas</strong> gerückt.</p>
<p class="Rede">Der <span>geographischen Lage</span>
Straubings<br />
<strong>im Herzen Europas</strong> entspricht die <span>innere
Haltung</span> der Menschen in dieser Gegend.</p>
<ul>
<li>
<div class="Rede"><strong>Straubing ist eine historische
Stadt.</strong> Die Grafen von Bogen haben uns Bayern die
weiß-blauen Rauten geschenkt.</div>
</li>
<li>
<div class="Rede"><strong>Die Straubingerinnen und Straubinger
denken europäisch.</strong> Straubing pflegt schon seit vielen
Jahren freundschaftliche Beziehungen zu seinen Partnerstädten in
Frankreich, Österreich und Irland.</div>
</li>
<li>
<div class="Rede"><strong>Die Wissenschaftsstadt Straubing ist
Vordenkerin für die Zukunft Europas.</strong> Das
<strong>Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe</strong>
erforscht schon heute die Bedeutung von Bioraffinerien für das
Europa von morgen und analysiert die Zukunftschancen der
europäischen Landwirtschaft.</div>
</li>
</ul>
<p class="Rede">&nbsp;Anrede</p>
<p class="Rede"><strong>&nbsp;</strong><strong>Die Feier des
Europatages und der Europawoche ist von großer
Symbolkraft.</strong><br />
<br />
</p>
<p class="Rede">Wir erinnern mit dem <strong>9. Mai 1950</strong>
an die <strong>Geburtsstunde des vereinten Europas</strong>. Damals
legte der französische Außenminister Robert Schuman den Grundstein
für die Integration.</p>
<p class="Rede">Sein Vorschlag zur Zusammenlegung der französischen
und deutschen Kohle- und Stahlproduktion war mutig. Seine
<strong>Vision von einem vereinten Europa</strong> war fünf Jahre
nach dem Zweiten Weltkrieg geradezu revolutionär. Die Geschichte
hat ihm recht gegeben.</p>
<p class="Rede">Der Einigungsprozess ist heute eine
<span>gesamt</span>europäische <strong>Erfolgsgeschichte</strong>.
Europa steht:</p>
<ul>
<li>
<div class="Rede">für <strong>Frieden und Freiheit</strong>,</div>
</li>
<li>
<div class="Rede">für erfolgreiche <strong>Zusammenarbeit in
Politik, Wirtschaft und Kultur</strong>,</div>
</li>
<li>
<div class="Rede">für eine gemeinsame
<strong>Zukunft</strong>.</div>
</li>
</ul>
<p class="Rede">Der <strong>europäische Binnenmarkt</strong> mit
500 Millionen Menschen stützt und stabilisiert unsere deutsche
Wirtschaftskraft. <strong></strong>Um wirtschaftlich auf
Erfolgskurs bleiben, brauchen wir aber <strong>auch in Zukunft
einen starken Euro</strong>.</p>
<p class="Rede"><strong>Ein langfristig stabiler Euro setzt voraus,
dass alle Mitglieder ihre jeweilige Verantwortung für ihre
öffentlichen Finanzen wahrnehmen.</strong></p>
<p class="Rede"><strong>Griechenland muss sein Sanierungsprogramm
konsequent umsetzen:</strong> Ich bin deshalb froh, dass der
<strong>IWF mit seiner ganzen Erfahrung</strong> dieses
<strong>Restrukturierungsprogramm</strong> überprüfen wird.</p>
<p class="Rede">Die finanzielle Hilfe durch die anderen EU-Staaten
der Eurozone muss ein <strong>absoluter Ausnahmefall</strong>
bleiben.</p>
<p class="Rede">Dies darf <strong>nicht der Beginn einer
dauerhaften Subventionierung von Griechenland</strong> sein, oder
gar der <strong>Einstieg in eine „Transferunion</strong>“:</p>
<ul>
<li>Das wäre eine <strong>nachhaltige Schwächung für die Stabilität
des Euro.</strong></li>
<li>Das wäre eine <strong>nachhaltige Schwächung für unseren
gesamten Wirtschaftsraum</strong>.</li>
</ul>
<p class="Rede">Anrede</p>
<p class="Rede">Europa sucht derzeit mit der <strong>„EU
2020-Strategie“</strong> einen nachhaltigen Weg aus der
Wirtschafts- und Finanzkrise. Dabei muss die strategische
Neuausrichtung der EU-Politik konsequent auf die <strong>Hauptziele
Wachstum und Beschäftigung</strong> ausgerichtet sein. So sichern
wir Arbeitsplätze und Wohlstand in Europa.</p>
<p class="Rede"><strong>Die Pläne der EU-Kommission zur Strategie
„EU 2020“ sind allerdings zu dirigistisch und hemmen unsere
Wachstumskräfte.</strong> Diese Pläne wären ein massiver Eingriff
in die Souveränität der Staaten.</p>
<p class="Rede">Wir brauchen keine europäische
Wirtschaftsregierung, sondern eine <strong>Kultur des voneinander
Lernens</strong>.</p>
<p class="Rede">Nur so können wir die <strong>internationale
Wettbewerbsfähigkeit</strong> unserer Unternehmen weiter verbessern
und <strong>Visionen für die Schlüsseltechnologien der
Zukunft</strong> entwickeln. Denn die EU steht mit anderen
Wirtschaftsräumen wie USA, China oder Indien in einem harten
Wettbewerb.</p>
<p class="Rede">Europa ist stets dann am stärksten, wenn es seine
<strong>Kräfte der Freiheit und der Kreativität</strong> entfalten
kann und wenn es sein Potential <strong>gemeinsam</strong> zum
Tragen bringt.</p>
<p class="Rede">Im Geiste der Freiheit und Zusammenarbeit können
wir die enormen <strong>ökonomischen, ökologischen und
demographischen Herausforderungen in Europa</strong> erfolgreich
bewältigen.</p>
<p class="Rede">Anrede</p>
<p class="Rede"><strong>Beispielhaft hierfür ist die
EU-Donaustrategie</strong>: Mit diesem
<strong>Vorzeigeprojekt</strong> wollen wir die Gestaltung unserer
künftigen Zusammenarbeit mit unseren ost- und südosteuropäischen
Partnern stärken. Die <strong>noch engere wirtschaftliche
Anbindung</strong> dieses Raums an Mitteleuropa liegt gerade in
unserem bayerischen Interesse.</p>
<p class="Rede"><strong>Denn die Donau ist eine entscheidende
Entwicklungsachse für die ganze Region und über die 10
Donauanrainer hinaus.</strong></p>
<p class="Rede">Von der Dynamisierung des Donauraums erwarten wir
starke und nachhaltige <strong>Impulse. Ich sehe durch diese
Initiative gerade für unsere bayerische Wirtschaft enorme
Wachstumsperspektiven.</strong> Auch in <strong>Wissenschaft und
Forschung</strong> kommen gerade hier <strong>aus Straubing
interessante Impulse.</strong></p>
<p class="Rede">Ich nenne hier nur die <strong>Initiativen im
Bereich der regenerativen Energien</strong> sowie insgesamt den
<strong>Ausbau der Netzwerke der Kammern, Hochschulen.</strong></p>
<p class="Rede">Mir ist es wichtig, die <strong>Repräsentanten vor
Ort einzubinden</strong> und <strong>Ihre Ideen in Projekten
umzusetzen.</strong> Das gilt ganz besonders für
<strong>Kunst</strong> und <strong>Kultur</strong>.</p>
<p class="Rede"><strong>Die Bayerische Staatsregierung unterstützt
mit allem Nachdruck die geplante Makroregion „Donauraum“.</strong>
Ich will, dass <strong>unsere Projekte</strong> Anfang nächsten
Jahres <strong>unter der ungarischen Ratspräsidentschaft starten
können.</strong></p>
<p class="Rede">Anrede</p>
<p class="Rede"><strong>Der Grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
gehört die Zukunft</strong>. Deshalb sehe ich auch in der geplanten
Europaregion Donau-Moldau <strong>eine echte Chance für unsere
Region zwischen</strong> den umgebenden <strong>Metropolregionen
München, Nürnberg, Prag und Wien</strong>.</p>
<p class="Rede">Ich bin überzeugt, durch die die <strong>vertiefte
Zusammenarbeit</strong> unserer Region wird ein dynamischer
Wirtschaftsraum entstehen, der Arbeit, Wohlstand und Lebensqualität
sichert. Das ist <strong>keine Vision, sondern das wird bald
Realität</strong>.</p>
<p class="Rede">Anrede</p>
<p class="Rede">Mit der <strong>Europawoche</strong> wollen wir bei
den Bürgerinnen und Bürgern Sympathie für die europäische Einigung
und größeres Interesse an Europa wecken.</p>
<p class="Rede">Europa <strong>lebt von der Begeisterung der
Menschen</strong> und entwickelt sich <strong>von unten nach
oben.</strong></p>
<p class="Rede">Heute Nachmittag hatten wir ja hier im Rathaussaal
schon eine wirklich beeindruckende <strong>Veranstaltung mit
Straubinger Schülerinnen und Schülern</strong>. Unter dem Motto
<em>„Wie sieht dein Europa aus?“</em> haben wir zwei Stunden lang
ausgiebig diskutiert, Anregungen ausgetauscht und Ideen
entwickelt.</p>
<p class="Rede"><strong>Mein Fazit: Europa begeistert auch und vor
allem unsere junge Generation.</strong></p>
<p class="Rede">Diese Begeisterung ist ein gutes Zeichen für die
Zukunft Europas.</p>
<p class="Rede">Ich freue mich, dass wir <strong>zur Eröffnung der
Europawoche</strong> den <strong>außenpolitischen Spiritus Rector
unseres Altbundeskanzlers Helmut Kohl</strong> gewinnen konnten.
Wir freuen uns auf <strong>Herrn Prof. Teltschik</strong> und
<strong>Ihre Sicht zur aktuellen Situation in der EU</strong>. Wir
hoffen natürlich <strong>auf den einen oder anderen
Ratschlag</strong>, ich welche Richtung wir weiter gehen
sollen.</p>
<p class="Rede">Ich wünsche den Veranstaltungen der Europawoche
<strong>viel Erfolg und große Resonanz</strong>.</p>
<p class="Rede"><strong>In diesem Sinne erkläre ich die Europawoche
2010 für eröffnet!</strong></p>
<p class="Rede">&nbsp;</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10312628/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10312628/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Eröffnung der Vollversammlung des Europäischen Jugendparlaments</title>
<description><![CDATA[<p>&nbsp;<em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene
Wort.</em>&nbsp;</p>
<p class="Rede">- Anrede -&nbsp;</p>
<p class="Rede">Herzlich willkommen zur 20. Nationalen
Auswahlsitzung des Europäischen Jugendparlaments in Deutschland. Es
freut mich, dass Sie alle Ihre persönlichen Kompetenzen, Ihre Ideen
und Visionen für die Zukunft Europas einbringen und Europa aktiv
mitgestalten wollen.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Demokratie reduziert sich nicht auf Abstimmungen.
Demokratie findet im Vorfeld statt. Sie alle hier verbindet die
Leidenschaft zum politischen Dialog. Damit prägen Sie unsere
Demokratie in Deutschland und Europa.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Mein Dank gilt hier insbesondere auch den
Mitgliedern des Europäischen Jugendparlaments Deutschland. Was hier
Jugendliche ehrenamtlich – in ihrer Freizeit - für Jugendliche
leisten, ist vorbildlich:</p>
<p class="Rede">Ihre politische Bildungsarbeit ist ein unbezahlbar
für unsere Demokratie. Sie sensibilisieren junge Menschen für
wichtige Zukunftsthemen. Sie sind eine Talentschmiede für die
Volksvertreter von morgen.&nbsp;</p>
<p class="Rede">I. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;
EUROPA IST EINE ERFOLGSGESCHICHTE&nbsp;</p>
<p class="Rede">Anrede&nbsp;</p>
<p class="Rede">Europa steht vor großen Herausforderungen. Aber
trotz der aktuellen Euro- und Schuldenkrise dürfen wir nicht
vergessen: Unser Europa steht für eine einzigartige
Erfolgsgeschichte. Europa steht:&nbsp;</p>
<ul>
<li>
<div class="Rede">für Frieden, Freiheit und sozialen
Wohlstand,</div>
</li>
<li>
<div class="Rede">für erfolgreiche Zusammenarbeit in Politik,
Wirtschaft und Kultur,</div>
</li>
<li>
<div class="Rede">für lebendige Partnerschaften von Kommunen,
Schulen, Universitäten, Unternehmen.&nbsp;</div>
</li>
</ul>
<p class="Rede">Unser Europa ist aber auch ein Global Player.</p>
<p class="Rede">Im Zeitalter der Globalisierung kann der einzelne
Staat oft wenig Einfluss nehmen auf Probleme und Zukunftsthemen.
Als EU aber haben wir politische Gestaltungskraft. Ich denke hier
konkret an:&nbsp;</p>
<ul>
<li>
<div class="Rede">die Finanz- und Wirtschaftskrise,</div>
</li>
<li>
<div class="Rede">die Energieversorgungssicherheit,</div>
</li>
<li>
<div class="Rede">den Klimaschutz,</div>
</li>
<li>
<div class="Rede">die Außen- und Sicherheitspolitik</div>
</li>
<li>
<div class="Rede">oder den internationalen Terrorismus.&nbsp;</div>
</li>
</ul>
<p class="Rede">Bei allen diesen Themen ist ein gemeinsames
wertorientiertes Handeln der EU unverzichtbar.&nbsp;</p>
<p class="Rede">II. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;
EUROPA IST WERTEGEMEINSCHAFT&nbsp;</p>
<p class="Rede">Anrede&nbsp;</p>
<p class="Rede">Mit Ihnen wächst eine Generation heran, für die ein
geeintes Europa selbstverständlich ist.</p>
<p class="Rede">Europa bedeutet für junge Menschen Mobilität und
Zukunftschancen: Schüleraustausch, Studienfahrten, Auslandsstudium
und –praktikum gehören heute zur Biographie vieler
Jugendlicher.&nbsp;&nbsp;</p>
<p class="Rede">Kalter Krieg, Spaltung in Ost und West, Mauer und
Stacheldraht, Grenz- und Zollschranken – das alles kennen Sie Gott
sei Dank nur noch aus den Geschichtsbüchern.!&nbsp;</p>
<p class="Rede">Umso wichtiger ist es, dass wir uns die
geschichtliche und kulturelle Dimension Europas immer wieder
vergegenwärtigen. <em>Nur wer weiß, wo er herkommt</em>,
<em>weiß</em> auch, wo <em>er hin will.</em></p>
<p class="Rede">&nbsp;Uns Europäer verbindet eine über 2000-jährige
Geschichte. Wir bilden eine enge Werte- und Kulturgemeinschaft.
Unsere Werte sind geprägt vom christlichen Menschenbild und von der
christlich-abendländischen Tradition.</p>
<p class="Rede">Unser Europa steht für Freiheit, Solidarität und
Subsidiarität. Es steht für die Achtung der Menschwürde, für
Demokratie und Sicherheit.</p>
<p class="Rede">Diese Werte sind auch der Schlüssel für die Zukunft
unseres gemeinsamen Europas.&nbsp;</p>
<p class="Rede">III. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; EUROPA
BAUCHT BÜRGERNÄHE<br />
<br />
</p>
<p class="Rede">Europa braucht auch den Rückhalt seiner Bürgerinnen
und Bürger – gerade in Zeiten der Krise und des Umbruchs.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Der Vertrag von Lissabon bringt Aufwind für die EU.
Mit Lissabon bekommen die Parlamente und die Bürger in der EU mehr
Mitsprache und Macht. Lissabon schafft mehr Demokratie, Transparenz
und Bürgernähe.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Ein Beispiel dafür ist die Einführung der
Europäischen Bürgerinitiative. Durch sie können Bürgerinnen und
Bürger aus verschiedenen Mitgliedstaaten nun per Bürgerbegehren die
EU-Kommission zum politischen Handeln auffordern.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Jeder Einzelne von uns ist gefordert, die Zukunft
Europas aktiv zu gestalten und zu einem Europa der Bürgerinnen und
Bürger zu machen.</p>
<p class="Rede">Europa muss in den Köpfen und Herzen der Menschen
ankommen. Das schafft Zusammenhalt.&nbsp;</p>
<p class="Rede">IV. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; AUFBRUCH ZU
EINEM STARKEN EUROPA&nbsp;</p>
<p class="Rede">Diesen Zusammenhalt brauchen wir auch bei der
Bewältigung der Euro- und Schuldenkrise. Europa steht momentan vor
der größten Bewährungsprobe seit Gründung der
Währungsunion.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Sie alle kennen die Stimmungslage in der
Bevölkerung. Viele sind verunsichert und sorgen sich um die
Stabilität des Euro.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Jetzt müssen wir in der EU die richtigen
Entscheidungen treffen, um das Erfolgsschiff Europa auf Kurs zu
halten.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Es darf nicht nur einen bloßen Rettungsschirm für
die Stabilität des Euro geben. Wir brauchen einen wertorientierten
Neuanfang. Europäische Zukunftspolitik muss die Eigenverantwortung
der Nationen und Generationengerechtigkeit im Blick haben.</p>
<p class="Rede">&nbsp;Die Länder die ihre Stabilitätsregeln massiv
verletzt haben, müssen ihre Volkswirtschaften nun konsequent
sanieren.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Wir brauchen klare Regeln für die Stabilität des
Euro und notfalls auch harte Strafen für Stabilitätssünder. Ich
denke hier an die Kürzung von EU-Fördermitteln, den Entzug des
Stimmrechts, oder auch an eine geordnete Staatsinsolvenz. Ich denke
aber auch an strenge und rechtzeitig wirkende Kontrollen durch die
EU-Kommission.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Wertorientierte Zukunftspolitik heißt aber auch:
Schluss mit dem Spekulationskapitalismus!</p>
<p class="Rede">Wir müssen klare Spielregeln und Kontrollen für die
internationalen Finanzmärkte durchsetzen.</p>
<p class="Rede">Deshalb muss sich Europa auch für die Einführung
einer internationalen Bankenabgabe und für eine
Finanztransaktionssteuer stark machen.&nbsp;</p>
<p class="Rede">V. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; ZUKUNFTSTHEMA UMWELT-
UND ENERGIEPOLITIK&nbsp;</p>
<p class="Rede">Anrede&nbsp;</p>
<p class="Rede">Wir brauchen in Europa eine wertorientierte,
nachhaltige Zukunftspolitik. Ein wichtiges Handlungsfeld ist hier
die Umwelt- und Energiepolitik.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Wir alle wollen unsere Schöpfung bewahren.<br />
Wir wollen unsern Kindern eine intakte Umwelt mit gesundem Boden,
gesunder Luft, gesunden Nahrungsmitteln und sauberem Wasser
übergeben. Deshalb halten wir in Europa auch in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten an unseren Umwelt- und Klimaschutzzielen
fest.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Punkt 1</p>
<p class="Rede">In der EU haben wir uns auf die „20-20-20-Formel“
geeinigt.</p>
<p class="Rede">Das heißt, im Kampf gegen den Klimawandel wollen
wir bis 2020:&nbsp;</p>
<ul>
<li>
<div class="Rede">20% des Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien
decken,</div>
</li>
<li>
<div class="Rede">20% mehr Energieeffizienz erzielen und</div>
</li>
<li>
<div class="Rede">20% weniger CO²-Emissionen.&nbsp;</div>
</li>
</ul>
<p class="Rede">Punkt 2</p>
<p class="Rede">Wir wollen, dass Europa bei der Entwicklung und
beim Einsatz umweltschonender Technologien die Nase vorn hat.
Deshalb forcieren wir gezielt:&nbsp;</p>
<ul>
<li>
<div class="Rede">Grüne Technologien,</div>
</li>
<li>
<div class="Rede">Elektromobilität und</div>
</li>
<li>
<div class="Rede">erneuerbare Energien.</div>
</li>
</ul>
<p class="Rede">&nbsp;Für die Exportnation Deutschland eröffnet das
vielfältige Chancen im internationalen Wettbewerb.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Wir brauchen in Europa ein nachhaltiges
Wirtschaftswachstum. Wachstum ist notwendig für Lebensqualität, für
Bildung, für soziale Sicherheit<br />
- gerade in einer alternden Gesellschaft. Aber es muss das richtige
Wachstum sein.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Deshalb setzen wir bei der Wachstumsstrategie
Europa 2020 auf die Synthese von Ökonomie und Ökologie. Denn wir
müssen alles dafür tun, dass Europa im globalen Wettlauf mit China,
Indien oder Amerika wettbewerbsfähig bleibt.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Fazit: Unsere Anstrengungen zum Klimaschutz greifen
nur, wenn es uns gelingt, auch andere Industrienationen zu
nennenswerten CO²-Reduktionen zu verpflichten. Wir brauchen ein
globales Klimaschutzabkommen. Wir brauchen eine Fortschreibung des
Kyoto-Protokolls.</p>
<p class="Rede">&nbsp;„Umweltpolitik benötigt globales
Denken.“&nbsp;</p>
<p class="Rede">Sie alle haben zu diesem wichtigen Thema Ideen und
Zukunftsvisionen entworfen. Heute nun präsentieren und verteidigen
Sie Ihre Resolutionen in der parlamentarischen
Vollversammlung.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Damit leisten Sie alle einen wertvollen Beitrag zu
einem Zukunftsdiskurs, dem sich Europa und die Welt stellen
muss.&nbsp;</p>
<p class="Rede">VI. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;
SCHLUSS&nbsp;</p>
<p class="Rede">Konrad Adenauer hat einmal gesagt:&nbsp;</p>
<p class="Rede"><em>„Eine große Vergangenheit
verpflichtet.</em></p>
<p class="Rede"><em>Sie verpflichtet zum Streben nach
gleich</em></p>
<p class="Rede"><em>großer Zukunft!“</em></p>
<p class="Rede"><em>&nbsp;</em>Das ist unser Auftrag für das Europa
des 21. Jahrhunderts. Lassen Sie uns gemeinsam weiterbauen am
europäischen Haus. Damit unsere Kinder und Enkelkinder in Frieden,
Freiheit, Wohlstand und einer intakten Umwelt leben
können.&nbsp;</p>
<p class="Rede">Sie alle bestimmen den Weg Europas in dieZukunft
mit. Europa liegt in Ihren Händen!&nbsp;</p>
<p class="Rede">Und denken Sie daran: Dabei sein ist alles! Auch
wenn nur zwei Delegationen zu den internationalen Sitzungen des
Europäischen Jugendparlaments nach Liviv/Lemberg und Athen fahren
werden. Was zählt, sind Ihre persönlichen Erfahrungen, Ihr
Engagement für Europa!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10312054/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10312054/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Seminar „Western Cape and Bavaria: Commitment of civil society towards one world“ in Kapstadt</title>
<description><![CDATA[<p><em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.</em></p>
<p>- Anrede -</p>
<p>Ich wünsche Ihnen einen guten Morgen und begrüße Sie alle sehr
herzlich. Es freut mich, hier zu sein, denn Kapstadt ist ein
wunderbarer Ort. Ich hatte schon die Gelegenheit, die Stadt zu
sehen. Sie gehört zu den schönsten der Welt.</p>
<p>Durch die Fußball-Weltmeisterschaft, die gestern begonnen hat,
wird der Blick der Welt auf Südafrika und auf den ganzen
afrikanischen Kontinent gelenkt. Ich begrüße sehr, dass Afrika ins
Bewusstsein der Menschen gerückt wird und dass durch die
Beschäftigung mit Afrika ein realistischeres und differenzierteres
Bild des Kontinents entsteht, jenseits der bekannten
Stereotypen.</p>
<p>Ein realistisches Bild muss vor allem von den zahlreichen
positiven Entwicklungen geprägt sein, die es überall auf dem
Kontinent gibt. Afrika ist im Wandel und in Bewegung. Es gibt auf
vielen Feldern spürbare Fortschritte:</p>
<ul>
<li>Zahlreiche Kriege und Bürgerkriege sind inzwischen
überwunden.</li>
<li>In vielen Staaten gewinnen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und
Menschenrechte immer mehr Rückhalt.</li>
<li>Es gibt an vielen Orten eine positive wirtschaftliche
Entwicklung mit stabilem Wachstum.</li>
<li>Auch bei der Bildung hat sich einiges getan. Die
Einschulungsquote in Afrika steigt.</li>
</ul>
<p>Diese Fortschritte machen Hoffnung und geben Zuversicht. Sie
belegen auch, dass Unterstützung ankommt und auf fruchtbaren Boden
fällt. Und diese Fortschritte lassen bei den Menschen bei uns zu
Hause in Deutschland die Erkenntnis wachsen, dass Afrika ein
interessanter Partner in vielen Bereichen wird. Das bayerische
Handelsvolumen mit Afrika betrug im vergangenen Jahr 5,4 Milliarden
Euro.</p>
<p>Der Freistaat Bayern engagiert sich seit vielen Jahren in
Afrika. Wir setzen vor allem auf die bilaterale Zusammenarbeit mit
ausgewählten Regionen. Unser Engagement ist eingebettet in den
internationalen Rahmen. Der bayerische Ansatz besteht in Beratung
zum Selbstaufbau, ist Hilfe zur Selbsthilfe. Unser Ansatz ist, dass
die afrikanischen Staaten und Völker eigenverantwortlich ihre
Entwicklung in die Hand nehmen. Und unser Ansatz ist, dass mit
Fortschritten in der Wirtschaft auch Fortschritte bei den
Menschenrechten, bei Freiheit und Demokratie einhergehen
müssen.</p>
<p>Denn letztlich sichern nur rechtsstaatliche und demokratische
Strukturen eine positive gesellschaftliche und wirtschaftliche
Entwicklung dauerhaft ab. Wir sind überzeugt, dass dieses Modell
nachhaltig und zukunftsweisend ist.</p>
<p>Zusammen mit unserer Partnerprovinz Westkap gehen wir derzeit
folgende Schwerpunktthemen an: An erster Stelle steht die
Bekämpfung von Aids und die Hilfe für Aidskranke. Wir unterstützen
zwei Kliniken: eine Tagesklinik und ein Kinderkrankenhaus hier in
Kapstadt, das aidskranke Kinder betreut.</p>
<p>Neben diesem Beitrag sehen wir als entscheidend an, dass die
junge Generation eine qualifizierte Ausbildung erhält. Deshalb
fördern wir seit 1997 Pilotprojekte in Westkap, in denen
Jugendliche erfolgreich ausgebildet werden. Das Fördervolumen
beträgt bisher 2 Millionen Euro.</p>
<p>Bei Wissenschaft, Forschung und High-Tech wollen wir die
Kooperation Westkap - Bayern deutlich verstärken. Es gibt schon
gute Ansätze: Zum Beispiel hat die Universität Würzburg mit den
Universitäten von Stellenbosch und Kapstadt ein Graduiertenkolleg
im Bereich Immunologie eingerichtet. Für uns ist dieses Kolleg
übrigens das erste mit einem Kooperationspartner in Afrika. Und die
Universität Würzburg hat soeben am 21. Mai 2010 eine
Wissenschaftspartnerschaft mit der Universität von Kapstadt
abgeschlossen.</p>
<p>Die bayerische Unterstützung für Afrika kommt aber keineswegs
nur von der Staatsregierung. Wir haben ein sehr lebendiges
bürgerschaftliches Engagement, auf das ich sehr stolz bin. Über 100
Mitgliedsgruppen haben sich mittlerweile im Eine Welt-Netzwerk
Bayern zusammengeschlos¬sen. Jede Mitgliedsgruppe hat im Rahmen
zahlreicher Initiativen bereits wichtige Beiträge für unsere „Eine
Welt" geleistet.</p>
<p>Dieses Netzwerk ist ein starker Partner für Afrika. Es ist heute
durch die beiden Vorstände Dr. Norbert Stamm und Dr. Alexander
Fonari hier vertreten. Im Namen der Bayerischen Staatsregierung
danke ich sehr für ihr Engagement. Wir arbeiten in Bayern gut
zusammen und werden die Zusammenarbeit fortführen. Ich sehe die
Unterstützung des bürgerschaftlichen Eine Welt-Engagements als
einen wesentlichen Bestandteil der bayerischen Aktivitäten im
Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit.</p>
<p>Ich begrüße sehr, dass unser bayerisches Netzwerk in Zukunft
verstärkt mit seinem Partnernetzwerk in der Provinz Westkap
zusammen arbeiten wird. Der zivilgesellschaftliche Austausch über
Kontinente hinweg ist sehr wertvoll und wird die Partnerschaft
Bayern - Westkap mit weiterem Leben erfüllen und bereichern. Die
Bayerische Staatsregierung wird den weiteren Ausbau von
Partnerschaften zwischen Schulen, Kommunen, Kirchengemeinden und
Nichtregierungsorganisationen unterstützen.</p>
<p>Ich bin überzeugt: Eine stärkere Vernetzung ist richtig. Damit
haben wir stets gute Erfahrungen gemacht und davon werden beide
Seiten profitieren. Durch meinen Besuch hier in Kapstadt soll die
Zusammenarbeit mit Westkap auf vielen Feldern ausgebaut und
vertieft werden. Wir suchen in Südafrika den Austausch als
gleichberech¬tigte Partner auf Augenhöhe und das Miteinander unter
Freunden.</p>
<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!</p>
<p>Die bisherige Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südafrika
ist auf allen Ebenen von beachtlicher Sympathie und großem
Vertrauen getragen. Es besteht bereits ein reger Austausch.
Trotzdem hoffe ich, dass wir heute durch dieses Seminar eine
weiteren, großen Schritt vorwärts kommen.</p>
<p>Ich wünsche Ihnen einen guten Dialog über die nachhaltige und
gerechtere Gestaltung der Globalisierung und vielversprechende
Fortschritte bei allen geplanten Projekten. Die Themenfelder
„Fairer Handel", „gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen",
„Partnerschaft" und „Bildung für nachhaltige Entwicklung" sind
dafür sicher richtig gesetzt.</p>
<p>Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.</p>
<p>&nbsp;</p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10311589/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10311589/index.htm</guid>
</item>
<item>
<title>Reise nach Prag - wirtschaftspolitisches Arbeitstreffen</title>
<description><![CDATA[<p>&nbsp;<em>Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene
Wort.</em>&nbsp;</p>
<p>- Anrede -&nbsp;</p>
<p>Ein herzliches „Grüß Gott" Ihnen allen. Ich freue mich, bei
diesem wirtschaftspolitischen Arbeitstreffen hier in Prag dabei
sein zu können.&nbsp;</p>
<p>Die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer Prag und
die Industrie- und Handelskammer Regensburg haben heute ein Thema
auf die Agenda gesetzt, das mir auch persönlich sehr am Herzen
liegt: Ostbayern und Westböhmen – zwei Wirtschaftsregionen auf dem
Weg zur Europaregion.&nbsp;</p>
<p>Noch besser würde mir gefallen, wenn wir schon sagen könnten:
„Eine Wirtschaftsregion auf dem Weg zur Europaregion." Meine
Vorstellung ist, dass Ostbayern mit Westböhmen zu einem kraftvollen
Wirtschaftsraum zusammenwächst, der ein eigenständiges Profil
entwickelt. Ein Wirtschaftsraum, der das Format hat, sich gegen die
Metropolregionen München, Nürnberg und Prag zu behaupten.&nbsp;</p>
<p>Deshalb begrüße ich die Bemühungen der Kammern für die
Konkretisierung der Region Ostbayern – Westböhmen. Miteinander
statt nur nebeneinander – diese Botschaft ist mittlerweile in der
Region angekommen. Das belegen die zahlreichen
grenzüberschreitenden Initiativen in Politik und Verwaltung,
Wissenschaft und Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.&nbsp;</p>
<p>An diesem Miteinander haben die DTIHK und die IHK Regensburg als
Brückenbauer großen Anteil. Ihr Engagement bringt vor allem die
Menschen auf beiden Seiten der Grenze einander näher. Damit wird
die europäische Integration für die Menschen in der Oberpfalz, in
Niederbayern, in Oberfranken und in den Bezirken Karlsbad, Pilsen
und Südböhmen ganz konkret erlebbar. Danke, dass Sie so kräftig an
unserer gemeinsamen europäischen Zukunft mitbauen!&nbsp;</p>
<p>Diese europäische Zukunft eröffnet Chancen, wie sie nur einmal
in einer Generation zu finden sind. Gerade die unmittelbare
Nachbarschaft zu Tschechien bietet unserer Heimat beste
Wirtschaftsperspektiven.</p>
<p>Aber in diesem Kreise und hier in Prag predige ich da
gottseidank bereits vor Gläubigen!&nbsp;</p>
<p>Doch auch die Menschen in Bayern müssen wissen: Unsere
Handelsbeziehungen zu Tschechien werden immer wichtiger. Das
schlägt sich in harten Zahlen und Fakten nieder:&nbsp;</p>
<ul>
<li>Bayerische Unternehmen exportierten allein im Jahr 2009 Waren
im Wert von über 4 Mrd. Euro nach Tschechien.&nbsp;</li>
<li>Über 3.000 bayerische Unternehmen unterhalten
Geschäftsbeziehungen nach Tschechien. Rund 370 bayerische Firmen
sind mit Niederlassungen in Tschechien vertreten.&nbsp;</li>
<li>Tschechien war letztes Jahr weltweit Nummer 7 unter den
Handelspartnern Bayerns. Unter unseren mittel- und osteuropäischen
Nachbarn liegt Tschechien sogar auf dem ersten Rang.&nbsp;</li>
</ul>
<p>Jede dieser Zahlen ist ein eindrucksvoller Beleg für die
Bedeutung der bayerisch-tschechischen Zusammenarbeit.</p>
<p>Gerade Ostbayern hat hervorragende Aussichten, die Basis eines
dynamischen Wirtschaftsraums im Zentrum der EU zu werden. Unser
Ziel ist die Schaffung einer Europa-Region, bestehend aus der
Oberpfalz, Niederbayern, Süd- und Westböhmen sowie
Oberösterreich.&nbsp;</p>
<p>Durch die vertiefte grenzüberschreitende Zusammenarbeit schaffen
wir einen dynamischen Wirtschaftsraum, der den 5 Mio. Menschen
dieser Region auch in Zukunft Arbeit, Wohlstand und Lebensqualität
bietet – eine echte „win-win-Situation" für alle Seiten!&nbsp;</p>
<p>Meine Damen und Herren,&nbsp;</p>
<p>Wir werden ja im Anschluss noch etwas mehr zur
EU-Strukturpolitik und zu Konzepten für die Zeit nach 2013 hören.
Deshalb vorab nur so viel: Demnächst wird in Brüssel über die
EU-Finanzreform und die Finanzierung wichtiger Politikfelder ab
2013 gerungen.&nbsp;</p>
<p>Die gute Nachricht für die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit
vorab:&nbsp;</p>
<p>Die Unterstützung der strukturschwachen Mitgliedsstaaten wird im
Rahmen der Kohäsionspolitik nicht in Frage gestellt. Auch der
Förderung des Ziels „Europäische territoriale Zusammenarbeit" (ETZ)
wird ein europäischer Mehrwert zugeschrieben. Das ist gut und
richtig so.&nbsp;</p>
<p>Und dennoch kommen die beiden größten Ausgabenrubriken für
Agrar- und Kohäsionspolitik unter besonderen Rechtfertigungsdruck.
Das hat gerade für Bayern besondere Bedeutung: Wir erhalten in der
aktuellen Förderperiode 2007 bis 2013 insgesamt 576 Mio. Euro an
EFRE-Mitteln. 60% dieser Gelder werden in Ostbayern eingesetzt,
insbesondere in den Grenzregionen zu Tschechien.&nbsp;</p>
<p>Die Kohäsionspolitik muss auch in Zukunft allen Regionen
zugutekommen. Auch solchen, die in Nettobeitragszahler-Ländern
liegen! Auch bei uns gibt es strukturschwache Teilräume. Zudem
leisten alle Regionen wichtige Beiträge zur Wettbewerbsfähigkeit
und Stärke Europas. Nur wenn die EU auch die Starken stärkt, kann
sie im globalen Wettbewerb vorne dabei sein.&nbsp;</p>
<p>Deshalb muss das Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und
Beschäftigung" erhalten bleiben! Wir brauchen einen verlässlichen
Förderrahmen für innovative Ansätze, wie sie in der Region
praktiziert werden. Gerade die dezentrale und regionale
Programmplanung und -umsetzung hat sich bewährt!&nbsp;</p>
<p>Wenn die EU mit ihrer künftigen 2020-Strategie erfolgreich sein
will, dann sollte sie dieses Erfolgsprinzip berücksichtigen. Bayern
wird deshalb gemeinsam mit anderen betroffenen Regionen für eine
Fortführung des RWB-Ziels [Regionale Wettbewerbsfähigkeit]
eintreten.&nbsp;</p>
<p>Bayern hat ein Positionspapier zur EU-Kohäsionspolitik
verabschiedet. Weil das vor allem für unsere oberpfälzische Heimat
von essenzieller Bedeutung ist, werden wir dieses Thema auch am
Oberpfalztag am 16.09. entsprechend platzieren. Ich bin froh, dabei
auf die tatkräftige Unterstützung der Kammern zählen zu
können.&nbsp;</p>
<p>Meine Damen und Herren!</p>
<p>&nbsp;Die Wahlen in Tschechien haben ein eindeutiges Ergebnis
gebracht. Wir hoffen, unsere gute Zusammenarbeit möglichst bald mit
einer neuen handlungsfähigen Regierung in Prag
fortzusetzen.&nbsp;</p>
<p>Denn es geht jetzt vor allem in Brüssel darum, Öffentlichkeit
für unsere Anliegen herzustellen. Nur so können wir die nötigen
Mehrheiten finden.&nbsp;</p>
<p>Ziehen wir also gemeinsam kräftig an einem Strang, damit es auch
nach 2013 gut weitergeht&nbsp;&nbsp;</p>
<ul>
<li>in unseren bayerischen Grenzregionen,&nbsp;</li>
<li>mit der bayerisch-tschechischen
Wirtschaftsregion,&nbsp;&nbsp;</li>
<li>im Herzen Europas, das Bayern und Böhmen schon immer
waren.&nbsp;</li>
</ul>
<p>Darum geht es! Deshalb sind wir heute hier! Ich freue mich auf
die Diskussion mit Ihnen!</p>
<p>&nbsp;<span>&nbsp;</span></p>]]></description>
<link>http://www.bayern.eu/Reden-Staatskanzlei-.1362.10312042/index.htm</link>
<guid>/Reden-Staatskanzlei-.1362.10312042/index.htm</guid>
</item>
</channel>
</rss>
