Pressemitteilung

31.03.08

Aktive Sterbehilfe - Sozialministerin Stewens: "Selbsttötungsmaschine" ist menschenverachtend - Ausbau der palliativmedizinischen und palliativpflegerischen Versorgung muss weiter vorangetrieben werden

Aktive Sterbehilfe

Sozialministerin Stewens: "Selbsttötungsmaschine" ist menschenverachtend - Ausbau der palliativmedizinischen und palliativpflegerischen Versorgung muss weiter vorangetrieben werden

Bestürzt zeigte sich Bayerns Sozialministerin Christa Stewens und Schirmherrin der Bayerischen Stiftung Hospiz über die am vergangenen Freitag vorgestellte "Selbsttötungsmaschine" des ehemaligen Hamburger Justizsenators Roger Kusch. "Eine solche Maschine steht eindeutig im Widerspruch zur Würde eines jeden Menschen. In einer humanen Gesellschaft darf das Sterben nicht instrumentalisiert werden. Statt einem Sterben auf 'Knopfdruck' brauchen wir eine umfassende Sterbebegleitung im Sinne des Hospizgedankens sowie eine qualifizierte palliativmedizinische und palliativpflegerische Betreuung", erklärte Stewens.

"Jeder Mensch hat ein Recht auf ein würdevolles Sterben. Deshalb muss das Netz aus ambulanter und stationärer Hospizversorgung weiter ausgebaut werden. Sterbende soweit wie möglich von Schmerzen zu befreien, sie menschlich zu begleiten und ihnen einen Abschied in Würde, im Kreise ihrer Angehörigen zu ermöglichen ist die richtige Antwort auf die immer wieder aufkommende Diskussion um aktive Sterbehilfe oder organisierte Beihilfe zum Suizid", so die Ministerin. In Bayern existieren derzeit 125 Hospizvereine mit rund 4.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die eine kompetente und einfühlsame Sterbegleitung anbieten. Zur Verbreitung des Hospizgedankens und zur Verbesserung der Sterbebegleitung wurde 1999 die Bayerische Stiftung Hospiz mit einem staatlichen Zuschuss in Höhe von 3,6 Millionen Euro gegründet. Nähere Informationen zur Stiftung sind unter www.bayerische-stiftung-hospiz.de abrufbar.

Stewens: "Seit 1997 haben wir außerdem mit rund fünf Millionen Euro die Errichtung von stationären Hospizen und Palliativstationen an Krankenhäusern sowie von Akademien für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit gefördert. Heute verfügen wir in Bayern über 29 Palliativstationen mit 255 Betten und neun stationäre Hospize mit insgesamt 89 Plätzen. Weiterhin sind bislang neun ambulante Netzwerke - so genannte Palliative-Care-Teams - entstanden." Diese Teams bestehen aus qualifizierten Palliativmedizinern sowie speziell geschulten Palliativpflegekräften und agieren in Kooperation mit den Hospizvereinen. Ein vom Bayerischen Sozialministerium ins Leben gerufener Arbeitskreis begleitet den weiteren flächendeckenden Auf- und Ausbau dieser neuen Palliative-Care-Teams.

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