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Pressemitteilung
Diskussionsrunde zur Zeitarbeit - Sozialministerin Stewens: Zeitarbeit hat entscheidend zum Beschäftigungsaufbau in Deutschland beigetragen - Vereinbarungen von Unternehmen mit Gewerkschaften, Zeitarbeitsfirmen und Betriebsräten ist ...
Diskussionsrunde zur Zeitarbeit
Sozialministerin Stewens: Zeitarbeit hat entscheidend zum Beschäftigungsaufbau in Deutschland beigetragen - Vereinbarungen von Unternehmen mit Gewerkschaften, Zeitarbeitsfirmen und Betriebsräten ist richtiger Weg
"Zeitarbeit hat in den vergangenen Jahren entscheidend zum Beschäftigungsaufbau in Deutschland beigetragen. Sie bietet gerade gering Qualifizierten und Berufseinsteigern eine echte Chance, eine Beschäftigung zu finden. Denn viele Zeitarbeitsfirmen unterstützen ihre Bewerber durch gezielte Maßnahmen - vom rechtzeitigen Wecken bis zur Übernahme eines notwendigen IT-Kurses oder des Gabelstaplerscheines. Durch passgenaue Qualifizierung bieten sich dann auch Beschäftigungschancen außerhalb der Zeitarbeit, oft sogar direkt beim Entleihbetrieb", erklärte Bayerns Arbeitsministerin Christa Stewens auf der vom Arbeitsministerium in Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung veranstalteten Expertenanhörung zum Thema "Zeitarbeit - Heilmittel oder Krebsgeschwür" in München.
Zeitarbeit dürfe jedoch nicht dazu führen, dass Belegschaften ausgegliedert und anschließend als Zeitarbeitnehmer zu deutlich schlechteren Konditionen wieder in den Betrieb zurück verliehen werden. "Dies ist nicht Sinn und Zweck der Zeitarbeit. Vielmehr ist sie ein Instrument der Flexibilisierung, durch das insbesondere Produktionsspitzen abgefangen werden können", erklärte die Ministerin und fügte hinzu: "Wir werden daher die Entwicklungen in der Branche weiterhin mit kritischem Blick verfolgen." Eine "Schlüsselrolle" hat nach den Worten der Ministerin der Betriebsrat des Entleihbetriebes. "Die gesetzlichen Rechte des Betriebsrates bei der Entscheidung über Einsatz und Ausmaß von Zeitarbeitnehmern in einem Betrieb müssen klargestellt und gestärkt werden", so Stewens. "Als richtigen Weg" bezeichnete die Ministerin zudem freiwillige Vereinbarungen von Unternehmen mit Gewerkschaften, Zeitarbeitsfirmen und Betriebsräten zu den Arbeitsbedingungen und dem Anteil der Zeitarbeitnehmer in den Betrieben.
Von 2003 bis 2007 ist die jahresdurchschnittliche Zahl der Zeitarbeitnehmer in Deutschland von 327.000 auf 639.000 gestiegen. Damit waren im Jahr 2007 2,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Zeitarbeitnehmer.
Die Diskussionsrunde unter Leitung von Jürgen Schleifer vom Bayerischen Rundfunk beschäftigte sich mit sämtlichen Aspekten des Themas "Zeitarbeit" Neben Arbeitsministerin Christa Stewens waren Günter Wollny, Leiter Konzern Personal- und Sozialwesen der BMW AG, Wolfgang Braunmüller, Geschäftsführer und Gesellschafter der Augusta Personaldienstleistung GmbH, Jürgen Reinhardt, Betriebsratsvorsitzender Ranstad Deutschland, sowie Ilona Hinzmann, Betriebsratsvorsitzende Augsburger Allgemeine Zeitung und PD Medien Agentur, Mitglieder des Podiums.