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Pressemitteilung
Familienpolitik - Familienministerin Stewens: Wahlfreiheit für Familien ermöglichen - Neben finanziellen Hilfen und dem Ausbau der Kinderbetreuung ist eine Stärkung der Erziehungskompetenz notwendig
Familienpolitik
Familienministerin Stewens: Wahlfreiheit für Familien ermöglichen - Neben finanziellen Hilfen und dem Ausbau der Kinderbetreuung ist eine Stärkung der Erziehungskompetenz notwendig
"Familienpolitik muss Wahlfreiheit für Familien schaffen und die verschiedenen Lebensentwürfe respektieren und ermöglichen. Denn Eltern wissen selbst am besten, was für sie und ihre Kinder das Richtige ist. Der Staat hat die Verantwortung, Eltern bei ihrer Erziehung und in dem jeweils gewählten Familien- und Erziehungsmodell zu unterstützen. Sowohl Eltern, die sich für eine 'doppelte' Erwerbstätigkeit und außerhäusliche Kinderbetreuung entscheiden, als auch Familien mit traditioneller Rollenverteilung müssen Familie und Erziehung in der jeweils gewählten Form leben können." Darauf wies Bayerns Familienministerin Christa Stewens heute bei der fünften Münchner Tagung für Familienpsychologie hin, die in diesem Jahr unter dem Motto "Familien bewegen" steht.
Der Freistaat unterstützt massiv den Ausbau der Kinderbetreuung. "In den Haushaltsjahren 2007 und 2008 stehen dafür 601 Millionen bzw. 638 Millionen Euro zur Verfügung - so viel wie nie zuvor. Gerade bei der Betreuung der unterdreijährigen Kinder ist die Zahl der betreuten Kinder allein in den letzten zwei Jahren um 70 Prozent gestiegen. Zusätzliche Dynamik erwarte ich mir von der Beteiligung des Bundes", betonte Stewens. Nach den Prognosen des Deutschen Jugendinstituts wollen allerdings auch in Zukunft noch etwa zwei Drittel der Eltern mit unterdreijährigen Kindern kein öffentlich subventioniertes Betreuungsangebot in Anspruch nehmen. "Eine Mehrheit der Eltern wird also nach wie vor den Wunsch haben, ihre Kinder ausschließlich in der Familie zu erziehen. Auf Eltern darf deshalb kein Erwerbsdruck ausgeübt werden. Aus diesem Grund fordere ich ein Betreuungsgeld im Anschluss an das Elterngeld, das die Erziehungsleistung der Eltern anerkennt", erklärte die Ministerin.
Dritte Säule der Familienpolitik seien die Hilfen zur Stärkung der Erziehungskompetenz. "Frühe Bildung und Förderung von Kindern setzt vom ersten Tag an möglichst kompetente Eltern voraus. Nur wer die Erziehungskompetenz der Eltern von Anfang an fördert und Eltern im Alltag entlastet, schafft bestmögliche Bedingungen für die Entwicklung der Kinder. Gleichzeitig wird dadurch am wirksamsten der Gefahr von Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern präventiv begegnet", so die Ministerin. Besonders in der frühen Familienphase bestehe ein hoher Informationsbedarf. Stewens: "Wenn aus jungen Menschen plötzlich Eltern werden, sehen sie sich mit völlig neuen Aufgaben, Fragen und Problemen konfrontiert. Deswegen haben wir beispielsweise das Projekt MAJA initiiert, in dem Hebammen familienpädagogisch weitergebildet werden. Hebammen können so jungen Eltern über vielerlei Probleme hinweghelfen."