Pressemitteilung

22.10.08

Diskussion über Studienbeiträge

Die bislang unveröffentlichte HIS-Publikation „Studiengebühren aus der Sicht von Studienberechtigten“ wurde von den Autoren der Studie in-zwischen relativiert: Bezogen auf alle Studienberechtigten hätten nur 1,5 bis 3,8 Prozent ein Studium wegen der Gebühren abgelehnt. Im Gegenzug hätten auch zwei Prozent angegeben, sie wollten zu einer Hochschule mit Studienbeiträgen gehen, weil sie sich dort eine bessere Ausstattung erhofften. Die Studienbeiträge seien nur eine von vielen Ursachen für Studienberechtigte, sich gegen ein Studium zu entschei-den. So werden, so die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS), beispielsweise der Wunsch, „möglichst bald selbst Geld zu verdienen“ oder das Interesse für eine praktische Tätigkeit demgegenüber we-sentlich häufiger als Gründe für den Studienverzicht genannt. Die Studie beruht auf einer Befragung der Studienberechtigten aus dem Jahr 2006, also einem Zeitpunkt, zu dem in Bayern noch keine Stu-dienbeiträge erhoben wurden. „So wie die bundesweite Diskussion geführt wird, zielt sie offenbar darauf ab, etwas madig zu machen, was noch längst nicht untersucht ist. Hier ist zwingend eine seriöse und gründliche Untersuchung erforderlich“, sagte der Minister.

Für Bayern stellte Goppel fest, dass die Zahl der Studienanfänger auch nach Einführung der Studienbeiträge im Sommersemester 2007 weiter steigt, und zwar im Wintersemester 2007/2008 um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach den vorläufigen, von den Hochschulen gemeldeten Zahlen ist zum Wintersemester 2008/2008 eine weitere Steigerung um 5,3 Prozent zu verzeichnen. Bayern erfüllt damit die im Hochschulpakt festgeschriebene Verpflichtung zur Aufnahme von 55.410 Studienanfängern für das Studienjahr 2008. Die Prognosen für den Ausbau der bayerischen Hochschulen, die aufgrund der demo-graphischen Entwicklung und unter der Voraussetzung konstanten Studierverhaltens erstellt wurden, sind zutreffend.

Weiter betonte Goppel, dass die soziale Ausgestaltung der Studien-beiträge in Bayern ein zentrales Anliegen ist. „Wir haben in Bayern ein sozial ausgestaltetes Beitragsmodell vorgelegt, das die Studienbe-dingungen an den Hochschulen in enger Abstimmung mit den Stu-dierenden gezielt verbessert und zugleich zu tragbaren und überschau-baren finanziellen Bedingungen den Weg an den Hochschulen ermög-licht“, sagte der Minister. Rund ein Viertel der Studierenden sei z. B. aus sozialen Gründen von der Beitragspflicht befreit. Zudem biete Bayern ein Studienbeitragsdarlehen, das sich gründlich von den Auf-lagen „normaler Kredite“ unterscheidet. Unsere Studierenden brauchen für ein Darlehen keine Sicherheiten, auch keine Bonitäts-prüfung, sagte der Minister. Außerdem müsse das Darlehen erst ab einem bestimmten Mindesteinkommen zurückgezahlt werden. Unterschreitet ein Absolvent das Mindesteinkommen, wird die Rückzahlung ausgesetzt – in dieser Zeit entfallen auch die Zinsen. Goppel: „Liegt das Einkommen dauerhaft unter dem Mindesteinkommen, muss das Darlehen überhaupt nicht zu-rückgezahlt werden. Die Furcht, nach dem Studium vor einem Schul-denberg zu stehen, ist also unbegründet.“

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers