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Pressemitteilung
Beckstein eröffnet Deutschen Apothekertag in München
Beckstein: „Bayern steht zur freiberuflich geführten Apotheke / Sicheres System der flächendeckenden Rund-um-die-Uhr-Versorgung mit Arzneimitteln erhalten / Fachlich fundierte persönliche Beratung durch Apotheken schützt vor Gesundheitsgefahren“
Bayern steht zur freiberuflich geführten Apotheke und macht sich stark für den Erhalt von Qualität und Kundennähe. Das machte Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein heute in München bei der Eröffnung des Deutschen Apothekertages deutlich. Beckstein:"Wir müssen unser sicheres System der flächendeckenden Rund-um-die-Uhr-Versorgung mit Arzneimitteln erhalten. Dazu gehört auch eine fundierte, persönliche Beratung durch die Apotheken für die beste individuelle Versorgung. Telefonische Beratung durch Callcenter oder eine Selbstversorgung per Mausklick reicht nicht aus. Der Gesundheitsschutz darf nicht in den Hintergrund gedrängt werden." Bayern will deshalb ein Verbot für den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten erreichen und hat eine entsprechende Bundesratsinitiative eingebracht. „Arzneimittel sind keine normalen Waren, die man einfach so im Internet bestellt und bei Missfallen zurückgibt. Arzneimittel können der Gesundheit des Menschen erheblich schaden, wenn sie gefälscht oder falsch dosiert sind oder ohne Beachtung der Wechselwirkung mit anderen eingenommenen Arzneimitteln geschluckt werden. Verschreibungspflichtige Medikamente gehören nicht in den Internethandel", erläuterte Beckstein. Die Zunahme von Arzneimittelfälschungen aus dem Internet und Auswüchse des Arzneimittelversandhandels wie die sogenannten Pick-up-Stellen in Drogeriemärkten zeigen die Notwendigkeit zur Beschränkung des Versandhandels.
Bayern wendet sich auch vehement gegen die Aufhebung des Fremd- und Mehrbesitzverbotes. Beckstein: „Wir wollen keine Apothekenketten, wir wollen keine Apotheken, in denen nicht mal mehr ein Apotheker verantwortlich ist. Die bayerische Arzneimittelversorgung ist deshalb so sicher, weil sie durch Apotheken erfolgt, die nicht unter rein kommerziellen Aspekten, sondern mit hohem fachlichen Anspruch an den Gesundheitsschutz betrieben werden." Ein Verdrängungswettbewerb würde die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Arzneimitteln gefährden. Der Erhalt der mittelständisch geprägten Apothekenlandschaft ist wesentlich.
Beckstein sprach sich auch deutlich dafür aus, die bestehende Überregulierung besonders wegen der Arzneimittelrabattverträge zu reduzieren: „Diese neuen Regelungen zwingen den Patienten auf ein gewünschtes, weil gut verträgliches Arzneimittel zu verzichten. Der Apotheker muss dem Patienten ein anderes wirkstoffgleiches Medikament geben, wenn die Krankenkassen dafür Rabattverträge geschlossen haben. Hier brauchen wir wieder eine flexiblere Lösung und vor allem mehr Kostentransparenz."
In Bayern gibt es etwa 8.000 Apothekerinnen und Apotheker in etwa 3.500 öffentlichen Apotheken. Davon sind etwa 400 Apotheken als Filialapotheken geführt.