Pressemitteilung

26.03.08

Mit DNA-Analyse dem Fischotter auf der Spur, Identifizierung erlaubt Rückschlüsse auf Populationen

Der Fischotter hat im Freistaat nicht nur Freunde: Vor allem Fischer und Teichwirte in Ostbayern klagen über die Schäden, die durch die nächtlichen Beutezüge der scheuen und gefräßigen Tiere entstehen. Heiß diskutiert, aber bislang nicht belegbar ist die Otterdichte in der Region. Dem wird nun abgeholfen: Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller in München mitteilte, ist es der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) im Rahmen eines Fischotterprojekts gelungen, einen genetischen Fingerabdruck zu nehmen und damit einzelne Tiere eindeutig zu identifizieren. “Das wird die Diskussion um den Fischotter versachlichen, denn erstmals sind damit konkrete Aussagen über eine Population und ihre Entwicklung möglich”, sagte der Minister. Darüber hinaus ist die Methode Grundlage für die Verbesserung der Schutzmaßnahmen an den Teichen.

In zwei Testgebieten im Bayerischen Wald konnten aufgrund der DNA-Analysen 14 Fischotter bislang eindeutig nachgewiesen werden. Darüber hinaus werden im Rahmen des Forschungsvorhabens auch Untersuchungen zum Nahrungsspektrum, eine Erfassung von Fischotterschäden in Teichanlagen, eine Lebensraumkartierung sowie eine Befragung von Angelvereinen und Teichbesitzern durchgeführt. Angesichts der positiven Zwischenergebnisse des auf drei Jahre angelegten Projekts soll nach Aussage des Ministers nun mit den betroffenen Interessensgruppen ein Konzept für den künftigen Umgang mit Fischottern erarbeitet werden.

Der Fischotter, einer der größten Marderartigen in Europa, wiegt ausgewachsen bis zu zwölf Kilo, erreicht Körperlängen von etwa 1,3 Metern und kann täglich ein Kilo Fische fressen. In Bayern war er bis in die 70er Jahre fast ganz verschwunden. Heute kommt er vor allem im Bayerischen Wald vor, vereinzelt auch in der Oberpfalz und Oberfranken. Der Fischotter unterliegt dem Jagdrecht und ist ganzjährig geschont.

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