Pressemitteilung

18.04.08

Bernhard: In Bad Reichenhall bebt die Erde leichter - Regen löst kleine Erdbeben aus

+++ Bei Bad Reichenhall am Hochstaufen verursachen starke Regenfälle immer wieder sog. Schwarmbeben. Diese Schlussfolgerung zog Bayerns Umweltminister Otmar Bernhard heute in München nach Auswertung der Messergebnisse des Bayerischen Erdbebendienstes. Bernhard: '2005 konnten unsere Erdbebenforscher den Zusammenhang zwischen Starkregen-Ereignissen und den Erdbebenschwärmen unter dem Hochstaufen definitiv nachweisen. Welche Rolle dabei das im Untergrund befindliche Salzgestein spielt, wird aber noch diskutiert.' Dank des äußerst empfindlichen Messnetzes des Bayerischen Erdbebendienstes werden auch sehr schwache Erderschütterungen registriert, die von der Bevölkerung nicht wahr genommen werden. Gestern war das anders: Um 18:00 Uhr Ortszeit ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 3,4 in Bad Reichenhall in unmittelbarer Nähe des Thumsees in einer Tiefe von etwa 2,4 Kilometer. Das Beben war im Raum Bad Reichenhall deutlich zu spüren, vereinzelt als lauter, dumpfer Knall. Der Österreichische Erdbebendienst in Wien ermittelte sogar die Stärke 3,8. +++

Der Bayerische Erdbebendienst ist ein Vorzeigeprojekt für die Kooperation zwischen Fachbehörden und Universität. Das Messnetz besteht aus 21 Messstationen. Zwei Gebiete in Bayern stehen dabei unter besonderer Beobachtung: Bei Bad Reichenhall am Hochstaufen und in der Gegend um Marktredwitz gibt es immer wieder sog. Schwarmbeben. Besonders der Hochstaufen ist nach den Worten des Leiters der zentralen Erdbebenwarte, Prof. Heiner Igel ein einzigartiges Freiluft-Labor, das seinesgleichen im gesamten europäischen Alpenraum sucht. Der größte bisher gemessene Erdbebenschwarm ereignete sich dort im August 2002 und bestand aus über 600 Mikro-Erdbeben. Erdbeben-Messstationen stehen zudem im Fränkischen Jura, im Nördlinger Ries, in den bayerischen Alpen und in der Hohen Rhön.

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