+++ Immer mehr Storchenpaare finden in Bayern einen neuen Lebensraum. Dies betonte Bayerns
Umweltminister Otmar Bernhard heute in München, nachdem heuer bereits Ende Februar die ersten Weißstörche ihre Horste bezogen. Bernhard: 'Noch sind nicht alle 162 Brutpaare, die vergangenes Jahr bei uns ihren Nachwuchs aufgezogen haben, wieder hier. Im letzten Jahr wurden wegen der niedrigen Temperaturen und des verregneten Frühsommer nur 213 Jungtiere flügge, die Jahre zuvor waren es bis zu 270. Wir hoffen, dass es dieses Jahr wieder so viele werden.' Der Weißstorch gehört trotz intensiver Schutzmaßnahmen noch immer zu den bedrohten Vogelarten. Inzwischen wurden über 100 Projekte mit dem Ziel verwirklicht, den Lebensraum von Störchen zu schützen und wieder herzustellen. Feuchtgebiete, Flußauen und Überschwemmungsgebiete, die Meister Adebars bevorzugte Jagdreviere sind, wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten durch Trockenlegung immer seltener. Und genau hier setzt Bernhard zufolge das Artenhilfsprogramm mit Flächenankäufen sowie Renaturierungs- und Wiedervernässungsmaßnahmen an. Auch Überlandleitungen, die für den Storch eine tödliche Gefahr darstellen können, wurden 'storchensicher' gemacht. +++
Seit 1984 wird das Artenhilfsprogramm 'Storch' vom Landesbund für Vogelschutz umgesetzt, und das mit wachsendem Erfolg: 1990 gab es nur 78 Brutpaare, jetzt doppelt so viele. Störche sind inzwischen in ganz Bayern wieder zu entdecken; beispielsweise im Frankenwald, im Kettelshausner Ried, im Tal der Großen Laaber oder in Straubing auf der Stadtmauer. In den letzten Jahren konnten Wissenschaftler allerdings eine Veränderung des Überwinterungsverhaltens von Störchen feststellen: Viele ziehen nicht mehr in ihre Winterquartiere im nördlichen Afrika, zwischen Senegal und Tschad, sondern nur bis Spanien und Portugal. Damit sparen sie sich zweimal 1000 Kilometer Flug und kommen früher und ausgeruhter nach Bayern zurück.
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