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Pressemitteilung
Europaminister Söder ruft als Schirmherr der Interessengemeinschaft der Dialysepatienten zu mehr Organspenden auf
Söder: "Organspende ist neues Leben / EU-Richtlinie bei Qualitätsstandards für Organspenden ist überflüssig"
Bayerns Bundes- und Europaminister Dr. Markus Söder hat zum Tag der Organspende am 7. Juni die Menschen in Bayern zu mehr Organspenden aufgerufen. Als Schirmherr der Interessengemeinschaft der Dialysepatienten und Nierentransplantierten in Bayern e.V. nannte es Söder bei einer Veranstaltung in Nürnberg alarmierend, dass die Organspenden in Bayern bis Mai 2008 um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken sind. Söder: "Wir brauchen dringend ein neues Bewusstsein in der Bevölkerung, dass Organspende neues Leben für viele Menschen bedeutet. Bundesweit stehen 12.000 Menschen auf den Wartelisten für ein Spenderorgan, davon 1.700 in Bayern. Hinzu kommen bundesweit 63.000 Dialysepatienten, für die eine Nierentransplantation zu einer deutlich verbesserten Lebenserwartung führen würde. Die stark gesunkene Spendenbereitschaft ist ein herber Rückschlag für alle Patienten, die auf ein neues Organ angewiesen sind."
Söder betonte, dass Organmangel kein deutsches Phänomen ist, sondern ein Problem in ganz Europa. Der Europaminister kritisierte zugleich die geplante EU-Richtlinie zur Qualität und Sicherheit von Organspenden und - transplantationen. Söder: "Das deutsche Qualitätsniveau bei Organspenden ist bereits sehr hoch. Wir brauchen deshalb keine EU- Richtlinie bei Qualitätsstandards für Organspenden. Mit der Richtlinie wird nur unnötige Bürokratie aufgebaut, die den betroffenen Menschen nicht weiterhelfen kann. Eine Harmonisierung der Qualitäts- und Sicherheitsstandards auf EU-Ebene wird auch nicht zu mehr Organspenden führen." Der von der EU-Kommission angekündigte Aktionsplan zur verstärkten Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten bei Organspenden und -transplantationen ist nach den Worten Söders hingegen ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Hier könne das hohe deutsche Sicherheits- und Qualitätsniveau als Vorbild für andere EU- Staaten dienen.
Die EU-Kommission hat für Oktober/ November 2008 einen Richtlinienvorschlag angekündigt, der Grundsätze für einen Qualitäts- und Sicherheitsrahmen für die Übertragung menschlicher Organe zu therapeutischen Zwecken enthalten soll. Die Richtlinie soll von einem Aktionsplan für eine engere Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten flankiert werden.