Pressemitteilung

13.01.08

Europaminister Dr. Markus Söder fordert verstärkte Debatte über Europa der Werte / Söder: "Europa stärker mit dem Herzen annehmen" 2008 ist Europäisches Jahr des interkulturellen Dialogs

Europaminister Dr. Markus Söder hat zum europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs eine verstärkte Debatte über ein Europa der Werte gefordert. In den vergangen Jahren sei sehr viel über ein Europa der Institutionen und ein Europa der Regionen geredet worden. Söder: "Bei dieser eher technokratischen Betrachtung ist zu wenig in den Vordergrund gerückt worden, was die Menschen in Europa verbindet: Die gemeinsame christlich-abendländisch geprägte Werteordnung. Die Menschen müssen Europa stärker mit dem Herzen annehmen. Erst wenn die europäische Idee im Verstand und in den Herzen der Menschen angekommen ist, haben wir ein solides Fundament für ein Europa der Zukunft." Die Europäische Union wird nach den Worten Söders nur dann erfolgreich sein, wenn sie den Bürgerinnen und Bürgern durch Identität und Orientierung ein Gefühl der Zusammengehörigkeit in einer globalisierten Welt gibt. Dazu bedürfe es eines allgemein akzeptierten europäischen Wertebestands, der auf den christlich-abendländischen Werten wie Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und Gleichheit von Frauen und Männern beruht. Söder: "Eine starke werteorientierte eigene Identität gibt uns Sicherheit im Umgang mit anderen Kulturen. Der Grundkonsens über zentrale Errungenschaften und Werte kann in einem Europa der Werte nicht verhandelbar sein. Europa muss stärker zeigen, dass es sich als Gemeinschaft auf der Grundlage gemeinsamer Überzeugungen und Grundwerte versteht."

Söder forderte, dass sich die geografische Ausdehnung Europas an den gemeinsamen Wertvorstellungen und geschichtlichen Erfahrungen ausrichten muss. Die Mitgliedstaaten sollten durch ähnliche Grundstrukturen und vergleichbare gesellschaftliche Entwicklungen geprägt sein. Söder: "Um sich nicht in einer multikulturellen Beliebigkeitsmentalität zu verlieren, braucht der Mensch die kulturelle Prägung durch seine engere Heimat. Er braucht aber auch einen größeren kulturellen Rahmen, in dem er sich in Europa wiederfindet. Beides gelingt uns, wenn wir uns als Bayern, Schotten oder Sizilianer in einem gemeinsamen Europa sehen." Söder schloss vor diesem Hintergrund eine EU-Mitgliedschaft der Türkei aus. Söder: "Wir empfinden große Wertschätzung für die Türkei als wichtigen Partner der EU. Wir wollen sie beim politischen und wirtschaftlichen Reformprozess aktiv begleiten. Wir sehen aber auch, dass aufgrund der dort völlig anders verlaufenen historischen und kulturellen Entwicklung eine EU-Vollmitgliedschaft die gewachsene Wertegemeinschaft der Europäischen Union überfordern würde."

Söder kündigte an, dass sich Bayern im Jahr des interkulturellen Dialogs aktiv in die Diskussion über ein Europa der Werte einbringen wird. Dazu sind nach den Worten des Ministers im Jahr 2008 Veranstaltungen in München und Brüssel geplant.