Pressemitteilung

22.06.10

Bericht aus der Kabinettssitzung:

Bildungsangebot an Realschulen in Bayern wird weiter gestärkt / Kultusminister Dr. Spaenle: „Individuelle Potentiale der Schülerinnen und Schüler noch besser fördern" / Mit Initiative „Realschule 21" Schwerpunkte auf MINT-Fächern, Fremdsprachen, Begabtenförderung und intensiver Kooperation mit anderen Schularten 

 Deutsches Herzzentrum München (DHM) bleibt eigenständig und wird künftig enger mit Klinikum rechts der Isar und TU München zusammenarbeiten / Kooperationsvertrag sichert medizinische Spitzenstellung bei der Behandlung von Herzerkrankungen 

 Kabinett beschäftigt sich mit Entwicklung des Insolvenzgeschehens / Bayern hat Krisenjahr 2009 dank des Mittelstandschirms gut überstanden / Wirtschaftsminister Zeil: „Mit erprobtem Maßnahmenkatalog gut gerüstet für die Zukunft" 

 

1.    Bildungsangebot an Realschulen in Bayern wird weiter gestärkt / Kultusminister Dr. Spaenle: „Individuelle Potentiale der Schülerinnen und Schüler noch besser fördern" / Mit Initiative „Realschule 21" Schwerpunkte auf MINT-Fächern, Fremdsprachen, Begabtenförderung und intensiver Kooperation mit anderen Schularten    

 Die Staatsregierung wird das Bildungsangebot an den Realschulen in Bayern weiter stärken. Ein besonderer Schwerpunkt für die Weiterentwicklung der Realschule im Rahmen der Initiative „Realschule 21" liegt nach den Worten von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle insbesondere auf der Stärkung der sogenannten MINT-Fächer und der Fremdsprachen. Spaenle: „Wir wollen unsere erfolgreiche Realschule weiter ausbauen und die individuellen Potentiale aller Realschülerinnen und Realschüler in Bayern durch weitere begabungsgerechte und leistungsorientierte Bildungsangebote noch intensiver fördern." Nach den in den letzten Schuljahren erforderlichen Verbesserungen bei der Unterrichtsversorgung ist dies laut Spaenle ein konsequenter Schritt, um die im differenzierten Bildungssystem so wichtige Schulart Realschule für künftige Herausforderungen fit zu machen.

 Im Mittelpunkt der Initiative „Realschule 21" stehen die begabungsgerechte Förderung der Fähigkeiten in den sogenannten MINT-Fächern Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften, der Ausbau des Bildungsangebots bei den Fremdsprachen, die Begabtenförderung sowie Kooperationen der Realschulen mit anderen Schularten. So werden die Realschülerinnen und Realschüler künftig in sogenannten Kombi-Kursen als Brückenangeboten auf den Besuch der Fachoberschule mit dem Ziel Hochschulzugang vorbereitet. Dazu sollen Lehrkräfte von Realschulen und Fachoberschulen intensiver zusammenarbeiten, etwa in gemeinsamen Fachschaftssitzungen und Fortbildungen. „Mein Fernziel ist es, dass der Anteil der Absolventen, die nach dem Abschluss der Realschule an die Fachoberschule wechseln, von derzeit rund einem Drittel künftig deutlich ansteigt", so der Minister. Bei den Maßnahmen, um das Interesse der Schülerinnen und Schülern an den MINT-Fächern und ihre Entscheidung zugunsten der entsprechenden Wahlpflichtfächergruppe zu fördern, steht der Aufbau von „MINT-Netzwerken" zwischen den Schulen im Mittelpunkt. Hier werden Konzepte und Best-Practice-Beispiele auf andere Schulen übertragen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Förderung von Mädchen in den MINT-Fächern. Um die Fremdsprachen zu stärken, wird nach und nach die Anzahl der bilingualen Züge an Realschulen angehoben. Spanisch wird als zweite Fremdsprache Französisch ergänzen. Außerdem wird der Erwerb international anerkannter Zertifikate verbessert. Minister Spaenle will auch die Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler, etwa durch Talentklassen, ausbauen. Solche gibt es gegenwärtig an den Standorten Rosenheim und Nürnberg. Dieser Bildungsgang führt bei ungekürztem Realschul-Lehrplan ein Jahr früher zum Realschulabschluss.

 Spaenle: „Die Realschule ist eine sehr leistungsfähige Schule, an der die Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler sehr intensiv sowohl auf sehr anspruchsvolle Berufsausbildungen als auch auf weitere schulische Qualifikationen vorbereiten. Wir arbeiten weiter intensiv daran, die besonderen Stärken der Realschule auszubauen".

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 2.    Deutsches Herzzentrum München (DHM) bleibt eigenständig und wird künftig enger mit Klinikum rechts der Isar und TU München zusammenarbeiten / Kooperationsvertrag sichert medizinische Spitzenstellung bei der Behandlung von Herzerkrankungen    

 Das Deutsche Herzzentrum München (DHM) wird eigenständig bleiben, künftig aber enger mit dem Klinikum rechts der Isar (MRI) und der Technischen Universität München zusammenarbeiten. Das Kabinett billigte heute einen entsprechenden Kooperationsvertrag, der die medizinische Spitzenstellung Münchens bei der Behandlung von Herz-, Gefäß- und Kreislauferkrankungen weiter ausbaut.

Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch: „Insbesondere in der Krankenversorgung, bei der Weiterbildung von Ärzten, durch Personalaustausch sowie durch gemeinsame Forschung und Lehre soll eine noch engere Zusammenarbeit erfolgen. Mit dem Kooperationsvertrag haben wir eine klare Entscheidung über die Stellung des Deutschen Herzzentrums am Standort München getroffen. Die künftige enge Zusammenarbeit der Einrichtungen unter Beibehaltung ihrer Eigenständigkeit und Identität ist ein tragfähiges Konzept für die Zukunft." Die enge Kooperation der Vertragspartner sei nicht nur im Interesse des Freistaats als Träger aller beteiligten Einrichtungen, sondern sie stärke zugleich Versorgung, Forschung und Lehre gleichermaßen. Die Synergieeffekte dieser Zusammenarbeit würden nicht zuletzt dem Wohle der Patienten dienen.

 Das Deutsche Herzzentrum München (DHM) als Fachkrankenhaus mit 171 Planbetten dient der Behandlung von Personen mit Herz-, Gefäß- und Kreislauferkrankungen. Seit 1995 ist es eng in Forschung und Lehre der TU München eingebunden. Das DHM genießt in der Krankenversorgung einen hervorragenden Ruf und erzielt auch in der Forschung exzellente Leistungen.

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 3.    Kabinett beschäftigt sich mit Entwicklung des Insolvenzgeschehens / Bayern hat Krisenjahr 2009 dank des Mittelstandschirms gut überstanden / Wirtschaftsminister Zeil: „Mit erprobtem Maßnahmenkatalog gut gerüstet für die Zukunft"    

 Wirtschaftsminister Martin Zeil hat in der heutigen Sitzung des  Ministerrats über die  Entwicklung des Insolvenzgeschehens in Bayern im Krisenjahr 2009 berichtet. Bundesweit mussten im vergangenen Jahr 34.300 Unternehmen Insolvenz anmelden, in Bayern erhöhte sich die Zahl dabei auf fast 4.000 Verfahren. Trotz deutlich gestiegener Insolvenzen steht der Freistaat im bundesweiten Vergleich nach wie vor gut da und das, obwohl Bayern durch die Umsatzeinbrüche exportstarker Industrien besonders betroffen war. Zeil: „Die Zahlen zeigen, dass die Folgen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise für viele Unternehmen zur Existenzfrage geworden sind. Der von der Bayerischen Staatsregierung eingerichtete Mittelstandsschirm  hat sich in dieser Zeit als praktikables Instrument gerade für kleinere und mittlere Unternehmen mit Zahlungsschwierigkeiten etabliert und viele Unternehmen vor der Insolvenz gerettet. Knapp 2.000 Unternehmen konnten durch unseren Mittelstandsschirm aufgefangen werden. Darunter viele Firmen, die trotz guter Zukunftsperspektive in besonderem Maße von der Finanzmarktkrise betroffen waren. Unser Ziel war und ist es, wirtschaftlich gesunde Unternehmen mit guten Chancen am Markt zu unterstützen, die sich in aktuellen Liquiditäts- oder Finanzierungsschwierigkeiten befinden. Dieses System hat sich in der Krise bewährt. Es wird auch 2010 dringend gebraucht werden, da sich nach Ansicht von Experten die Zahl der Insolvenzen weiterhin auf hohem Niveau bewegen wird."

 Zeil machte deutlich, dass der Freistaat zur Stützung bedrohter Unternehmen und damit letztlich zum Erhalt von Arbeitsplätzen erhebliche Haushaltsmittel einsetzt. Zeil: „Wir achten deshalb sehr genau auch darauf, die Risiken dieses Engagements so gering wie möglich zu halten." Der Wirtschaftsminister verwies in diesem Zusammenhang auf den Massekredit bei Quelle, der erst kürzlich komplett zurückgezahlt wurde.

 Gerade den Bayerischen Mittelstandsschirm hat die LfA Förderbank hervorragend umgesetzt und Kreditrisiken in Höhe von fast 360 Millionen Euro übernommen. Damit hat sie für knapp 2000 Unternehmen neue Kredite in Höhe von einer halben Milliarde Euro mobilisiert. Zu über 95 Prozent haben davon kleine und mittlere Betriebe mit bis zu 250 Mitarbeitern profitiert.

 Bewährte Hilfsmittel für bedrohte Unternehmen:

¨      „Akutkredit" der LfA: Im Rahmen von Konsolidierungsdarlehen wurde im vergangenen Jahr ein Volumen von insg. 57,3 Mio. € zugesagt und damit über 6.400 Arbeitsplätze gesichert.

¨      Bürgschaften: Für 492 mittelständische Unternehmen hat die LfA Bürgschaften mit einem Volumen von 203,9 Millionen € übernommen. Damit hat sich das Bürgschaftsvolumen 2009 im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht.

¨      Task Force LfA: Auch die bereits vor einigen Jahren vom Wirtschaftsministerium initiierte Task Force wurde als Ansprechpartner gerade für kleine und mittlere Unternehmen in Schwierigkeiten vielfach in Anspruch genommen. Dadurch war eine rasche und unkomplizierte Hilfe für die betroffenen Unternehmen gegeben und vor allem eine umfassende Beratung über öffentliche Finanzierungshilfen möglich. 2009 wurde sie 800 mal in Anspruch genommen und damit doppelt so viel wie im Vorjahr.

¨      Runder Tisch Bayern: Der Runde Tisch Bayern wurde von der LfA gemeinsam mit den Kammern und der KfW Mittelstandsbank eingerichtet. Kleine und mittlere Unternehmen in finanzieller Schieflage erhielten kompetente Unterstützung durch Unternehmensberater, welche direkt vor Ort Schwachstellen in den Betrieben sowie mögliche Lösungsansätze aufzeigten. 2009 wurde der Runde Tisch Bayern 290mal in Anspruch genommen.

¨      Moderation des Wirtschaftsministeriums: Im vergangenen Jahr haben sich über 350 Unternehmen Hilfe suchend an das Wirtschaftsministerium gewandt. In zahlreichen Gesprächen wurden Finanzierungsmöglichkeiten erörtert und entsprechende Verhandlungen geführt. Soweit Staatsbürgschaften in Betracht kamen, war das Bayerische Finanzministerium an den Gesprächen beteiligt.

 Zeil: „Die Erfahrungen des vergangenen Jahres haben gezeigt, dass wir mit unserem Mittelstandsschirm einen erprobten Maßnahmenkatalog vorweisen können, der sich in der Krise bewährt hat. Durch zielgerichtete Hilfen konnten tragfähige Lösungen gefunden und viele Arbeitsplätze gerettet werden."

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