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Politikthemen
Ein Land für Familien
Familien brauchen Perspektiven
Der soziale Zusammenhalt in der Gesellschaft fängt bei den Familien an. Vor allem junge und kinderreiche Familien brauchen viel Unterstützung. Egal ob es um Kinderbetreuung und Berufstätigkeit, um Schule, Erziehung und Freizeitgestaltung oder einfach nur um Rücksichtnahme und Verständnis im Alltag geht. Für ein familienfreundliches Umfeld zu sorgen, ist Aufgabe nicht nur des Staates, sondern der gesamten Gesellschaft.
Kinderbetreuung
Für viele Eltern sind vor allem die Angebote zur Kinderbetreuung entscheidend, um Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Bayern baut die Betreuungsangebote in Häusern für Kinder, Kindergärten, Kinderhorten, Kinderkrippen sowie in der Tagespflege verstärkt aus und will bis 2012 die Bedarfsdeckung auch für Kinder unter drei Jahren und für Schulkinder erreichen. Die Haushaltsansätze für die Kindertagesbetreuung in Bayern haben sich seit 2002 mehr als verdoppelt (2002: 457 Mio Euro; 2010: 956 Mio Euro). In den letzten fünf Jahren hat der Freistaat zusätzlich 313 Millionen Euro aus Privatisierungserlösen eingesetzt und 30.000 neue Betreuungsplätze in ganz Bayern geschaffen. Das ist ein wichtiger Baustein, damit Eltern sich nicht zwischen Beruf und Familie entscheiden müssen. Immerhin sind in Bayern mehr Frauen erwerbstätig als in den anderen Bundesländern.
Soziale Verantwortung für Kinder und Jugendliche
Die soziale Verantwortung für Kinder und Jugendliche ist ein zentrales gesellschaftliches Anliegen. Über 80 Jugendorganisationen mit rund 800.000 Mitgliedern und mehr als 100.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern widmen sich in ganz Bayern der Jugendarbeit. Sie wollen junge Menschen zu Selbstständigkeit und Kreativität anregen, für soziales Engagement und gesellschaftliches Miteinander gewinnen und soziale Benachteiligungen abbauen. Mit seinem Kinder- und Jugendprogramm stellt der Freistaat 43 Millionen Euro bereit, damit junge Menschen in ihrer Entwicklung gefördert werden und die Schlüsselqualifikationen erwerben, die ihnen den Weg in eine gute Zukunft öffnen. Dazu gehören vielfältige Aus- und Weiterbildungsprogramme, Beratungsstellen für Jugendliche und Eltern, Modellprojekte in sozialen Brennpunkten sowie Aktionen zu Jugendschutz und Gewaltprävention.
Landesstiftung ''Hilfe für Mutter und Kind''
Seit 1978 hat die Landesstiftung "Hilfe für Mutter und Kind" die Möglichkeit, schnell und unbürokratisch zu helfen, wenn gesetzliche Leistungen im Einzelfall nicht eingreifen oder nicht ausreichen. Inzwischen konnte circa 275.000 werdenden Müttern mit 379 Millionen Euro eine Perspektive für ein gemeinsames Erleben mit ihrem Kind eröffnet werden. Zudem unterstützt die Landesstiftung kinderreiche Familien und Alleinerziehende, die unverschuldet in eine Notlage geraten sind.
Der "Kommunale Familientisch" in Bayern
Eine ganz wesentliche Funktion kommt Familienpolitik vor Ort zu. In der kommunalen Familienpolitik liegen viele Ressourcen, die die Lebenssituation von Familien verbessern können. Kinder, Jugendliche und Familien, die ihre Lebenswelt mitgestalten wollen, brauchen Unterstützung. Sie sind auf kommunale Konzepte, auf vernetzte Angebote und wirksame Hilfe angewiesen.
Es gibt mehr Möglichkeiten, Familienfreundlichkeit in einer Kommune zu steigern und Familieninitiativen in kommunale Familienpolitik zu integrieren, als dies heute realisiert wird. Das Sozialministerium förderte in Bayern sieben Pilotprojekte "Kommunaler Familientisch". In jedem Regierungsbezirk wurde in einer Gemeinde ein "Kommunaler Familientisch" eingerichtet: in Germering (Oberbayern), Markt Pilsting (Niederbayern), Mitterteich (Oberpfalz), Bergtheim (Unterfranken), Neustadt an der Aisch (Mittelfranken), Bamberg (Oberfranken) und in Neu-Ulm (Schwaben).
"Kommunale Familientische" sind eine besondere Form der Beteiligung möglichst vieler unterschiedlicher Personen und Institutionen einer Kommune. Sie sollen den Verantwortlichen in der Kommune Notwendigkeiten für eine Verbesserung der Familienfreundlichkeit aufzeigen und sinnvolle Lösungsansätze vorschlagen. Die "Kommunalen Familientische" sind daher keine Konkurrenz zu den politischen Entscheidungsgremien, sondern wollen vielmehr eine aktive bürgerorientierte Unterstützung für die familienfreundliche Gestaltung der Kommune sein. Die Pilotphase dieses erfolgreichen Projekts ist abgeschlossen. Das "Institut für Organisationskommunikation" (IFOK), das mit der Durchführung des Projekts beauftragt war, hat einen Praxisleitfaden erstellt, in den die Erfahrungen aus allen Standorten eingeflossen sind. Dieser wurde allen Gemeinden und Städten zur Verfügung gestellt und kann beim Zentrum Bayern Familie und Soziales kostenfrei bezogen werden. Das Zentrum Bayern Familie und Soziales ist auch Ansprechpartner für interessierte Gemeinden.